Intro

Christopher Plummers frühe Lebensdaten sind nicht gar so verlässlich, viel mehr aber die Karriere, die schon mit frühen Bühnen und Fernsehrollen versehen ist. Auch Erfahrung beim Radio konnte der im Jahr der Wirtschaftskrise, 1929, Geborene sammeln. Shakespeare-Rollen schienen ihm zu liegen und so entwickelte er sich rasch zum Theaterstar, denn männliche Darsteller waren rar und Plummer fesch und vielseitig.

 

Die erste TV Rolle bekam er mit einem Auftritt in einer Folge einer Serie des Ford Television Theater. 1954 war er noch am Broadway zu sehen, schon war er so beliebt, dass man ihn auch in Filmen sehen wollte. Dafür zeichnete Sidney Lumet verantwortlich, der ihn für "Eines Tages öffnet sich die Tür" holte (1958). Im selben Jahr erschien "Wind Across The Everglades" (1958). Nach einigen Jahren in denen er selbst darauf zu warten schien, dass sich die Tür wieder öffnet, dann der in Österreich beliebte Streifen: "Meine Lieder – Meine Träume" (The Sound Of Music, 1965). Oh, wie wir lieben, wenn sich versierte Schauspieler als Österreicher präsentieren. In diesem Fall an der Seite der auch international erfolgreichen Julie Andrews, die sich als Nonne in ein Versprechen wagt, das für die Kinder und sie beide fröhlichere Tage verspricht.

 

Bio'

 

Immer wieder mischen sich Filme mit militärischem bzw. kriegerischem Hintergrund in sein Portfolio, wie zB 1964 "Der Untergang des Römischen Reiches" und "Die Nacht der Generäle", ein Jahr später und schließlich "Waterloo" (1970). Mit "Der Eddie Chapman-Story", die in unseren Breiten als "Spion zwischen zwei Fronten" in den Äther schallte, wurde er in Österreich zwar bemerkt (schließlich spielte er an der Seite der "Österreichischen Prinzessin" Romy Schneider, allerdings hinterging er sie auch mit einer Französin), waren unsere Hoffnungen wieder relativiert.

 

Mit den Achtzigern begann eine eher "emotionale Phase" im Schaffen des Urenkels des ehemaligen kanadischen Premiere John Abbott. Er stellte eine Reihe Ehemänner dar, die in (mitunter üble) Geschichten verstrickt waren. Zwar waren diese Charaktere auch mitunter keine "guten Ehemänner", wie im Falle von "Dial "M" for Murder", doch gefällt er in dieser Rolle. Vielleicht, weil er auch privat in dieser Rolle durchaus ein wenig mehr fußfasste.

Mitte der 1960er Jahre ehelichte er Tammy Grimes. Er wurde schon in den späten 50ern Vater einer Tochter, doch heiratete er 1962 eine Journalistin. In der dritten Ehe, die ab 1970 geführt wurde, entstanden die im folgenden kurz vorgestellten Werke. Es sind nur einige Exemplare mit Charme der 80ies, der sich hier zeigt. Arthur Christoph Plummer war durchgehend in Filmen, Fernseherollen und auch am Theater zu sehen, ehe ihn am 5. Feber 2021 der Tod ereilte. Er hinterlässt ein umfassendes filmisches Werk und den einen oder anderen Bezug zu Österreich. 

 

1981 - Dial "M" for Murder

An der Seite von Angie Dickinson wird er zum Planer des Mordes – an seiner Ehefrau. Er scheint zufrieden sein zu können. Er hat es zu was gebracht, wie man so schön sagt: Ein tolles Haus, eine wunderschöne Ehefrau, ein Leben im gehobenen Ambiente, Mitgliedschaften in den "Clubs", dennoch – er beauftragt einen Bekannten, seine Frau während eines Telefonanrufes zu erdrosseln. Er ruft an, doch die Sache geht schief: Anstatt seiner Gattin, stirbt der Täter – das ist wirklich ein Mißgeschick, denn einerseits ist er so verdattert, dass er seinen ersten Fehler begeht – er meldet sich am Telefon und will wissen, was passiert ist. Das macht die Ehefrau stutzig.

