Pädagogisch wertvolles Spielzeug

Das Schaukelpferd schult Motorik und fördert Kreativität

Viele Eltern suchen als Geschenk für ihre Kinder nicht nur schönes oder lustiges Spielzeug, auch Elektronik muss nicht unbedingt sein, sondern Spielzeug, das dem Kind Freude bereitet und gleichzeitig pädagogisch wertvoll ist. Wer Kinder beobachtet, sieht, dass sie gerne (am Tisch zum Leidwesen des Vaters …) schaukeln oder wippen. Außerdem lieben die allermeisten Kinder Tiere, wobei das Pferd ganz weit oben steht. Die Verbindung ist eigentlich sehr schnell hergestellt – ein Schaukelpferd. Schaukelpferde kombinieren in der Tat ganz unterschiedliche Aspekte und sind weit mehr als bloß Spielzeug. Als Weggefährden begleiten sie die Kindertage und gehören zu den Dingen, an die man sich auch im Alter noch gerne zurückerinnert. Nicht selten findet man beim Stöbern auf Großvaters Dachboden noch ein schönes altes Schaukelpferd aus dessen Kindheit. So etwas kommt nicht von ungefähr.

Beim Spielen mit dem Schaukelpferd wird ganz unbewusst und nebenbei der Gleichgewichtssinn und die Koordination des Kindes geschult. Die Bewegungsabläufe beim scheinbar harmlosen Schaukeln sind relativ komplex, die Entwicklung der Motorik kann dadurch hervorragend gefördert werden und das bei maximalem Spaß. Auch für die Körperhaltung und zur Kräftigung der Rückenmuskulatur trägt das Schaukelpferd bei, denn wippende Kinder richten sich automatisch in der Bewegung auf.

Und weshalb sollte man den Bewegungsdrang eines Kindes bremsen indem man ihm unnötigen Elektronikkram schenkt, vor dem es dann stundenlang bewegungslos sitzt?

Schließlich wird auch die Kreativität und Phantasie gefördert, denn ein liebgewonnenes Spielzeug kann sehr viele Eigenschaften besitzen oder annehmen. Gerade bei etwas größeren Kindern nehmen Rollenspiele – ob alleine oder mit anderen – einen wichtigen Platz beim Spielen ein. Dann geht es vordergründig nicht mehr nur ums Schaukeln selbst, sondern das Schaukelpferd wird zum tapferen Tier des Ritters, zum treuen Begleiter des Indianers oder zum Lieblingspferd der schönen Prinzessin. Nichts ist vorgegeben, alles kann sein und das Kind wird zu seinem eigenen Regisseur und Spieleentwickler.

Fast wie bei einem richtigen Tier bauen Kinder zu ihrem Schaukelpferd eine innige Beziehung auf. Es erhält einen Namen, wird gefüttert, gestriegelt, geherzt und vor anderen beschützt. Die meisten Kinder nehmen diese "Aufgabe" sehr ernst und lernen damit ganz automatisch Verantwortung zu übernehmen.

Welche Schaukelpferde gibt es?

Das klassische Schaukelpferd vs. moderne Technik

Keine Frage, wer durch einen Spielzeugladen geht, muss sich manchmal verwundert die Augen reiben. Was dort angeboten wird ist einerseits enorm vielfältig, zeugt andererseits oftmals von unsäglicher Blödheit. Besonders traurig, wenn die Jahrhunderte währende Beliebtheit eines Spielzeugs dazu führt, es der modernen Zeit scheinbar anzupassen, um noch mehr davon zu verkaufen. Kein Wunder, dass es auch das Schaukelpferd längst in elektrischer Version gibt. Sicher, es hat ohne Frage etwas Faszinierendes wenn sich so ein Pferd von selbst bewegt und bietet dem Kind garantiert zumindest einige Zeit Spaß. Auch Effekte wie Wiehern, Galoppgeräusche, klapperndes Gebiss oder ein wedelnder Schweif auf Knopfdruck sind ganz lustig. Allerdings nehmen sie dem Kind einen Großteil der eigenen Bewegung, geben bestimmte Muster bzw. Abläufe vor und fördern nicht gerade die Kreativität. Daher ist das klassische Schaukelpferd dem elektrischen sicherlich vorzuziehen, wobei die Ausführung ganz unterschiedlich sein kann.

Schaukelpferd aus Holz

Das klassische und zugleich beliebteste Schaukelpferd besteht nach wie vor aus Holz. Die Formen können dabei ganz unterschiedlich sein, wobei die gebogenen Kufen als Grundprinzip alle vereint. Holz, ob Natur oder farblich behandelt, ist für die haptische Wahrnehmung grundsätzlich ein gutes Material. Bei lackierten Schaukelpferden sollte man jedoch darauf achten, dass sie auch schadstoffgeprüft und vor allem bei Kleinkindern, speichelgeprüft sind.

Schaukelpferd aus Plüsch

Wer es ein bisschen realistischer haben möchte, wird sich für ein Schaukelpferd aus Plüsch entscheiden. Die Auswahl ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und hat Modelle hervorgebracht, die auch manchen Erwachsenen ins Schwärmen kommen lassen. Mit langen Mähnen, in allen Farben und teilweise sogar mit richtigem Sattelzeug sind sie echte Hingucker. Gerade in diesem Bereich finden sich die meisten Exemplare, die Effekte »an Bord« haben, deren Sinn man, wie erwähnt, auch zumindest vorsichtig in Frage stellen darf.

Schaukelpferd aus Kunststoff

Natürlich gibt es heutzutage auch Schaukelpferde die aus Kunststoff gefertigt sind. Darunter findet man viel Ramsch in quitschbunten Farben und oftmals wenig liebevoll gestalteter Ausführung aber auch solche, die dem klassischen Holzschaukelpferd nachempfunden sind. Der praktische Vorteil ist dabei der häufig günstigere Preis, die Reinigungsfreundlichkeit und das Gewicht. Ob man Kunststoff mag oder nicht ist dabei wie immer eine Geschmackfrage.

 

Schaukelpferde für jedes Alter

Schon für die ganz Kleinen gibt es Schaukelpferde, die allerdings eher eine Mischung aus Pferd und Stuhl sind, aber den Kindern nichtsdestoweniger Freude bereiten. Aber auch kleinere Exemplare von »richtigen« Schaukelpferden gibt es, die dann mit einem Schutzring versehen sind, aus dem das Kind nicht herausrutschen kann.

Eine Liste der auf Amazon beliebtesten Schaukelpferde finden Sie hier

Seit wann gibt es Schaukelpferde?

Vermutlich wurden die ersten Schaukelpferde im 17. Jahrhundert in den USA hergestellt. Zuvor gab es aber schon ähnliches Spielzeug, jedoch nicht auf Kufen sondern auf Rädern, deren Geschichte bis in die Antike zurückreicht. Bereits Horaz beschreibt Holzpferde auf Rädern. Zu uns kamen die Schaukelpferde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über England hauptsächlich in waldreiche Gebiete, wo sich eine kleine Industrie entwickelte. Insbesondere der Harz, das Erzgebirge und Thüringen sind für dieses Holzspielzeug schon früh bekannt. In dieser Zeit waren Schaukelpferde dennoch keinesfalls Produkte für die breite Masse sondern exklusive Spielgeräte für reiche Leute, die es sich leisten konnten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete sich das Spielzeug dann sehr schnell und bald fand sich in fast jedem Haushalt ein Schaukelpferd – ein Trend der zurecht bis heute anhält.

 

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