Der Palmsonntag

Was ist der Palmsonntag überhaupt?

Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor Ostern und soll an den Einzug Jesu in Jerusalem auf einem Esel erinnern. Als er durch die Straßen ritt, rissen die Menschen vor lauter Freude Palmwedel und Ölzweige von den Bäumen und jubelten ihm zu. Wie einen König empfingen sie ihn und legten als Zeichen des Sieges die Zweige auf seinen Weg, da sie ihn als Retter der jüdischen Volkes erwarteten, der sie von der römischen Vorherrschaft befreit hat. In katholischen Orten wird diesem Ereignis mit der Palmprozession gedacht, bei der zuvor geweihte Palmzweige mitgetragen werden. 

Sie sollen später aufbewahrt für den Schutz von Haus und Hof sorgen. Zumeist werden aufgrund der hiesigen Vegetation anstelle der Palmzweige auch so genannte Palmstöcke oder Palmstangen mitgetragen, die die grobe Form von Palmen haben, d.h. unten schmal und nach oben breit auslaufend. Reich verziert werden sie mit bunten Eiern, Gebäck, Obst und Bändern.

Der Palmsonntag läutet die letzte Woche des Lebens Christi ein, die Woche die vom Lateinischen abgeleitet als Passionszeit (Passion = Leid) bezeichnet wird. Ein anderer Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen, die Karwoche (car = Trauer).

Bräuche am Palmsonntag

Der Palmesel

Wer am Palmsonntag als letzter aus den Federn kriecht, wird landläufig den Tag über als »Palmesel« tituliert. Früher wurde dieser häufig mit Weidenruten aus dem Bett getrieben oder aber mit Weidekätzchen so lange gekitzelt, bis er freiwillig aufgestanden war. Spott und Neckerei der Familie waren ihm an diesem Tag gewiss. In manchen Kreisen wurden dem Spätaufsteher gebastelte Eselsohren aufgesetzt, die er dann den Tag über tragen musste. In manchen Gegenden galt auch derjenige als Palmesel, der sich als letzter mit seinem Palmbuschen in die Kirche begeben hatte.

Der Palmbuschen

Pixabay / Wolfgang BorchersDer Palmbuschen ist ein wichtiges Symbol bei der Palmprozession. Doch sind Palmen in unserer Region von Natur aus selten in der Vegetation vorzufinden. Aus diesem Grund behilft man sich in verschiedenen Regionen unterschiedlich. In Tirol etwa kommen meist Weiden- und Tannenzweige als Palmbuschen zum Einsatz, während in der Schweiz vor allem Stechpalmzweige (möglichst mit vielen roten Beeren) verwendet werden. In manchen Regionen Deutschlands werden an einen entrindeten kräftigen Zweig Buchsbaumzweige gebunden. Mit diesem ziehen dann Kinder von Haus zu Haus und erhalten dafür, an den Palmbuschen gebunden, Süßigkeiten.

Der Gründonnerstag

Was ist der Gründonnertag überhaupt?

Der Gründonnerstag bezeichnet den fünften Tag der Karwoche (Passionszeit). Er dient dem Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu mit den zwölf Aposteln. Mit dem Gründonnerstag beginnt die österliche Feier (Triduum Sacrum). Diesem Tag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie kommt in der Liturgie eine große Bedeutung zu.

Zum kirchlichen Feiertag wurde er Ende des 7. Jahrhunderts und sein Name ist seit dem hohen Mittelalter belegt. Weshalb der Donnerstag als Gründonnerstag bezeichnet wird ist hingegen nicht endgültig gesichert. Verschiedene Erklärungen konkurrieren hierbei. Im Mittelalter hießen die öffentlichen Büßer, die nun befreit von den Sünden wieder in die kirchliche Gemeinschaft zurückkehrten »die Grünen«. Evtl. kommt es auch vom »Greinen« also dem Weinen oder Klagen der Büßer, wobei beim Abendmahl eigentlich noch nicht geweint wurde. Andererseits könnte es sich auch auf die seit Aschermittwoch greinenden Büßer beziehen. Aber es gibt auch noch weitere Erklärungsversuche.

Bräuche am Gründonnerstag

Die Glocken bleiben stumm

Vom Gründonnerstag an schweigen bis zur Osternacht alle Glocken der katholischen Kirche, weil es heißt, sie wären nach Rom geflogen. Früher zogen die Jungen durch die Straßen mit Ratschen und luden zum Gottesdienst ein. Sie bekamen dafür in den Häusern Brot und Eier.

