Geld anlegen an der Börse - einfache Grundregeln beim Investieren

Wer mit Hilfe der Börse Vermögen aufbauen möchte, der kann dies tun, sollte sich aber vorher unbedingt Grundlagenwissen aneignen und vor allem die wichtigsten Regeln beachten. Man kann nämlich auch ziemlich danebengreifen und dadurch unter Umständen sehr viel Geld verlieren.

Man muss verstehen, was man tut

Um es mit den Worten der bekannten und sehr erfolgreichen Investorenlegende Warren Buffett zu sagen, sollte man immer nur Börsenprodukte nutzen, die man auch wirklich versteht. Sobald ein Instrument so komplex ist, dass man seinen Aufbau und seine Mechanismen nicht mehr überblickt, besteht die Gefahr, in bestimmten Situationen falsch zu reagieren. 

Wenn man sei Geld doch in ein Finanzprodukt investieren möchte, das man bisher nicht kannte, sollte man sich vor der Investition unbedingt mit dem Produkt auseinandersetzen. Mit etwas Geduld oder auch mit ein wenig Beratung wird man irgendwann die wichtigsten Eigenschaften durchschauen und braucht dann keine Bedenken haben, sein Geld entsprechend anzulegen.

Leider sind viele Börsenprodukte so kompliziert und mitunter undurchsichtig strukturiert, dass selbst Fachleute Probleme haben, sie vollumfänglich zu erklären. Von solchen Anlageformen sollte man Abstand nehmen.

Grundregel: Finger weg von Dingen, die man nicht versteht! So verhindert man Anlagefehler und falsche Reaktionen in schwierigen Situationen.

Nur Geld anlegen, das man übrig hat

Um nicht in finanzielle Schieflage zu geraten, raten Experten immer wieder dazu, nur Geld anzulegen, das man nicht benötigt. Verwendet man nämlich Finanzmittel, die eigentlich zur Finanzierung des täglichen Lebens (also für Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Kleidung, sonstige Rechnungen) gebraucht werden, muss man das angelegte Geld irgendwann wieder vom Anlagekonto abziehen. Manche überlegen sogar, einen Kredit aufzunehmen, um die Kreditsumme in Börsenprodukte zu stecken und so schnelle Gewinne zu generieren. Das ist, zumindest für Privatanleger, unklug. Oft sind die Zinsen für den Kredit, trotz Niedrigzinsphasen, höher, als die erzielte Rendite.

Grundregel: Es ist sinnvoll, nur Gelder anzulegen, die man mittel- und langfristig nicht benötigen wird.

Diversifikation reduziert das Risiko bei Geldanlagen

Ein altes Sprichwort besagt, dass man nie alle Eier in ein einziges Nest legen oder alles nur auf ein Pferd setzen sollte. Diese Weisheit gilt auch bei Geldanlagen. Diversifikation bedeutet schlicht, dass man sein Geld möglichst breit anlegen, also beispielsweise nicht nur Aktien einer Branche kaufen sollte. Gerät diese nämlich in unruhiges Fahrwasser und die Aktienkurse fallen, dann macht man Verluste. Streut man sein Geld hingegen über verschiedene Branchen, reduziert sich das Verlustrisiko, weil sich die Branchen sozusagen gegenseitig ausgleichen. Hat man beispielsweise vor der Corona-Krise Aktien von Fluggesellschaften wie etwa Lufthansa und Online-Versandhändlern wie Amazon erworben, haben zwar die Aktien der Lufthansa an Wert verloren, gleichzeitig sind aber die Amazon-Aktien gestiegen und haben die Verluste der Lufthansa ausgeglichen. Es ist also kein oder nur sehr wenig Geld verloren gegangen.

Grundregel: Je breiter die Geldanlage gestreut ist, desto geringer das Risiko des Anlegers, Geld zu verlieren!

Langfristige Geldanlagen sind erfolgreich

Der Traum vieler Anleger ist es, in kürzester Zeit hohe Gewinne an den Börsen zu erzielen. Das mag manchmal tatsächlich funktionieren. Allerdings sind kurzfristige Investments mit einem hohen Verlustrisiko verbunden. Wer sich ein Vermögen aufbauen möchte, sollte langfristig planen, z. B. mit einem Fondssparplan oder durch die Dienste, die ein Robo-Advisor anbietet. Bei einem Sparplan zahlt man jeden Monat eine selbst festzulegende Summe ein. Dieses Geld wird gleichmäßig auf die ebenfalls selbst ausgewählten Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs verteilt. Nutzt man einen Robo-Advisor, zahlt man einen bestimmten Betrag ein (viele Advisor kann man bereits ab 3.000 Euro nutzen) und dieser wird dann ebenfalls in verschiedene Börsenprodukte investiert, automatisiert verwaltet, bei Bedarf umgeschichtet und so im Idealfall vermehrt.

Hat man zum Beispiel einen Fondssparplan mit zwei Einzelaktien, zwei Aktienfonds (aus verschiedenen Bereichen) sowie zwei ETFs (ebenfalls aus unterschiedlichen Bereichen) und zahlt monatlich 300 Euro ein, dann erwirbt die ausführende Bank jeden Monat Anteile (natürlich anteilig, da der Wert einer Aktie, eines Fondsanteils oder eines ETF-Anteils meistens höher liegt) in Höhe von je 50 Euro an den ausgesuchten Positionen. Auf diese Weise erhöht sich das angesparte Kapital um monatlich 300 Euro. Durch die positive Entwicklung der erworbenen Anteile steigt der Wert des Sparplans zusätzlich. Möchte man seine jährlichen Gewinne gleich wieder in den Sparplan investieren, kann man thesaurierende Fonds und ETFs auswählen. Sie zahlen die erzielte Dividende nicht an den Anleger aus, sondern investieren das Geld gleich wieder in den Fond oder ETF, wodurch sein Wert und auch das Anlagevermögen des Sparers wiederum steigt. Diese Anlageformen eigenen sich vor allem für mittel- und langfristigen Vermögensaufbau. Wer sein Geld kurzfristig (weniger als ein Jahr Anlagezeitraum) anlegen möchte, sollte auf andere Instrumente zurückgreifen, etwa auf Tagesgeld, Festgeld, Daytrading oder CFDs (Contracts for Difference).

Grundregel: Langfristige Geldanlagen versprechen mehr Erfolg, als kurzfristige Spekulationen an den Börsen.

Fazit - Vermögensaufbau ist keine Hexerei

Wer frei verfügbare finanzielle Mittel besitzt, kann diese auch an der Börse so anlegen, dass er langfristig Gewinn macht und Vermögen aufbauen kann. Hat man sich Grundwissen über die Börsenmechanismen angeeignet, die richtigen Produkte ausgesucht und das Risiko durch breite Streuung reduziert, muss man eigentlich nur noch warten. Vor allem langfristige Anlagestrategien sind erfolgreich, denn sie können selbst starke Börsenbewegungen ausgleichen und am Ende dennoch sehr ansehnliche Renditen aufweisen. Wer klug ist, fängt früh an, Vermögen anzusparen, denn je länger man Geld gewinnbringend anlegt, desto ruhiger kann man im Alter schlafen. 

Autor seit 9 Jahren
209 Seiten
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