Eine alte Heilkunst

Heilen ist auch eine Kunst. Und die Kulturen in Indien, Nepal und Sri Lanka haben dieses Wissen zu einer bewundernswerten Blüte gebracht (1).
In Asien wird diese Heilkunst als eine Wissenschaft betrachtet. Bei uns im Westen genießt der Ayurveda in erster Linie eine Referenz als Wellness Angebot.
Die Wissenschaft vom Leben, wie sie in Asien bezeichnet wird, beinhaltet Erfahrungswerte ebenso wie Überzeugungen und weltanschauliche Aspekte.

 

Was gehört dazu?

Der Ayurveda hat ein weites Arsenal von Prozeduren und Mitteln entickelt. Im Vordergrund der Behandlungen stehen:

  • Reinigungsmethoden
  • Massagetechniken
  • Ernährungsratschläge und
  • Pflanzliche Zusatzprodukte zur Ernährung.

Panchakarma bringt den Himmel auf Erden (Bild: sonja_paetow/ pixabay.com)

Drei Prinzipien

Die indische Weltanschauung geht von drei Regelprinzipien aus, die das menschliche Leben steuern sollen.

  1. Das Prinzip Vata ist für alle Vorgänge verantwortlich. Es wird auch das Bewegungsprinzip genannt.
  2. Mit Pitta werden vor allem Stoffwechselvorgänge verbunden.
  3. Kapha schließlich steht für das Beständige, unter anderem für den Körperbau des Menschen.

Im übertragenen Sinne kennen wir Menschen im Westen eine ähnliche Einteilung aus der alchemistischen Elementenlehre. Auch dort werden die Prinzipien von Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther vertreten. Das Wissen muss vor vielen tausend Jahren einen weiten Weg vom indischen Subkontinent in das Abendland zurückgelegt haben.

No problem

Die Wiederherstellung des optimalen Gleichgewichtes steht im Mittelpunkt der ayurvedischen Bemühungen um die Gesundheit des Individuums. Die rätselhafte Bezeichnung der drei Doshas kann als Synonym für "Problem" übersetzt werden. Die eine oder andere Lebensweise oder Ernährungsgewohnheit bringt das natürliche Gleichgewicht des Menschen ins Wanken, und schon ist es um die babygleiche Rosenhaut an den Wangen und am Po geschehen.

Der Ayurveda will diese Fehler wieder ausgleichen. Es wird über interessante Diagnosemethoden berichtet. Unter anderem soll eine Pulsdiagnose dem geschulten Arzt verraten, welche "Ungleichgewichte" im Körper des Patienten gebildet haben.
Was darauf folgt sind im ersten Schritt die Ausführung von verschiedenen Reinigungsverfahren. Diese Reinigungsmethoden sollen den Körper von sogenannten "Schlacken" befreien (2). Unverdautes, Umweltgifte und sogar seelische Restbestände von unverarbeiteten Stressen nimmt die alte Heilkunde in Angriff.
Wunderbare Ölmassagen und nervenberuhigende Stirngüsse aus ausgesuchten Essenzen können die an die Vorreinigung anschließende Kur durchaus angenehm gestalten.
Ein Therapieplan kann zwei Wochen intensiver Behandlungen beinhalten.

Einheit

Die Lehre des Ayurveda von der Einheit von Körper, Geist und Seele findet auch bei uns im Westen immer mehr interessierte Zuhörer.
Wir werden offenbar sehr viel älter als die Generationen vor uns. Das Alter macht aber nur dann Spaß und kann entsprechend gestaltet werden, wenn die Gesundheit mitspielt. Daher stossen Vorträge über das grundsätzliche Zusammenwirkung von Gesundheit und Krankheit, über Stoffe und Handlungen, die das Gleichgewicht ins Wanken bringen, zunehmen auf offene Ohren.
Wissen entsteht aus Belehrung, und mancher mag anschließend durchaus von altem Wissen profitieren.

So weit sind wir nämlich von den ayurvedischen Grundsätzen für eine gesunde Lebensführung auch nicht entfernt. Ernährung, Bewegung und Entspannung heißen bei uns die drei Säulen der Gesundheit genannt.
Der Ayurveda kann uns mit seiner Weltsicht wieder an unsere eigenes Wissen erinnern. 

 

Autor seit 2 Jahren
181 Seiten
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