Der Weg der Steine

Die Wanderung der Steine beginnt stets auf die gleiche Weise. Bei Erosionen brechen die 15 kg bis 350 kg schweren Felsbrocken von den Bergen am Rande des Tales ab. Dann beginnt ihre Reise, Ein paar von ihnen bewegen sich schnurgerade durch die Ebene, andere schlagen Kurven ein oder bewegen sich im Kreis. Einige der Felsen wandern gar gemeinsam und bewegen sich, so scheint es, vollkommen synchron mit einem anderen Felsen voran. Bislang konnten die Steine noch nicht in Bewegung beobachtet werden. Es gilt trotzdem als erwiesen, dass sich einige der Gesteinsbrocken mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7 km/h durch die Racetrack Playa bewegen können. Schwerere Steine bewegen sich dabei grundsätzlich schneller, als die etwas leichteren. Während der Weg der meisten Steine an Hand ihrer hinterlassenen Spur durch die Ebene verfolgt werden kann, sind manche Felsen am Ende ihrer Reise vollkommen verschwunden. Am Ende ihrer Spur lässt sich kein Stein mehr auffinden. Das vermeintliche Verschwinden einiger Steine, ist ein weiteres Mysterium, das die Forscher zu ergründen versuchen.

Zwei wanderene Felsen (Bild: © Daniel Mayer)

Erklärungsversuche

Zahlreiche Theorien versuchen das Phänomen der wandernden Felsen zu erklären. Von Magnetfeldern, Aliens und Tieren, die die Steine bewegen, ist die Rede. Die gängigste Theorie geht davon aus, dass die Steine von Wind und Eis fortbewegt werden.

UFO-Theoretiker behaupteten in den 60er und 70er Jahren, dass die Steine von Aliens bewegt werden, die uns damit Symbole und Zeichen hinterlassen wollen. Diese Mutmaßung wurde bei den ersten wissenschaftlichen Untersuchungen jedoch ebenso schnell verworfen, wie die Idee, dass Tiere die Steine voran schieben könnten oder das Material der Steine die Bewegung verursacht. Auch Theorien, die eine bestimmte Strahlung oder das Bestehen von Magnetfeldern als Ursache für die Wanderungen der Steine ansahen, hielten den Untersuchungen nicht stand. Für sie konnten bis heute keinerlei Anhaltspunkte gefunden werden. Schon lange Zeit gehen die Wissenschaftler deshalb davon aus, dass nur der Wind die Ursache für das Wandern der Felsen sein kann. Allerdings scheiterte diese Theorie zunächst daran, dass Windgeschwindigkeiten von bis zu 800 km/h von Nöten wären, um die Steine zu bewegen. Die Steine könnten dann nur bei einem der im Death Valley häufig auftretenden Orkane wandern. Bewegungen der Felsbrocken wurden jedoch auch in der Zeit zwischen zwei Stürmen registriert. Deshalb entwickelten neuere Hypothesen die Theorie weiter. Sie gehen davon aus, dass Regen und bestimmten Bakterien dafür sorgen, dass auf dem Boden der Racetrack Playa eine Art Schmierfilm entsteht, der die Reibung zwischen Felsbrocken und Sand verringert. Dadurch ist nur noch eine geringere Windstärke von bis zu 100 km/h nötig, um einen Stein wandern zu lassen. Doch aus für diese Theorie fehlen bis heute richtige Anhaltspunkte. Die neuste und wahrscheinlichste Theorie stammt von der NASA. Diese nahm sich vor, das Rätsel im Tal des Todes zu lösen. Hierzu schickte sie ein Team von US-Studenten diverser Hochschulen in das Tal und ließ sie die Vorgänge dort genausten untersuchen. Am Ende entwickelten sie die Idee von dem durch den Regen entstandenen Schmierfilm fort. Nach ihren Forschungen geht der NASA-Geologe Gunther Kletetschka davon aus, dass die Felsen bei Stürmen im Winter auf eine Eisschicht geraten. Diese Eisschichten werden von dem nach strömenden Wasser angehoben und auf diese Weise durch das Tal bewegt. Die Hyphothese von Kletschka hat allgemeine Zustimmung erfahren, da sie auch Randphänomene, wie das Verschwinden von Steinen zu erklären vermag. Der endgültige Beweis für die Vermutungen fehlt jedoch auch hier.

Bis das Phänomen um die wandernden Steine tatsächlich gelöst ist, wird wohl noch einige Zeit vergehen, da das Gebiet der Racetrack Playa unter Naturschutz steht und die dauerhafte Installation von Kameras in der Ebene verboten ist. Es ist deshalb nahezu unmöglich, die Steine bei ihrer Wanderung zu beobachten und ihr Geheimnis endgültig zu lüften.

 

 

Autor seit 4 Jahren
12 Seiten
Laden ...
Fehler!