Die Ostereier

Eher dem Aberglauben zuzuordnen ist die früher weit verbreitete Meinung, Eier, die am Gründonnerstag gelegt wurden hätten eine besondere Kraft und könnten lange aufbewahrt werden ohne zu faulen. Zudem böten sie Schutz vor Blitzschlag und an den Ecken des Feldes eingegraben würden sie die Frucht vor Mäuse und Hagel bewahren. Der heute übliche Brauch der Ostereier geht darauf zurück, dass während der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durfte, was die Hühner naturgemäß nicht davon abhielt weiter Eier zu legen. Dadurch hatte man an Gründonnerstag einen Überschuss an Eiern, die, weil es noch keine Kühlschränke gab, gekocht und gegenseitig verschenkt wurden. Ein Brauch war beispielsweise auch, dass Mädchen ihrem Angehimmelten Eier schenkte und damit gleich mehreres ausdrücken konnte. Mit grün bemalten Eiern drücken sie etwa ihre Hoffnung aus, mit roten Eiern bezeugten sie ihre Liebe, gelbe Eier hingegen zeigten die Eifersucht an und blaue Eier sollten die Treue symbolisieren. Wollte das Mädchen mehr, so schenke sie dem Liebsten gleich sechs Eier als eindeutiges Zeichen, dass sie ihn gerne heiraten wollte …

Der Karfreitag

Was ist der Karfreitag überhaupt?

Die Christen gedenken am Karfreitag der Kreuzigung Jesu. Diesem Tag wird als Trauertag begangen, an dem gefastet wird. Besonders viel Wert wird dabei auf Ruhe gelegt, schwere Arbeiten werden nicht verrichtet. Gaststättenbesuche, Musizieren, oder Tanzen waren früher und teilweise auch heute untersagt. Die Kirchenglocken sind weiterhin still und die Orgel wird nicht gespielt, daher heißt der Karfreitag auch »Stiller Freitag«. Früher wurden an Karfreitag oftmals auch Straftäter begnadigt und Gefangene freigelassen.

Bräuche am Karfreitag

Fisch statt Fleisch

Viele Bräuche aus früherer Zeit sind längst verschwunden, doch gibt es einige die auch heute noch gepflegt werden. Hierzu zählt, dass an Karfreitag kein Fleisch sondern Fisch gegessen wird. Begründet wird dies meist damit, dass der Fisch eines der ältesten Symbole der Christen ist. Der Fisch (griechisch »Ichtys«) symbolisiert Jesus »Iesos Christos Theou Yios Soter«, auf Deutsch »Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter«. Ursprünglich jedoch lag der Sinn darin, dass man an Karfreitag fasten sollte. Fasten jedoch nicht in dem Sinne, wie es heute überall kommerziell vermarktet wird und auch nicht im Sinne der kompletten Enthaltsamkeit, sondern soweit, dass man an diesem Tag auf Luxus, wie etwa teures Fleisch, verzichten sollte. Fisch war ein wesentlich billigeres Nahrungsmittel und daher für diesen Tag ideal geeignet. Das dies heute sich ins Gegenteil gekehrt hat, ist vermutlich den wenigsten bewusst und eingeführte Bräuche werden in der Regel ja auch nicht hinterfragt, sondern gepflegt.

 

Österliche Glaskugeln

Heute weitgehend aus den Osterbräuchen verschwunden sind Glaskugeln, wie sie seit dem 12. Jahrhundert in Süddeutschland verwendet wurden. Bunte oder mit gefärbten Wasser gefüllte Glaskugeln aus venezianischen Glashütten wurden dabei aufs Grab gestellt und mit Öllämpchen von hinten beleuchtet. Dadurch entstand eine ganz eigentümliche Atmosphäre, geradezu mystisch. Vereinzelt findet man diesen Brauch noch abgewandelt in Vorgärten Süddeutschlands.

Der Karsamstag

Was ist der Karsamstag?

Der Karsamstag bezeichnet den ersten Tag nach dem Tod Jesu und ist der Tag der Grabesruhe. Fälschlich wird er oftmals auch als Ostersamstag bezeichnet. Der Ostersamstag jedoch ist der Samstag der auf Ostern folgt. Am Karsamstag finden keine Gottesdienste statt und auf den Kirchenaltären stehen keine Blumen und Kerzen. Da der Samstag der jüdische Ruhetag war (Sabbat) wurde Jesus noch am Freitag beerdigt. Am Karsamstag versteckten sich die Jünger um nicht Gefahr zu laufen, selbst am Kreuze hingerichtet zu werden. In der Osternacht kehren die verstummten Glocken beim Gloria wieder zurück.

