Arm und Reich - - wird die Verteilung wie im Mittelalter?

Diese Sätze, als auch die nächsten entstammen dem Kapitel: Befreiung vom Erfolgsdruck und dem dortigen Unterkapitel: Die streitbare Vorstellung vom Erfolg

"Alle anderen zählen zur überwiegend eigentumslosen Bevölkerung. Kinder können die eigentumslose Existenz heute nicht mehr ausgleichen; sie sorgen ja nicht mehr direkt für den Lebensunterhalt ihrer Eltern mit. Sie zahlen bestenfalls laut Generationenvertrag in die Rentenkasse ein, und die Rente sichert dann den Lebensabend. Doch vor allem Mütter, die Kinder großziehen, können von diesem System nur selten wirklich profitieren (hierzu mehr im Kapitel: Kinder und ihre Eltern im Konsumwahn). Heute haben wir ganz im Gegenteil in unserer Gesellschaftsentwicklung einen Punkt erreicht, an dem Kinder nicht nur keinen Reichtum mehr darstellen, sondern sogar zum Armutsrisiko geworden sind. Früher wäre ich mit meinen vier Kindern "kinder-reich" gewesen; heute haben diese Kinder nur mein Armutsrisiko um ein Vielfaches erhöht."

Die Verteilung des Vermögens - eine ziemlich ungleiche Verteilung!

"Betrachtet man die gegenwärtigen Eigentumsverhältnisse in unserer Gesellschaft, so springt die Ungleichverteilung einem sehr deutlich ins Auge. Die Gleichung von Erfolg = Reichtum erweist sich vor allem als Folge von bereits gegebenem Eigentum. Auch in unserer modernen demokratischen Gesellschaft existiert eine – wenn auch ignorierte – Ungleichheit der Menschen. Dies vor allem durch die ungleiche Verteilung von Eigentum. Nach statistischen Erhebungen teilen sich" :

  • die reichsten ZEHN Prozent der deutschen Bevölkerung fast SECHZIG Prozent des gesamten deutschen Netto-Vermögens,
  • die ärmsten ZEHN Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung haben hingegen gar keinen Anteil am deutschen Vermögen,
  • die (provokant formuliert: "unteren" FÜNFZIG Prozent, dies inklusive der bereits genannten ZEHN Prozent der Ärmsten) teilen sich EIN Prozent des gesamten Netto-Volksvermögens der Bundesrepublik!

"Um die Dimension dieser Aussagen einmal deutlich zu machen, hier die Zahlen: Das Netto-Vermögen der Deutschen beträgt etwa 10 Billionen Euro – das sind 10.000 Milliarden (10.000.000.000.000) Euro. In der Bundesrepublik leben etwa 80 Millionen Menschen. Bei gleicher Vermögensverteilung hieße dies: 125.000 Euro Vermögen pro Bundesbürger. Das wäre schön! Doch die Sache sieht ja anders aus: 10 Prozent der Bevölkerung teilen sich 60 Prozent des Vermögens. Dies bedeutet, etwa 8.000.000 Menschen besitzen 6.000.000.000.000 (6 Billionen) Euro = pro Person im Durchschnitt 750.000 Euro. Dem gegenüber teilen sich 50 Prozent der Bevölkerung – 40 Millionen Menschen – 1 Prozent des Vermögens, also 100.000.000.000 (100 Milliarden) Euro. Das macht pro Person ein "Vermögen" von 2.500 Euro. Daraus resultiert: Der mögliche finanzielle Erfolg, der potenzielle Wohlstand, sieht für die Hälfte der Bevölkerung doch eher bescheiden aus."

Vermögen ist das Ergebnis von Vermögen!

"Sicherlich gibt es strahlende Beispiele für Lebensläufe, bei denen ein fleißiger Mensch allein durch seine Leistung erfolg-reich wurde. Doch solche Lebensläufe bilden noch immer die Ausnahme. Sie wurden und werden niemals zur Regel, weder in Amerika noch in Deutschland. Entgegen den Vorstellungen der meisten Menschen ist Erfolg = Reichtum in den meisten Fällen eben nicht ausschließlich das Ergebnis der eigenen Bildungs- und/oder Arbeitsleistung. Meist resultiert Erfolg = Reichtum aus bereits vorhandenem Eigentum und Reichtum. Dies ist eine nicht weg zu denkende, doch häufig ignorierte Tatsache."

Wenn Sie daran interessiert sind, mehr zu erfahren, so empfehle ich Ihnen die Lektüre des Buches. Hartz IV und Co.: Wie unsere Gesellschaft Armut provoziert – und wie Betroffene ihre Würde bewahren. Aus diesem Buch stammt der genannte Text.

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Autor seit 4 Jahren
8 Seiten
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