Die Vorteile der Wohngruppe gegenüber der herkömmlichen Heimunterbringung


Eine herkömmliche Unterbringung in einem Heim für geistig behinderte Menschen bedeutet ein großes soziales Umfeld für den Einzelnen. Für Autisten sind viele Menschen aber eher befremdlich und sie würden sich zurück ziehen. Daher ist eine Wohngruppe die bessere Unterbringung, da dadurch auch häufige Zu- und Abgänge der Mitbewohner vermieden werden. Es wird also für den Autisten selbst nur die nötigsten Veränderungen in einem strukturierten und regelmäßigen Tagesablauf geben. Die persönliche Entwicklung des Einzelnen kann in einer solchen Wohngruppe viel besser und vor allem individueller gefördert werden.
Für Menschen mit anderen geistigen Behinderungen ist eine herkömmliche Heimunterbringung sicherlich der bessere Weg, weil sie mit viel Abwechslung einfach gut zurecht kommen und sich auf neue Erlebnisse einlassen und darüber freuen können.


Auch beim Thema Arbeit gibt es entscheidende Unterschiede zwischen Autismus und anderen geistigen Behinderungen. Vor allem Arbeit in Behindertenwerkstätten ist für Autisten meist nicht geeignet, da einfach zu viele anderen Menschen um sie sind. Sie brauchen die geistige Förderung, damit einmal erlernte Dinge auch erhalten bleiben. Daher sind für die Arbeiten, wie oben beschrieben, mit Pflanzen oder Handarbeiten wesentlich besser geeignet, da sich dabei auch weiterentwickeln können.
Doch auch das soziale Leben ist für Autisten in einer kleinen Wohngruppe vorhanden. Sie haben feste Mitbewohner und einen festen Personalstamm für die Betreuung. Allerdings kann in der Wohngruppe auch gewährleistet werden, dass Interessen außer Haus auch möglich sind. Sei es nun Kino, ein Sportverein oder ein Ausflug. Das ist individuell planbar.


Kosten und Kontakt


Die Unterbringung in der Wohngruppe bringt natürlich auch Kosten für den Bewohner. Diese werden über den Grundbedarf und das persönliche Budget abgedeckt. Wie hoch die gesamte Zahlung ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel der Pflegestufe, ab. Die Wohngruppe und der dafür gegründete Betreuungsdienst Samaria betreibt auch eine eigene Webseite, wo man die Kontaktdaten einsehen kann.

Als Autismus bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation WHO eine tiefgreifende Entwicklungsstörung die meist dreifach - seelisch, geistig und körperlich - ausgeprägt ist. Doch das ist nur ein Begriff, der sehr viel mehr umfasst, so dass es hier den Rahmen sprengen würde die verschiedenen Formen von Autismus zu erklären. Deswegen verweise ich auf meine Kollegin Immortelle und ihre zahlreichen Artikel zum Thema Autismus.

Ich selbst möchte die Wohngruppe in Schneeberg im Erzgebirge vorstellen, die volljährige Autisten aufnimmt. Denn auch wenn sich betroffene Eltern liebevoll um ihre autistischen Kinder kümmern wird irgendwann die Frage aufkommen, wo das Kind leben soll, wenn man als Eltern die Betreuung und Pflege nicht mehr übernehmen kann.


Was die Wohngruppe bietet


Die Wohngruppe befindet sich in einem großen Haus, wo die Autisten eine ganze Etage für sich haben. In diesem Fall ist es die oberste Etage und man kommt damit dem Bedürfnis der Autisten entgegen, dass sie ihre bekannten Bezugspersonen benötigen und die Begegnung mit fremden Menschen für sie sehr problematisch ist. Je zwei Bewohner teilen sich ein Zimmer, was nach den persönlichen Bedürfnissen eingerichtet ist. Dazu gibt es eine Küche, Bäder und einen Gemeinschaftsraum.
Das Haus in Schneeberg verfügt auch über ein großes Grundstück. So können sich die Bewohner des Hauses auch im Freien aufhalten. Aber auch für die Zukunft der Wohngruppe ist dieses Grundstück von Vorteil. Denn die dort lebenden Autisten können direkt dort arbeiten. Die Pläne der Betreiberin sind gut durchdacht und sollen jeden Bewohner der WG individuell fördern. 

Da sie selbst Pflanzen liebt, plant sie eine Zucht von einigen exotischen Arten. Die Autisten ihrer Wohngruppe, die sich gern um diese Pflanzen kümmern möchten, dürfen das auch tun. Ziel dabei ist, dass man Nachzuchten verkaufen kann.
Doch auch Handarbeiten stehen auf dem Plan. Stricken und häkeln liegt auch Autisten und die erstellten Sachen werden ebenfalls zum Verkauf angeboten. Die Gelder dieser beiden Erzeugnisse fließen natürlich in die laufenden Kosten für die Wohngruppe. Da aber Autisten sehr unterschiedlich in ihren Behinderungen und Möglichkeiten sind, können sie natürlich auch woanders in einer Behindertenwerkstatt arbeiten. Das wird nur auf Bewohner zutreffen, die sich auch in einem größeren sozialen Umfeld wohlfühlen. Aber es wird für jeden Bewohner der Wohngruppe die Arbeit gefunden werden, die er sich wünscht und die er auch erledigen kann.

WG Zimmer und Blick in die Küche

WG Zimmer und Blick in die Küche (Bild: Silvia Harnisch/Sabine Wolfram)

Autor seit 5 Jahren
50 Seiten
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