Seit Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wird der PSA-Wert zur Ermittlung des Prostataspezifisches Antigens in der Krebsfrüherkennung und auch in der Nachsorge nach einem Prostatakarzinom eingesetzt. Trotz dieses langen Zeitraumes ist seine Aussagekraft bis heute umstritten. Dennoch wird Männern ab dem 50. Lebensjahr vielfach empfohlen den PSA-Wert testen zu lassen. Wer in der Familie bereits Fälle von Prostatakrebs hatte, sollte durchaus auch schon früher zur Früherkennung gehen. Dieser Artikel soll aber zumindest einige Aspekte aufzeigen, dass der PSA- Wert vielleicht weniger Aussagekraft hat als vielfach angenommen.

Problem: Verschiedene Anbieter der PSA Tests

Es gibt verschiedene Hersteller von PSA-Tests. Die unterschiedlichen Testverfahren, die von Laboren verwendet werden, kommen dabei auch zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das bedeutet, dass ein Anstieg oder Abfall nach dem Wechsel des behandelnden Arztes oder bei Laborwechsel eine Erklärung für geänderte PSA-Werte sein kann. Ein Ansteigen der Werte muss also genauso wenig beunruhigen wie es bei einem Absinken des Wertes beruhigend sein muss.

Bedeutet ein hoher PSA Wert Prostatakrebs?

Diese Frage kann man eindeutig mit "Nein" beantworten. Es gibt viele Ursachen, die zu einem hohen PSA-Wert im Blut führen können und die nichts mit Prostatakrebs zu tun haben. Das können körperliche Anstrengung (zum Beispiel Radfahren), Geschlechtsverkehr in den letzten 48 Stunden, die Tastuntersuchung des Arztes, eine Entzündung der Prostata oder auch der Blase sein.Ein einzelner erhöhter Wert ist mit Sicherheit kein Grund zur Panik. Selbst bei Werten von mehr als 10ng/ml liegt "nur" bei 70 Prozent der Männer tatsächlich ein Prostatakarzinom vor. Die ganze weitere Untersuchungsmaschinerie bis hin zu einer Biopsie wird meist ab Werten von 4ng/ml in Gang gesetzt. In diesem Bereich ist das Risiko, dass hinter dem hohem PSA Wert tatsächlich Prostatakrebs steckt, immer noch kleiner als 50:50.

Bedeutet nun ein niedriger PSA Wert Sicherheit vor Prostatakrebs?

Leider muss man auch diese Frage verneinen. Es gibt durchaus Fälle, in denen trotz eines niedrigen PSA Wertes von weniger als 1ng/ml, ein Prostatakarzinom vorliegt.

Mit der Möglichkeit den PSA Wert durch Granatapfelsaft zu senken, beschäftigt sich dieser Artikel.

Bringt die Prostatakrebs-Rrüherkennung einen Gewinn an Lebensjahren?

Untersuchungen über die Frage laufen noch, ob bei den über einen erhöhten PSA-Wert entdeckten Prostatakrebsfällen, die dann entsprechend früher behandelt werden, auch wirklich eine längere Überlebensrate vorliegt. So eindeutig scheint diese Frage bisher nicht zu beantworten zu sein. Es könnte also durchaus auch sein, dass die frühere Erkennung in manchen Fällen keinen "Gewinn" an Lebenszeit wohl aber einen Verlust an Lebensqualität bedeutet. Denn die Diagnose Prostatakrebs mit allen Folgen tritt früher in das Leben des Betroffenen.

Kosten der PSA Untersuchung

Die Bestimmung des PSA-Wertes wird zur Zeit (noch) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Er gehört zu berühmten oder berüchtigten den "individuellen Gesundheitsleistungen" (IGeL). Wer ihn dennoch bestimmen lässt, sollte aus dem Wert alleine noch keine Rückschlüsse ziehen sondern ihn mit seinem Arzt besprechen. Die Ergebnisse liefern zwar Anhaltspunkte, können aber weder im guten Sinne für absolute Sicherheit sorgen, noch im Falle eines hohen Wertes Anlass zur Panik geben. Im letzteren Fall sollten sie jedoch Anlass für weitere Untersuchungen sein.

Quelle: Krebsinformationsdienst

Autor seit 6 Jahren
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