Sonnenuntergang im Watt

Sonnenuntergang im Watt (Bild: clareich / Pixabay)

Austernfischer

Austernfischer (Bild: Frauke / Pixabay)

Niemals alleine ins Watt gehen! - Zu groß ist die Gefahr, von der Flut überrascht zu werden!
Urlauber sollten unbedingt nur mit ...

Urlauber sollten unbedingt nur mit ortskundiger Begleitung ins Watt gehen (Bild: Hans / Pixabay)

Wichtiger Lebensraum für viele Tierarten

Für Vögel ist das Wattenmeer von immenser Bedeutung. Zugvögel aus dem hohen Norden machen hier Rast bei ihrer Wanderung in die Überwinterungsgebiete und suchen im Schlick nach Nahrung. Manche der nordischen Zugvögel verbringen auch den Winter an einigen Stellen im Gebiet der deutschen Wattenmeer-Nationalparks – wie der Meerstrandläufer oder der Knutt.

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Zahlreiche Vogelarten leben zur Brutzeit auf den Inseln des Wattenmeers, und verbringen den Winter als Zugvögel in südlichen Gefilden – wie die Küstenseeschwalbe, der Kampfläufer oder die Austernfischer. Und schließlich gibt es auch Vogelarten, die das Wattenmeer ganzjährig zu ihrem Lebensraum erkoren haben – von Ornithologen werden solche Vögel Jahresvögel genannt – wie die seltene Brandgans oder die Silbermöwe. Auch andere Möwen brüten auf den Inseln im Wattenmeer, wie die Heringsmöwe. Die große Mantelmöwe brütet hier nicht, taucht aber häufig an der deutschen Nordseeküste auf.

Silbermöwe (Bild: Hans / Pixabay)

Küstenseeschwalbe (Bild: Frauke / Pixabay)

Aber auch für Meeressäugetiere ist das Wattenmeer lebenswichtig. Seehunde brauchen die Sandbänke als Rast- und Ruheplätze sowie zur Aufzucht ihrer Jungtiere. Nahrung finden die ruhebedürftigen und störungsanfälligen Robben in den Küstengewässern. Offensichtlich werden auch die hier einst verbreiteten Kegelrobben wieder zurückkehren, denn immer mehr Tiere dieser Robbenart werden an der deutschen Nordseeküste gesichtet. Sogar die kleinen Schweinswale, die nicht größer als 1,85 Meter werden, kommen im Küstengebiet der südlichen Nordsee vor.

 

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Der Schweinswal - ein kleiner Wal auch an deutschen Küsten

Vielen Einwohnern Deutschlands ist vielleicht nicht bekannt, daß auch in den deutschen Küstengewässern der Nord- und Ostsee Wale vorkommen - die kleinen Schweinswale

Gewöhnliche Schweinswale (Phocoena phocoena) sind kleine, aber richtige Wale, die im allgemeinen nicht länger als 1,85 Meter werden. Durch ihre kleine Körpergröße sind sie bestens an das Leben in Küstengewässern angepasst. Manchmal werden die kleinen Meeressäuger auch "Braunfische" oder "Kleine Tümmler" genannt. Aristoteles, der große griechische Gelehrte der Antike, soll sie "Meerschweine" genannt haben. So kamen die kleinen Wale zu ihrem deutschen Namen. In deutschen Küstengewässern sind sie besonders im "Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" anzutreffen, am meisten bei den Inseln Sylt und Amrum.

 

Wie erkennt man Schweinswale?

Ihr Körpergewicht beträgt im Durchschnitt etwa 50 bis 60 Kilogramm, und nur äußerst selten werden manche Tiere bis 90 Kilogramm schwer. An Körperlänge erreichen die kleinsten unter den Zahnwalen etwa 1,70 Meter bis 1,80 Meter, manchmal sogar über zwei Meter. Die Weibchen werden etwas größer und schwerer als die Männchen. Bei den besonders seltenen kleinen Ostsee-Schweinswalen werden die Männchen meist nur 1,40 Meter lang, die Weibchen etwas über 1,50 Meter. Meeresforscher vermuten, dass die Tiere eine eigene Unterart bilden. Männchen und Weibchen sind wie bei allen Walen eher schwierig zu unterscheiden. Der Körperbau der kleinen Wale ist eher gedrungen und unterscheidet sich so deutlich von den eher schlank gebauten Delfinen, mit denen sie ja auch verwandt sind.

