Demenz

Bei einer Demenz nehmen vor allem das Gedächtnis und die Denkfähigkeit ab. Aber auch die Persönlichkeit des Erkrankten kann sich verändern. Je nach Fortschritt und Schwere der Erkrankung sind die Betroffenen in ihrem alltäglichen Leben mehr oder minder stark beeinträchtigt oder sogar pflegebedürftig.

Eine Demenz beginnt schleichend über einen längeren Zeitraum. Mögliche Frühsymptome sind Antriebslosigkeit, Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten in der gewohnten Umgebung, Unruhe, Aggressivität, Traurigkeit oder Ängste.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu körperlichen Beeinträchtigungen. Der Tag- und Nacht-Rhythmus ist gestört, es kommt zu Verstopfung und zu Blasenschwäche.

Die Diagnose ist schwierig, da es unterschiedliche Formen der Demenz gibt mit unterschiedlichen Ausprägungen. Die häufigste Form der Demenz im Alter ist die Alzheimer-Demenz.

Der Ratgeber erläutert die verschiedenen Formen der Demenz sehr anschaulich in ihrer Ursache, der Diagnose und ihrer Therapie. 

Hilfestellung für den Betroffenen

Eine Demenz verläuft fortschreitend. Sie ist nicht heilbar, jedoch bei früher Diagnosestellung läßt sich der Krankheitsverlauf verlangsamen und positiv beeinflussen. Durch diverse Therapie-Möglichkeiten wird die Lebensqualität der Betroffenen und auch der Angehörigen gesteigert.

Der Autor beschreibt sehr ausführlich und anschaulich, wie sich der Verlauf der Erkrankung darstellt und wie man selbstbestimmt mit der Krankheit umgehen kann.

Rat für Angehörige

Besonders einfühlsam wird pflegenden Angehörigen deutlich gemacht, auf ihre eigenen Grenzen zu achten. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Tatsache gelegt, dass verantwortliches Handeln manchmal auch Abgeben und Loslassen bedeutet.

Unterstützung

Wie pflegebedürftige Demenz-Kranke in Deutschland finanziell unterstützt werden und wie eine Betreuung im Pflegeheim organisiert werden kann, kommt als Thema auch nicht zu kurz.

Bei der Demenz ist absehbar, dass der Betroffene irgend wann einmal in die Situation kommen wird, nicht mehr für sich selbst entscheiden zu können. Für diesen Fall werden anschaulich die wichtigen Vorsorge-Maßnahmen wie Betreuungsverfügung, Vorsorge-Vollmacht und Testament erklärt.

Hilfreiche Adressen

Im Serviceteil werden nützliche Adressen und Internetseiten für Deutschland, Österreich und die Schweiz aufgelistet. Besonders wichtig sind hier auch die Anlaufstellen für Notsituationen.

Fazit

Das Buch ist ein wertvoller Ratgeber sowohl für Betroffene wie auch für Angehörige. Der Autor schafft den Spagat verständlich für den Laien zu schreiben und auch medizinisch vorgebildetem Pflegepersonal wichtige Fakten anschaulich darzulegen.

Hilfreich ist dabei der Buchaufbau. Wichtiges ist optisch durch blaue Schrift oder blaue Blöcke hervorgehoben.

Besonders anschaulich sind die vielen Fallbeispiele, anhand derer Angehörige Vergleiche ziehen können.

Am Ende eines jeden Kapitels ist das Wichtigste noch mal kurz zusammengefasst, was das Nachschlagen einzelner Informationen wesentlich erleichtert.

Das Buch fördert Verständnis für die Situation dementer Personen und deren Betreuungspersonen, sei es medizinisches Fachpersonal oder Angehörige.

Der Autor

Prof. Dr. med. Frank Schneider ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen. Er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde.

Im Herbig-Verlag ist auch sein Ratgeber "Depressionen im Alter" erschienen.

Autor seit 4 Jahren
97 Seiten
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