Nichts ist unmöglich - mit Silberoxidzellen

Petri FTEdenn im Netz der Netze finden sich einige Lösungen, wie diese Kameras trotzdem heute verwendet werden können (eine ergiebige Quelle mit Erfahrungsberichten sind die Foren zur analogen Fotografie).

So wird beispielsweise der Einsatz von Adaptern welche die Verwendung, auch baulich kleinerer, der heute verwendeten 1,5 V Silberoxydzellen erlauben vorgeschlagen.
Diese Adapter sind als Fertigprodukte erhältlich, können aber auch mit mehr oder weniger großem Aufwand selbst hgergestellt werden.
Damit alleine ist allerdings die Spannungsfrage noch nicht vom Tisch:
Zwar kann nun die Kamera mit handelsüblichen und umweltfreundlicheren Silberoxydzellen betrieben werden, allerdings führt die um 0,15 V höhere Spannung oftmals zu falschen Meßwerten. Von Fehlbelichtungen bis zu zwei EV wird berichtet.

Um dieser Problematik Herr zu werden, wird von einigen Fotografen und Fachleuten die Umrüstung der Kamera im elektronischen Bereich empfohlen. Hierbei wird mittels Dioden bzw. Vorwiderständen versucht, den erforderlichen Spannungsabfall von 0,15 V herbeizuführen. Es wird allerdings berichtet, daß es beim Einsatz solcherart modifizierten Kameras in kalter oder sehr warmer Umgebung zu falschen Meßwerten kommen kann, da der Spannungsabfall auch durch die Temperatureinwirkung auf die eingesetzten Dioden beinflusst wird.
Die Umrüstung kann mit ein wenig handwerklichem Geschick und elektrotechnischen Kenntnissen durchaus selbst vorgenommen werden aber auch der eine oder andere Fachbetrieb bietet diese Umrüstung zum Preis zwischen 30 und 40 Euro an.

 

 

Es geht auch anders - mit Zink-Luft-Zellen

Rollei 35Wer seine Kamera aus Werterhaltungs- oder sonstigen Gründen jedoch nicht modifizieren will, findet vielleicht, im Einsatz der sogenannten Zink-Luft-Zellen die optimalste Lösung :

Zink-Luft-Zellen werden von Herstellern wie z.B. VARTA oder WEINCELL angeboten und zeichnen sich durch eine hohe Kapazität und geringe Selbstentladung aus.
Diese Zellen benötigen Sauerstoff um ihre Arbeit aufnehmen zu können, weswegen sie mit winzigen "Atemluftlöchern” versehen sind. Vor der Inbetriebnahme muß eine Schutzfolie entfernt werden. Die Batterie benötigt einige Sekunden, bis sie ihren volle Leistung abgeben kann. Der Nachteil dieser Batterie ist, daß sie sich, solange sie mit Sauerstoff versorgt wird, verbraucht. Diesem kann man wohl zu einem gewissen Grad entgegenwirken, indem man die Luftlöcher der Batterei bei Nichtgebrauch verschliesst (Siehe hierzu die Info der Firma VARTA).

Nach meinen Recherchen führt zwar die Firma VARTA keine für unsere Kameras passenden Batterien, jedoch liefert die Firma Micro-Tools Europe GmbH in Ochtrup Batterien der Firma "WEIN cell”.

Allerdings ergibt sich auch bei dieser Lösung noch ein kleines Problem :
Zink-Luft-Batterien benötigen, wie bereits erwähnt, Sauerstoff um ihrer Funktion nachkommen zu können.
Je nach Einbaulage in der Kamera, kann es Berichten zufolge passieren, daß die Batterie zu wenig oder sogar keine Spannung liefert, da der notwendige Sauerstofftransport nicht ausreicht. Ich habe allerdings in diesem Zusammenhang auch Berichte gelesen, daß Batterien, welche einem reduzierten Luftaustausch ausgesetzt sind, problemlos funktionieren aber länger halten (bis zu einem Jahr) als Zellen, welche immer ausreichend Sauerstoff bekommen. Sofern es hier zu Versorgungsproblemen kommt, haben den Berichten zufolge, kleine Bohrungen in der Schraubkappe des Batteriefaches das Problem behoben.

Zusammenfassend ist es wahrscheinlich notwendig, daß jeder Fotograf seine eigenen Erfahrungen macht. In diesem Zusammenhang würde ich mich sehr über weitere Erfahrungsberichte zu den einzelnen Kameratypen freuen, welche ich auf Wunsch auch gerne publiziere.

Der guten Ordnung halber sei erwähnt, daß alle Angaben ohne Gewähr und die Anwendung jeder hier beschriebene Modifikation / Lösung auf eigene Gefahr erfolgen.

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