Wie leben Schweinswale?

Der bevorzugte Lebensraum der Schweinswale sind ruhige Meeresküsten im Nordatlantik und Nordpazifik. Selten trifft man sie auf hoher See, sie halten sich lieber in Gewässern auf, die nicht tiefer als 20 Meter sind. Anders als Delfine oder manche Wale springen Schweinswale nicht aus dem Wasser. Beim Schwimmen erreichen sie eine Geschwindigkeit von etwa 22 km/h. Sie tauchen nicht tiefer als 100 Meter und können etwa sechs Minuten unter Wasser bleiben. Oft sind die Tiere zu zweit, manchmal auch alleine unterwegs. Zu größeren Gruppen schließen sie sich überwiegend zur Paarungszeit zusammen. Junge Schweinswale bleiben eine Weile an der Seite ihrer Mutter, wie lange ist bislang nicht bekannt.

Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, vor allem Kabeljau, Plattfischen oder Grundeln, aber auch Tintenfische, Meeresschnecken und Krebse gehören manchmal zu ihrer Beute.Durch die Nahrungsaufnahme von Fischen nehmen sie auch oftmals Parasiten wie Bandwürmer auf.

Nach Delfin-Art verständigen sich die kleinen Meeressäuger durch Klicklaute, die sowohl im Hochfrequenz- als auch im Tieffrequenzbereich liegen. Schweinswale sind völlig ungeeignet für die Haltung in Aquarien oder Delfinarien. Es gibt aber Einrichtungen zur Pflege von verletzten oder gestrandeten Tieren, die dann wieder in Freiheit entlassen werden.

 Portrait eines Schweinswals

Wie alt Schweinswale werden können, ist nicht ganz sicher. Meeresbiologen vermuten, daß manche der kleinen Meeressäuger bis zu 20 Jahre alt werden können. Die meisten Tiere erreichen aber nur etwa ein Alter von acht Jahren. An Fressfeinden können größere Haie oder Schwertwale den Schweinswalen gefährlich werden.

Manchmal kommt es vor, daß auch Schweinswale an einer flachen Meeresküste stranden und nur mit menschlicher Hilfe wieder ins Meer zurückgebracht werden können.

Video: Rettung eines Schweinswals

Warum sind Schweinswale trotz Jagdverbot gefährdet?

Die Jagd auf Schweinswale ist inzwischen in allen europäischen Staaten verboten, nur im Schwarzen Meer wird den Tieren noch nachgestellt. Die Fischerei ist dennoch auch in Europas Gewässern das größte Problem für die kleinen Meeressäuger, da sie sich oftmals in den dichtmaschigen Netzen verheddern und an Sauerstoffmangel sterben. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Schweinswale ist die Verschmutzung der Meere. Schwermetalle lagern sich im Organismus der Tiere ab. Umweltgifte und Ölfilme verursachen Hautkrankheiten und schwächen das Immunsystem der kleinen Wale, so daß sie leichter von Parasiten befallen werden und weitere Krankheiten bekommen können.

Man kann nur hoffen, daß gesetzliche Schutzmaßnahmen besser kontrolliert werden, damit es Schweinswale auch weiterhin gibt - die kleinen Wale an deutschen Küsten.

Hier einige interessante Seiten über Schweinswale

Kleiner Wal in großer Not! - Artikel von Petra Deimer

Schweinswale endlich schützen! von Greenpeace

Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Alles über Schweinswale

Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer – Hamburgs reizvolles Schutzgebiet an der Nordsee

Hamburg hat nicht nur ein interessantes, sehenswertes und stets pulsierendes Stadtbild mit dem größten Seehafen Deutschlands zu bieten. Auch ein kleiner Teil des einzigartigen Wattenmeeres gehört zum Gebiet der Hansestadt, getrennt als "Exklave" an der Nordsee. Hamburg Stadtgebiet selbst liegt etwa 100 km landeinwärts, von der Trichtermündung der Elbe in die Nordsee, entfernt.

