Die Titel der Siebziger

 

Es liegen lange Hörbücher vor, aber auch kurze, die an die Filme angelehnt sind. So darf hier schon angemerkt werden, dass die langen Hörbücher, die den tatsächlichen Inhalt der Books (verkürzt) wiedergeben, doch einen weit deutlicheren Eindruck machen kann. Sie besitzen sogar einen gewissen Charme und machen deutlich, dass sie sich nicht scheuen, ihre Inhalt in sozial brisante Gegenden zu verlagern. Genau genommen, hat man manchmal den Eindruck, dass die Hörbücher mit den Darstellungen im gleichnamigen Film nicht viel zu tun hat. (Es wäre interessant, ob es jemand schafft, aus den weniger klar dargestellten Teilen der Bücher aus den 60er und 70er Jahren, so interessante Werke zu schaffen, dass sie mit den Filmen der Jahrzehnte konkurrieren können? Man übersieht so leicht die darin vorkommenden, aus meiner Sicht wesentlichen und fortschrittlichen Elemente. Es müsste doch eine Möglichkeit sein, wenn man so viele nette junge Bond-Anwärter hat, sie die früheren, charmanteren – vielleicht auch Handlungs-reicheren – Ausgaben zu verfilmen. )

1979 - Der Spion, der mich liebte

James Bond, gerade in einer Liebesaffäre in Österreich verstrickt, wird umgehend von der Britischen Krone gerufen, um einen Auftrag auszuführen. Auf dem Weg zu M gerät er mit Borsov, dem Liebhaber der Majora Amasova in Konfrontation, die für Borsov tödlich endet.

Majora Amasova erfährt davon und möchte den Mörder ihres Freundes kennenlernen. 'M', derzeit auf der Flottenbasis, bittet die Herren an eine Seekarte, die den Kurs der 'Ranger' illustriert. Bond hat eine Folie mit, die den Kurs zeigt, der deckungsgleich mit dem anderen ist. Das bedeutet, dass die Russen den Kurs der britischen u-Boote orten können. Und zwar mit Hilfe der Hitzesensoren. Im Hauptquartier ist man empört. Denn die Briten haben ein Polaris Atom-Uboot verloren, das hatte sechzehn Atomraketen an Bord. Man schickt ihn gleich los.

Und irgendwoanders findet gerade ein Besuch von zwei Wissenschaflern bei ihrem Auftragsgeber statt, die ihm das Polaris-Ortungssystem in sein System eingebunden haben. Es gab aber Komplikationen, denn die Pläne wurden geleakt und am Markt angeboten. Da es offensichtlich die persönliche Assistentin war, die dessen verdächtig ist, landet sie im Haifischbecken des Herrn Stromberg. Die Unterwasserfestung taucht auf, um den Helikopter das Landen zu ermöglichen.

Sandor, einer Strombergs Helfer, bekommt einen Auftrag – er soll die verschwundenen Pläne wieder zurückholen (was ja heute praktisch ein Ding der Unmöglichkeit wäre, weil sie millionenfach geteilt werden würden) und alle Beteiligen eleminieren. Markowits und Beckmann explodieren in ihrem Helikopter, der sie zurück ans Festland bringen sollte. Stromberg hat damit die Mitwisser beseitigt und eine Menge Geld gespart. Das ist natürlich in krimineller Logik sehr effizient. 

Bond ist in der Wüste gelandet, wo sich ein Kollege und Informant versteckt, der einen Tipp bezüglich der Anbieter des Polaris-Ortungssystems hat. Er soll ihn bei einem Freiluftevent treffen, wo aber auch Majora Amasova zugegen ist. Nur der Kontaktmann ist schon tot!

 

1979 Moonraker- Streng geheim

 

Was sagt das Hörbuch: Das Royal Airforce Jet trägt ein Shuttle über den Atlantik. Doch im Shuttle sind zwei Passagiere, die des entriegeln und während des Fluges abkoppeln. Das Shuttle startet los, der Jumbo stürzt ab.

'M' wird informiert, dieser ruft sofort nach Bond. Der ist in einem Geschäftsflugzeug, das ihn aus Afrika zurückbringt. Der Flug scheint keine anderen Passagiere zu umfassen, denn die Piloten schnappen sich ihre Fallschirme und wollen aus dem Flugzeug springen, da kommt es zu einem Kampf, bei dem Bond sich mit einem Schirm retten kann. ER ist auch sofort bei 'M', um zu erfahren, dass der "Moonraker", ein Raumpendler, gestohlen wurde. Offenbar gibt es unterschiedliche Informationen für die Öffentlichkeit und den Secret Service Agenten. Bond wird losgeschickt um den Raumpendler zu suchen. Gebaut wurde das Shuttle von einem kalifornischen Unternehmen – und schon ist er wieder in einem Flugzeug!

Und so besucht er die üppigen Firmengelände in Kalifornien, und trifft Holly Goodhead (im Film von Lois Chiles verkörpert), danach aber auch Brasilien, wo er die Bekanntschaft Manuelas macht, einer dortigen Mitarbeiterin. Und überraschenderweise trifft er auch Holly Goodhead, die bei der NASA ausgebildet wurde, wieder. Das wahrhaft Wunderbare offenbart sich aber erst nach einer gewissen Zeit – die Stadt im Weltraum!

 

"Q"

Abteilung Q beziehungsweise der Chef dieser Abteilung gilt als heimlicher Star der Produktionen. Seine Bedeutung für den Erfolg der Filme ist unbestritten. Wenn da nicht in den Hallen des MI6 ein kleines Gadget entwickelt wird, das dem Agenten im Ernstfall den entscheidenden Vorteil verschafft! Tja, ob Abteilung Q in Wahrheit auch so erfolgreich war oder ob es nur insgeheim eine Akte "Q" gibt, die Unfälle mit den von der Abteilung entwickelten Gadgets dokumentiert, soll nur angedacht werden. Niemals würde man als Fan an diesem Denkmal kratzen und vermuten, dass es möglicherweise Agenten gab, die beim Raufhandel versehentlich dazu genötigt waren, das Handgelenk mit dem einen Mechanismus auslösenden Accessoire zu bewegen und sich zu verletzen. Keine Frage, wer die Gadgets nutzen wollte, musste clever sein, sich rasch was merken können und sich auf die neue Gegebenheit einstellen. (Würde 007 während einer Autofahrt "Q" anrufen, um zu erfahren, wo etwa das Öl für die Fahrbahn versteckt ist?) Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und auch die britische Intelligence besteht aus solchen.

 

Würde die Abteilung nicht versuchen, geheime Entwicklungen zu forcieren, würde der MI6 einen Wettbewerbsnachteil haben. Er wird sich wohl auch mit der Forschung und den Entwicklungen anderer Geheimdienste messen müssen, diese gar handeln und vergleichen, verbessern. So zählt der Bereich "Q", der zweifellos Generationen von Film-Fans begeistert zu einem der Erfolgsfaktoren der Produktionen. Es ist allerdings bekannt, dass eine Menge Agenten alljährlich ihr Leben lassen. Möglicherweise sind die Bücher auch Erinnerungshilfen an Mitarbeiter.

Autor seit 2 Jahren
137 Seiten
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