Wie ein Autorencoaching helfen kann, die Spannung des Romans zu steigern

Ein Autorencoach schreibt eine Reihe von Kommentaren an den Rand des Manuskripts oder er liefert dem Autor für jedes Kapitel einen umfangreichen zusammenfassenden Bericht. Dabei achtet der Autorentrainer darauf, ob der Roman am Start einen guten Konflikt aufwirft, der zum Weiterlesen animiert – oder ob überhaupt ein Konflikt da ist.

Die Spannung einer Geschichte ergibt sich aber nicht nur aus der Handlung und den Konflikten. Auch die Figuren des Romans haben das Potenzial, Spannung zu erwecken. Sympathische Figuren, die zugleich etwas Ungewöhnliches an sich haben, wecken das Interesse beim Leser. Und wo Interesse entsteht, da ist auch die Spannung nicht weit. Der Autorencoach kann Tipps geben, mit welchen Facetten eine Figur interessanter wird.

Einerseits macht er auf Widersprüche aufmerksam, um die Figur glaubwürdiger (also sympathischer) zu gestalten. Andrerseits darf eine Figur nicht zu rund sein und so schlägt ein Autorentrainer bisweilen mehr Ecken und Kanten für eine Romanfigur vor: Ein starker Held muss auch Schwächen haben und ein Schwächling auch Stärken. Bei einem Guten können dunkle Seiten für eine innere Spannung der Figur sorgen und der Böse wird spannender, wenn man als Leser Hoffnung auf Lichtblicke haben kann.

Im Manuskript kann man beim "Informationsmanagement" verschiedene Fehler machen, die sich alle negativ auf die Spannung auswirken. Einige davon werden im Folgenden vorgestellt:

Fehler 1 – Langweilige Informationen und Beschreibungen am Start des Manuskripts

Eine Geschichte braucht Beschreibungen und Hintergrundinformationen – aber nicht immer im ersten Absatz des ersten Kapitels. Das muss nicht sein. Und wenn man schon mit Beschreibungen anfängt, dann mit der Beschreibung von interessanten Dingen. Es ist keineswegs so, dass jede Beschreibung am Romananfang langweilig und ein Spannungskiller ist, aber auf viele Beschreibungen trifft dies tatsächlich zu.

Fehler 2 – Fehlende Beschreibungen im ersten Kapitel

Beim Autorencoaching macht der Coach ebenfalls auf zu wenig Beschreibungen aufmerksam. Fehlen Beschreibungen, Hintergrundinfos und Erklärungen im Manuskript, kann das beim Leser zu Orientierungslosigkeit und Verständnisschwierigkeiten führen. Er kann sich auf den Roman nicht einlassen, weil ihn ständig Fragen quälen, die ihn besser nicht quälen sollten. Merke: Nicht jedes Geheimnis im Roman ist ein Spannungspunkt, manches ist auch ein Spannungsstörer.

Fehler 3 – Keine harmonischen Übergänge zwischen den Absätzen

Manchmal sind in einem Kapitel Beschreibungen in angemessener Länge enthalten, aber die Struktur stimmt nicht: Da wird in dem einem Absatz ein Schloss beschrieben und im nächsten Absatz die Hütte des Bauern, ohne dass der Leser einen plausiblen Übergang erkennt. Und so wirkt der Text wie eine sinnlose Aneinanderreihung von Absätzen, auch Infodump genannt. Doch schon mit einigen wenigen Sprachkniffen kann man Sinn in den Text bringen – was allerdings einige Kreativität erfordert. Sinnvoll kann es sein, am Anfang von Absatz 2 ein Element aus Absatz 1 wieder aufzunehmen, um dann zum "eigentlichen" Thema von Absatz 2 zu kommen. Solche fließenden Übergänge ziehen den Leser besser von Absatz zu Absatz weiter, sie fördern das Weiterlesen und damit die Spannung. Ein guter Autorencoach wird auch auf solche Dinge achten, wobei sich mit diesen detaillierteren Problemen oft mehr die späteren Lektoren beschäftigen.

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