Karte des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer

Seehunde sind typische Nordseebewohner

Seehunde sind typische Nordseebewohner (Bild: Engel62 / Pixabay)

Zu dem Gebiet des 1990 gegründeten Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer zählen neben der offenen Meeresflächen der Nordsee natürlich auch die lebenswichtigen Wattflächen - geprägt vom regelmäßigen Wechsel von Ebbe und Flut. Auch der mit einer Gesamtfläche von 137 km² kleinste Wattenmeer-Nationalpark bildet einen unersetzlichen Lebensraum für Meerestiere wie Muscheln, Wattwürmer, Schnecken und kleine Fische. Außer diesen amphibischen Regionen gibt es auch einige Inseln im Gebiet des Nationalparks.

Sea Shepherd engagiert sich für den Schutz der Meere und gegen Walfang

Die größte Insel Neuwerk, mit etwa drei km² Fläche gut überschaubar, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die kleine Insel hat etwa 40 ständige Einwohner, die überwiegend vom Fremdenverkehr leben. Gastronomie, Kioske und Pensionen bieten Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste, welche mit Fähren zu der vielbesuchten Insel gebracht werden. Hier haben Urlauber auch die Möglichkeit, auf Pferdekutschen die interessante Nordsee-Gegend zu erkunden. Dagegen nur in Begleitung eines Vogelwarts betreten darf man die kleinen Inseln Scharhörn und Nigehörn, die als Brutgebiet für die seltenen Brandseeschwalben und andere Vögel dienen.

Obwohl das Klima eher rauh und ...

Obwohl das Klima eher rauh und stürmisch ist, fasziniert die Nordsee viele Besucher (Bild: Reiner74 / Pixabay)

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - reizvolle Inselwelten im wilden Watt

Der zweite Wattenmeer-Nationalpark war der vierte deutsche Nationalpark und wurde etwa ein Jahr nach dem schleswig-holsteinischen Wattenmeer-Park gegründet.

Mit einer Gesamtfläche von 3.458 km² ist er der zweitgrößte Nationalpark Deutschlands. Das Gebiet erstreckt sich von der niederländischen Grenze im Westen bis zur Elbmündung im Osten - genau genommen bis zur Fahrrinne der Außenelbe. Auch die Ostfriesischen Inseln gehören zum Gebiet des Nationalparks dazu. Die bewohnten Bereiche der größeren Inseln, wie Borkum oder Norderney, sind vom Parkgebiet ausgenommen. Kleinere Inseln sind für Besucher gesperrt und dürfen nur mit Sondergenehmigung und mit sachkundiger Begleitung betreten werden. In Wilhelmshaven befindet sich der Sitz der Nationalparkverwaltung.

Der Nationalpark selbst ist in drei verschiedene Schutzzonen unterteilt. Zone 1, die größte Zone, ist für Besucher weitgehend verboten, Zone 2 kann auf ausgewiesenen Wegen von Besuchern betreten werden, und Zone 3 umfasst einen kleinen Parkbereich, der überwiegend der Erholung der Besucher dient.

Karte des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Säbelschnäbler

Säbelschnäbler (Bild: atave / Pixabay)

Die häufigsten Tiere des Parks sind Weichtiere wie der Wattwurm, Schnecken, aber auch Krebse und kleine Fische. Seehunde sind die größten und bekanntesten Säugetiere des Nationalparks. Besonders artenreich ist auch in diesem Park die Vogelwelt, die einerseits aus Brutvögeln wie den seltenen Brandgänsen, Säbelschnäblern und verschiedenen Seeschwalben-Arten, aber auch aus Wintergästen aus dem hohen Norden besteht, wie den Nonnengänsen oder den Schneeammern. Auch Kornweihen, eine der seltenen Greifvogel-Arten Deutschlands, brüten an ungestörten Plätzen auf den Ostfriesischen Inseln - häufiger als in anderen Teilen der Bundesrepublik.

