Wann ist ein Buchcover ein gutes Buchcover?

Buchcover-Gestaltung ist in erster Linie Kunst und Kunst ist Geschmackssache. Es gibt keine Regeln, die bei der Gestaltung beachtet werden müssen. – Könnte man meinen. In gewisser Hinsicht stimmt dies auch. Allerdings lassen sich bezüglich des Geschmacks durchaus Trends erkennen. Im Hinblick auf Komposition, Farbgebung sowie Bild- und Schriftwahl gibt es eine Mehrheit von Menschen, die ein gewisses Design als angenehm empfindet und eine gewisse Gestaltung als misslungen. Die Mehrheit bestimmt, was guter Geschmack und somit ein gutes Buchcover ist. Während ein Buchcover mit einem Landschaftsbild z.B. die Hälfte einer Gruppe anspricht, sagen bei einem pinken Buchcover mit neonroter Schrift nur noch zwei Prozent "das hat was". Ein Buchcover, das lediglich einen Bruchteil einer Gruppe anspricht, muss weder misslungen oder hässlich sein, denn Geschmäcker sind in der Tat unterschiedlich und können je nach Zeitgeist und Kultur deutlich variieren. Dennoch ist es für den Verkauf eines Buches hinderlich, wenn das Buchcover-Design von einer Mehrheit als misslungen empfunden wird. Gute Buchcover-Designer haben ein Gespür für gutes Design und bemühen sich, mit dem Buchcover die Mehrheit anzusprechen.

Buchcover Romance Fantasy (Bild: C's Cover Creation)

Ist ein schönes Buchcover auch ein professionelles Buchcover?

Zu einem professionellen Buchcover gehört mehr als nur ein schönes Design. Ein guter Buchcover-Designer hat auch Ahnung von der Technik und kennt sich mit Auflösungen und Druckerzeugnissen aus. Ein unscharfes oder pixeliges Cover wirkt unprofessionell, auch wenn das Design schön sein mag. Ein guter Buchcover-Designer verwendet ausschließlich hochauflösendes Bildmaterial. Er vermeidet bei der Platzierung von Schriften und Bildobjekten unschöne Überschneidungen und würde kein Textobjekt vor dem Auge eines Gesichts platzieren – es sei denn, er tut dies aus Absicht und will damit eine gewisse Wirkung erzielen. Zu kleine Schriften sowie ein detailreicher Hintergrund im Textbereich führen zu Unleserlichkeit und zeugen ebenfalls von Unprofessionalität. Des Weiteren bedenkt ein guter Buchcover-Designer mögliche Farbverschiebungen beim Druck. Wer mit dem Drucken von Bildern etwas Erfahrung hat, kennt es vielleicht, dass bei dem ausgedruckten Bild die Farben blasser oder dunkler sind, als sie am Bildschirm erscheinen. Oder ein schönes Blau bekommt einen violetten Stich. Ein professionelles Buchcover ist wichtig, weil der Leser anhand des Buchcovers auf den Inhalt schließen kann. Hinter einem professionellen Buchcover wird ein professioneller Text erwartet.

Cover Romantasy (Bild: Cs Cover Creation)

Ein Buchcover muss in der Masse auffallen und Aufsehen erregen! – um jeden Preis?

Es stimmt, dass das Überangebot an Büchern immer weiter wächst und jeder sich irgendwie von der Masse abheben muss, z.B. durch ein besonders auffälliges Buchcover. Ein weißes schlichtes Buchcover unter bunten und effektreichen Fantasy-Büchern ist auffällig, aber kommt es bei den Lesern an? Manche Antworten lassen sich nur durch Ausprobieren oder Umfragen herausfinden. Derartige Buchcover sind gewagt. Sie können durch ihre Andersartigkeit entweder besonders gut oder besonders schlecht ankommen. In der Masse aufzufallen, ist wichtig – besser positiv als negativ.

Beispiel Buch-Cover "Sanduhr"

Buch Cover "Sanduhr" (Bild: C's Cover Creation)

Ein gutes Buchcover spricht an – vor allem die richtigen Leser

Wie bereits erwähnt, sind Geschmäcker verschieden. Geschmäcker variieren je nach Menschengruppe. Kinder haben z.B. einen anderen Geschmack als Erwachsene, Frauen einen anderen Geschmack als Männer. Der Inhalt eines Buches richtet sich in der Regel an eine Menschengruppe, die ähnliche Interessen hat. Das Buchcover muss den Geschmack dieser Zielgruppe treffen sowie den Buchinhalt transportieren, um die Leute anzusprechen, die an dem Buchinhalt interessiert sein könnten. Ein guter Buchcover-Designer berücksichtigt dies und gestaltet ein Buchcover passend zum Buchinhalt, Genre, Altersgruppe, Geschlecht, Sprachebene und zur Stimmung des Buches. Bei der Gestaltung müssen nicht sklavisch Regeln eingehalten werden, aber sich an grobe Richtlinien zu halten, ist durchaus sinnvoll. Während bei Buchcovern für Fantasy-Bücher Farben und Effekte großzügig verteilt sein dürfen, sollte das Buchcover eines Sachbuches eher nüchtern gestaltet werden. Bei Kinderbüchern sind z.B. selbstgemalte Bilder in Ordnung, doch bei einem historischen Roman wirken sie fehl am Platz.

Mehr Informationen zum Thema "Buchcover" und seine Bedeutung für den Verkauf eines Buches finden Sie auf meiner Homepage www.buch-cover-design.de.

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