Bräuche am Karsamstag

Das Osterfeuer

Vor Kirchen aber auch auf freiem Feld werden am Karsamstag häufig Osterfeuer entfacht. Ganz traditionell wird in manchen Teilen dieses mit Steinen gemacht, die sprühenden Funken sollen dabei die Auferstehung Christi aus dem Steingrab symbolisieren. Am Osterfeuer wird die Osterkerze angezündet die dann in die dunkle Kirche hineingetragen wird. Zum Brauch gehört manchenorts, dass Liebespaare gemeinsam über das Feuer springen, um so ein langes gemeinsames Leben zu erhalten.

Der Ostersonntag

Was ist der Ostersonntag für ein Feiertag?

Der Ostersonntag ist für vieledas Synonym für Ostern schlechthin, denn traditionell findet an diesem Tag das Osterfest statt. Am Sonntag entdecken die Frauen, dass das Grab in das Jesus gelegt wurde leer war. An diesem Tage ist Jesus von den Toten auferstanden. Dies ist das Zentrum des christlichen Glaubens. In den Kirchen beginnen die Feierlichkeiten in der Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag und damit fängt die Osterzeit an, die 50 Tage bis Pfingsten dauert.

Ostern wird an keinem Datum festgemacht, sondern ist abhängig vom Mondwechsel zwischen dem 22. März und dem 25. April. Somit ist der Sonntag, der auf den ersten Frühlingsvollmond folgt der Ostersonntag.

Bräuche am Ostersonntag

Das Ostereiersuchen

Viele Kinder freuen sich am Ostersonntag besonders auf das Ostereiersuchen. Für diejenigen, die die christliche Bedeutung von Ostern nicht wirklich interessiert, ist dies (erweitert durch viele Geschenke) ohnehin der Höhepunkt. Woher dieser Brauch kommt, ist jedoch nicht klar. Möglicherweise, so eine Theorie, stammt dieser Brauch aus dem Heidentum, der übernommen wurde, um die Konvertierung von Heiden zum Christentum zu erleichtern. Andererseits, haben sich während der Fastenzeit so viele Eier angesammelt, dass diesen an Ostern vielleicht automatisch eine gewisse Bedeutung zukam.

Das Osterlamm

Christus wurde von der Kirche bereits von Anfang an als »Lamm Gottes« bezeichnet und mit dem Opferlamm in Verbindung gebracht. Naheliegend ist es dann natürlich, dieses Symbol auch auf den Tisch zu bringen und ein Osterlamm zuzubereiten. Erleichternd hinzu kommt, dass Ostern in die Zeit fällt, die sich zum Schlachten von Lämmern gut eignet.

Der Ostermontag

Was ist der Ostermontag für ein Tag?

In vielen Ländern ist der Ostermontag ein gesetzlicher Feiertag. Er ist gewissermaßen eine Ergänzung zum Ostersonntag an dem Christus den Tod überwand. Er bezieht sich auf Erzählungen der Emmaus-Jünger zur Auferstehung Christi. Meist werden Feierlichkeit fröhlich und ausgelassen begangen, schließlich ist die Fastenzeit zu Ende. Da liegt es nahe, dass sich auch alreiche Bräche im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Bräuche am Ostermontag

Umzüge

In vielen Regionen finden verschiedene Umzüge statt, so etwa im Chiemgau wo beim Georgsritt mit etwa 500 Pferden symbolisch der Winter vertrieben wird. In anderen Gegenden werden beispielsweise vom Bauern die Felder umschritten.

Eierläufe

Im Unterfränkischen findet traditionell ein Eierlauf statt. Zuvor werden von jungen Männern morgens Eierspenden an den Häuser gesammelt. Die Läufer müssen eine bestimmte Strecken laufen, während die Sammler in dieser Zeit 75 Eier einsammeln müssen und in einen am Ausganspunkt stehenden Korb legen muss. Der Gewinner wird an diesem Tag mit Speis und Trank ausgehalten.

Ähnliches gibt es in der Eifel. Dort findet seit über 300 Jahren die so genannte Eierlage statt. Hier muss der Läufer 7,6 Kilometer zurücklegen und des Sammler 104 rohe Eier unversehrt aufsammeln.

Gerade für Ostermontag gibt es unzählige regionale Bräuche, die hier nicht in aller Kürze aufgelistet werden können. Hinweise zu besonderen Bräuchen dürfen natürlich gerne in den Komentaren gepostet werden.

In diesem Sinne »Frohe Ostern«

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