Die Weißwangengans wird auch ...

Die Weißwangengans wird auch Nonnengans genannt (Bild: GoFinland / Pixabay)

Der Wattwurm lebt im Schlick - man muss die Tiere ausgraben, um sie zu sehen (Bild: Hans / Pixabay)

Garnelen (Bild: Hans / Pixabay)

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer - 1985 gründete das nördlichste deutsche Bundesland einen Nationalpark

Von der dänisch-deutschen Grenze südwärts bis zur Trichtermündung der Elbe in die Nordsee erstreckt sich der dritte deutsche Nationalpark, der 1999 auf eine Gesamtfläche von 4.415 km² erweitert wurde. Von der Nordseeküste Schleswig-Holsteins ab beginnt das Schutzgebiet 150 Meter vom Ufer entfernt, erstreckt sich über Meer und Watt sowie auch Land bis ins Meer hinaus (12-Meilen-Zone). Das Großschutzgebiet umfasst auch die Nordfriesischen Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie zahlreiche Halligen. Die bewohnten Gebiete der Inseln sind ebenfalls, wie in den beiden anderen Schutzgebieten, vom Parkgebiet ausgenommen. Der Nationalpark ist in zwei Schutzzonen aufgeteilt, wobei die Zone 1 die streng geschützte "Kernzone" des Parks, die Zone 2 dagegen die "Pufferzone" um die Gebiete mit Zutrittsverbot bildet. 

Greenpeace: Die Meere sind unentbehrlich im Kampf gegen den Klimawandel. Doch sie sind aus dem Gleichgewicht geraten. Überfischung, Versauerung, Müllstrudel unter der Wasseroberfläche – das sind nur einige Folgen des weltweiten Überkonsums!!!

Seehunde ruhen sich auf einer ...

Seehunde ruhen sich auf einer Sandbank aus (Bild: Hans / Pixabay)

An Meeressäugern können Besucher von weitem die Seehunde beim Ausruhen auf den Sandbänken beobachten, oder auch Jungtiere in einer Seehund-Auffangstation. Hier werden die kleinen "Heuler" verpflegt, bis sie wieder bei Kräften sind und in Freiheit selbst zurechtkommen. Seit einigen Jahren tauchen Kegelrobben auf, die an deutschen Küsten völlig verschwunden waren. Die kleinen Schweinswale haben in den nordfriesischen Küstengewässern eines ihrer Hauptverbreitungsgebiete.

Die Vielzahl an Wat- und Seevögeln ist wirklich beeindruckend. Neben zahlreichen Möwenarten kommen auch Küstenseeschwalben, Austernfischer, Säbelschnäbler, Brandgänse und sogar Eiderenten und Löffelreiher vor. Die Vögel finden im Wattenmeer einen "gedeckten Tisch" an vielen kleinen Schlickbewohnern wie Wattwürmern, Einsiedlerkrebsen und vielen anderen Organismen. Salzwiesen, Sanddünen und Marschlandschaften ergeben ein interessantes ungewöhnliches Landschaftsbild.

Geisternetze: Verhängnisvoller Müll im Schutzgebiet

Nach wie vor ist der Fremdenverkehr die wichtigste Einnahmequelle in dieser traditionellen Ferienregion. Der große Nationalpark, in dem überwiegend Watt- und Meeresflächen und nur sehr wenige Landflächen unter Schutz stehen, wirkt noch zusätzlich förderlich für den Tourismus. Obwohl das Parkgebiet für viele Tiere und die spezifischen Pflanzen einen geschützten Lebensraum bietet, ist das einzigartige Ökosystem dennoch vielen Gefahren ausgesetzt – Fischerei, Umweltverschmutzung und Jagd an den Grenzen des Parks sind Störfaktoren, die bislang negativ nachwirken.

Karte des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur

 

Sonnenuntergang im Watt

Sonnenuntergang im Watt (Bild: clareich / Pixabay)

Typisches Marschland an der Nordsee

Typisches Marschland an der Nordsee (Bild: peter67 / Pixabay)

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