Der Duft von Orangen - Inhalt

Nachdem sie etwa zwei Jahre lang von diesen Aussetzern verschont geblieben war, zieht Emm in ihr erstes eigenes zu Hause und freut sich auf ein unabhängiges Leben. Zusammen mit ihrer besten Freundin Jen verbringt sie viel Zeit in ihrem Stammcafe und eines Abends wird sie dort auf einen unbekannten Mann aufmerksam. Jen erzählt ihr begeistert, dass es sich dabei um den berühmten Johnny Dellasandro handelt, einem ehemaligen Schauspieler, der mittlerweile eine Kunstgalerie leitet und ganz in der Nähe wohnt.

Der wunderschöne Johnny Dellasandro

Jen führt ihrer Freundin einige seiner alten Filme vor (B-Filmchen mit Ganzkörpereinsatz) und die verguckt sich ganz schnell in den extrem gutaussehenden Johnny - genauer gesagt, in sein jüngeres Ich aus den Filmen. Sofort fangen ihre Episoden wieder an, doch diesmal sind sie viel realistischer als früher.

In ihrer Fantasie landet sie in den späten 70er Jahren, und zwar genau vor Johnnys Haus. Immer wieder beamt es sie regelrecht in diese Zeit und schon während der ersten Episode zerrt sie den hübschen Johnny in sein Schlafzimmer, um mit ihm zu – na was wohl.

 

Emm verliebt sich in den jungen Johnny von damals und seinen Körper - doch der reale Johnny der Gegenwart verhält sich ihr gegenüber sehr kühl und abweisend. Erst langsam geht er auf ihre Annäherungsversuche ein, und dabei würde sie ihn doch so gerne f..... (das sind die Worte der Protagonistin, die offensichtlich die direkte Sprache bevorzugt).

Immer mehr verschwimmt die Grenze zwischen Gegenwart und Fantasiewelt, immer häufiger passieren Dinge, die sich Emm nicht erklären kann. Erst Johnny bringt am Ende der Geschichte Licht ins Dunkel.

Kritik

Die Idee für diese Geschichte ist eigentlich genau nach meinem Geschmack, Ich habe mich sofort auf dieses Buch gestürzt, denn schließlich habe ich ein Faible für die 60er und 70er Jahre und auch das Cover fand ich extrem ansprechend.

Die Geschichte über eine Frau, die immer wieder lebendige Halluzinationen erlebt und dadurch den jungen heißen Johnny in den 70er Jahren kennenlernen darf, ist eigentlich eine super Vorlage für einen spannenden Liebesroman. Leider ist die Umsetzung nicht so ganz gelungen, die versprochenen Einblicke in die 70er Jahre sind extrem dünn und auch die Ausdrucksweise der Protagonisten hat meiner Meinung nach nicht immer ganz gepasst.

Sarah Jessica Parker lässt grüßen

Die plumpe Sprache Sex-Sprache ("F...", "Schw..." und "M...")  hat einiges an Stimmung und Romantik zerstört, auch hat sich die Autorin zu sehr auf Nebensächlichkeiten konzentriert. Ich habe zwar nichts gegen eine direkte Ausdrucksweise - wenn sie passt. In diesem Buch fand ich sie nicht wirklich passend, und vor allem hätten auch ein paar Synonyme für gewisse körperliche Aktivitäten und Körperteile ganz gut getan. Das ist schade, denn dieses Thema schreit förmlich nach einer spannenden Story.

 

Auch fand ich die Protagonistinnen nicht ganz glaubhaft. Sie kamen mir oft wie 18-jährige Mädchen vor, dabei sollen sie doch schon Anfang dreißig sein. Am meisten hat mich das ständige Geplapper gestört und von den Freundinnen-Gesprächen über ihre Klamotten und "du siehst süß aus", will ich gar nicht reden.

 "Der ist voll verliebt in dich. In echt." - Hab ich erwähnt, dass die Damen Anfang 30 sind?

 

 

 

 

Zu viel Kaffee und Zucker...

 

Der andere Punkt, den ich  schon von Anfang an als nervig empfunden habe,  sind die vielen Ausschmückungen der Nebensächlichkeiten. Vielleicht wollte Megan Hart das Buch unbedingt auf über 300 Seiten aufblasen, weshalb die Protagonisten ständig Essen. Da wird ausführlich beschrieben, wie jemand Kakao trinkt, sich den Mund abwischt, in den Muffin beißt und so weiter.

Solche unwichtigen Handlungen wie Fingerabwischen, Essen oder Kaffeetrinken werden normalerweise nur dann ausführlicher beschrieben, wenn sie für die Handlung wichtig sind, etwa, weil sie ein wichtiges Detail darstellen, dass später zur Auflösung führt oder Person A es unglaublich anziehend findet, wie sich Person B die Haare aus dem Gesicht streicht.

 

Manchmal setzt man diese Elemente auch bewusst ein, um die Leser zu verwirren und Spannung aufzubauen, so wie es in vielen Horrorgeschichten der Fall ist. Oder, man macht es wie Megan Hart und schreibt gefühlt ein Drittel des Buches über vollkommen unwichtige Alltäglichkeiten, um die Dialoge mit Handlung zu füllen. Und das ist extrem schade, denn ansonsten wäre es ein interessante Geschichte über Zeitreisen, Seelenwanderungen und eine große Liebe.

...und leider zu wenig Flower-Power 

Ich hätte mir mehr Eindrücke und Beschreibungen der 70er Jahre gewünscht, doch das kam viel zu kurz. Es spielte sich immer nur in Johnnys Haus ab und außer dem Kiffen, der Kleidung und Johnnys Frisur war`s das auch schon.

 

                             "Dort taucht sie ein in das Flower-Power-Gefühl einer Generation".

Und hier irrt sich der Klappentext gewaltig, denn ihre Reisen führen ins Jahr 1978 - zu dieser Zeit war die Flower-Power schon längst zu Ende.

Die Figur des Johnny hätte etwas mehr herausgearbeitet werden können, vor allem seine Reaktionen, als er Emm in diesem Café begegnet. Das wurde meiner Meinung nach nicht ganz glaubhaft gelöst, auch die Auflösung am Ende der Geschichte kommt nicht so recht zur Geltung.

Meiner Meinung nach könnte die ganze Geschichte besser strukturiert sein und auf den Punkt gebracht werden. 

Fazit:

Tolle Idee, schöner Titel und ein fantastisches Cover - leider etwas zu  langatmig und schöne Momente wurden gnadenlos durch Muffins, Geplapper und ein bisschen zu viel Verworrenheit anstelle einer klaren Struktur zerstört.  Aber das ist nur mein Eindruck  - viele Leserinnen  mögen es, wenn die Heldinnen der Geschichte sprechen wie Carrie Bradshaw und ihre Freundinnen, sich wie Teenies  verhalten oder sich alles möglichst lange hinzieht und möglichst oft die Worte mit "F", "Schw" und "M" fallen.

               Am besten, Sie überzeugen sich selbst und werfen einen Blick in die Leseprobe.

Titel: Der Duft von Orangen

Autor: Megan Hart

Länge: 352 Seiten

Verlag: MIRA Taschenbücher

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Grace, am 22.07.2013
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