Wie entstehen Blitze?

An heißen Tagen steigt warme und feuchte Luft nach oben. Wenn der Wasserdampf in der kälteren Luft kodensiert, bildet sich eine sogenannte Cumuluswolke. Strömt die schwüle Luft dann noch weiter in die Höhe, bildet sich eine Gewitterwolke mit einem Dach aus Eiskristallen, die sich immer stärker positiv aufladen. Dagegen besteht die Unterseite der Wolke aus Wassertröpfchen, die negativ geladen sind.

Ist der Spannungsunterschied zwischen den beiden "Polen" groß genug, springt im wahrsten Sinne des Wortes der Funke über: ein Blitz entsteht. Liegt die Wolkenuntergrenze dann unter 3.000 Meter, entlädt sich der Blitz auf dem Boden.

Theoretisch würde der Blitz auf geradem Weg auf dem Boden einschlagen. Da er aber den Weg des geringsten elektrischen Widerstandes nimmt, entsteht die charakteristische Zackenform.

Die dabei entstehende Hitze dehnt die Luft schlagartig aus und durchbricht die Schallgeschwindigkeit von 330 Metern pro Sekunde. Es kommt zum Donner. Beide Phänomene entstehen gleichzeitig, allerdings bewegt sich das Licht viel schneller - Stichwort Lichtgeschwindigkeit - fort.

Entsprechend gilt die Faustregel: sieht man einen Blitz und zählt die Sekunden zwischen Blitz und Donner, so bedeuten drei Sekunden, dass das Gewitter ungefähr noch einen Kilometer
(3 x 330 m = 990 m) entfernt ist.

Blitzeinschläge in Deutschland

Wie oben erwähnt, schlug der Blitz in Deutschland im Jahr 2016 mehr als 430.000 Mal ein.

Der Landkreis Wesel in Nordrhein-Westfalen ist dabei Deutschlands Blitz-Hauptstadt 2016. Dort schlug der Blitz 4,1 pro Quadratkilometer ein. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Aschaffenburg in Bayern und Borken in Nordrhein-Westfalen mit 3,8 Einschlägen. Schlusslichter sind Flensburg, Frankfurt an der Oder und Fürth mit 0,2 bis 0,3 Blitzschlägen pro Jahr und Quadratkilometer.

Mit Blick auf die Bundesländer und die Blitze pro Quadratkilometer liegen Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen auf den ersten drei Plätzen. Am Ende der Liste stehen Thüringen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

 

(Bild: www.siemens.com/presse)

Vorsicht Lebensgefahr: so verhält man sich bei Gewitter

Ein Blitzschlag ist extrem gefährlich, bis zu 100 Millionen Volt und mehrere Zehntausend Ampere können durch den Körper strömen. Verbrennungen, Atemlähmung, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand können die Folge sein.

Beispiel Rock am Ring: Anfang Juni 2016 wurden die Besucher von einem Gewitter überrascht. Ein Blitzschlag verletzte 70 Menschen, acht von Ihnen schwer.

Was also tun, wenn man von einem Gewitter überrascht wird?

Im Freien empfiehlt es sich, in die Hocke zu gehen und die Füße zusammenzunehmen. Keinesfalls sollte man unter einem Baum Schutz suchen. Der Tipp, sich flach auf den Boden zu legen, gilt inzwischen als überholt, ja sogar gefährlich, denn man vergrößert die Angriffsfläche für den Blitz. Auch die Nähe zu stehenden und fließenden Gewässer sollte man - Stichwort gute Stromleitfähigkeit des Wassers - meiden. Schwimmen bei Gewitter ist natürlich absolut tabu.

In der Wohnung sollte man Fenster und Türen schließen und elektronische Geräte möglichst nicht verwenden.

Das Auto gilt als relativ sicherer Platz bei einem Gewitter, der Begriff des "faradayschen Käfigs" dürfte vielen Lesern bekannt sein. Der metallene Karosse leitet den Blitz ab, die Insassen sind geschützt. Allerdings sollte man keine Blechteile berühren. Auch muss man sich darüber im Klaren sein, dass bei einem Gewitter die Elektronik und die Reifen eines Autos Schaden nehmen können. Somit ist es empfehlenswert, das Auto bei Gewitter in der Garage zu lassen.

Sachschäden

Die Sachschäden, die durch Blitze verursacht werden, sind enorm. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sorgten 2015 Blitz- und Überspannungsschäden für Kosten von 220 Millionen Euro bei den Versicherern.

Glücklicherweise übernehmen in vielen Fällen die Wohngebäude- bzw. die Hausratversicherung die entstandenen Schäden der Verbraucher.

Unabhängig davon ist es aber natürlich ärgerlich, wenn Fernseher oder Computer von einem Blitzschlag zerstört werden. Um das zu verhindern, bietet der Elektrofachhandel eine große Auswahl an sogenannten Blitzschutz- oder Überspannungsschutzadaptern.

Auch kann es nicht schaden, regelmäßig eine Sicherheitskopie der Daten auf dem PC, Laptop und Smartphone vorzunehmen.

 

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