Auch einen genauen Inspektor irritiert er mit seinen sich ändernden Geschichten, die sich offenbar nicht mit dem decken, was man normalerweise als unschuldiger Mordversuchsbeteiligter tut. 

 

IMDB: Bei Anruf Mord

 

1983 - The Scarlet and The Black

Starbesetzt ist dieses Drama, in dem Gregory Peck als Monsignore O'Flaherty seinen Dienst in Rom antritt. Er setzt sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten für vor dem Regime flüchtende Österreicher ein, die als Juden den Weg in den Untergrund und von dort ins Ausland finden. Er bringt sie unter, versucht ihnen neue Gewänder zu geben und neue Aufgaben.

Der Gegenspieler ist Colonel Kappler (Christopher Plummer) der mit seiner Familie nach Rom versetzt wird und seinerseits für die Sicherheit sorgen soll. Er hält viel von der Möglichkeit frei zu reisen und genießt seinen Aufenthalt in der Ewigen Stadt. Es heißt, die Sicherheit der Flüchtenden sei gewährleistet (garantiert!) und dennoch, fordert er dafür Gold in hohen Mengen.

Doch eines Tages: O'Flaherty, der einen Kreis an Verschwörern um sich geschart hat, die für die Flüchtlinge sorgen – wird er Augenzeuge, wie eine Menge bewaffneter Offiziere das Viertel stürmen, in denen die Flüchtenden untergebracht wurden. Es wird ein Haus nach dem anderen gefilzt und tatsächlich finden sich einige Fliehende, die nicht gewarnt wurden. Die Flüchtenden, die O'Flaherty dort untergebracht hat allerdings, konnten rechtzeitig gewarnt werden. Nun weiß der Monsignore, dass er nicht auf den Pakt vertrauen kann, die "Garantien" wertlos. Ein Katz-und-Maus-Spiel entwickelt sich, bei dem Col. Kappler Auftrag gibt, O'Flaherty zu inhaftieren, doch er entkommt gewitzt und foppt so seinen Verfolger, dem er in Abendveranstaltungen und Theatervorführungen begegnet, sich aber meist förmlich gibt.

 

The Scarlet and the Black (TV Movie 1983) - IMDb

 

1984 – Lily in Love

Die bemühte Ehefrau Lily (Maggie Smith) ist mit einem Theaterschauspieler (Christopher Plummer) verheiratet, der sich über mangelnde Allüren nicht beklagen kann. Sie ist es, die ihm – abgesehen von Shakespeare und anderen Stückeschreibern – die aktuellen Rollen schreibt. Aber, sie sind an einem Punkt, an dem sich die Karriere des Gatten überholt hat und die Ehe auch – er sagt, er braucht keinen Editor mehr.

Lily entscheidet nach einer Premiere bei seinem Manager zu übernachten, nur damit sie sich nicht wie eine alleinstehende Frau fühlen muss. Aber – obwohl es Frauen gibt auf dieser Feier – bleibt ein junger Schauspielkollege bis zum Schluss, der ihn betrunken nachhause geleitet. Er scheint die Rollen noch zu beherrschen, mit denen er groß geworden ist. Er zitiert aus Stücken und fragt ihn, wer seine Idole sind: Er nennt De Niro, doch er sieht sich als Kollege von Cagney und Bogart – also einer andern Generation. Also erwacht er allein auf dem blauen Filz des Billardtisches und liest, was seine Frau geschrieben hat, die eben nachhause kommt – obwohl er dreimal notiert hat, dass er die Hände davon lassen soll!

Nun, er stellt fest, dass sich Lily einen anderen Hauptdarsteller vorstellt und übt Italienisch, um sich in den Schauspieler Roberto Terranova zu verwandelt, was einiges an "Einlesen" in italienische Lebenskunst erfordert. Sie entscheidet, sich Terranova anzusehen und schon sind sie in Budapest gelandet, wo sie in der Umgebung ihren Drehort vorfinden. Sein Italienisch ist so schlecht, dass sein Manager meint, die italienisch-sprechenden Ungarn könnten ihn für bekloppt halten ...

 

Lily in Love (1984) - IMDb

Laden ...
Fehler!