Ein kurzer Überblick über den Harz - Das alte Gebirge ist Teil der deutschen Mittelgebirgsschwelle

Der Harz erstreckt sich von nordwestlicher nach südöstlicher Richtung auf eine Länge von etwa 110 km, die Nord-Süd-Ausdehnung liegt bei etwa 40 km. Die Randbereiche des Mittelgebirges steigen relativ sanft an, hier liegen die Erhebungen noch bei etwa 100 bis 200 Meter Höhe. Auf der nördlichen und westlichen Seite erheben sich die Höhen steiler ansteigend, während die Erhebungen an der Ost- und Südostseite deutlich flacher abfallen. Im Hochharz messen die Höhen bereits 800 bis um 1000 Höhenmeter, und schließlich erreicht der Brocken als höchster Berg 1.141 Meter Höhe.

Geologisch ist der Harz so vielfältig wie kaum ein anderes deutsches Gebirge. Hier wird zwischen Oberharz, Mittelharz und Unterharz differenziert. Ablagerungsgesteine wie Schiefer, Grauwacken und Granit, aber auch Kalk, bilden einen großen Teil der Gesteinsformen des Gebirges, das vor etwa 293 Millionen Jahren entstanden ist und somit ungefähr 120 Millionen Jahre älter als die Alpen ist. Auf der Jordanshöhe nahe dem Luftkurort Sankt Andreasberg gibt es eine Übersichtskarte über die Vielfalt der Harz-Gesteine nahe einem Parkplatz.

 

In diesem Artikel finden Sie:

Bergbau im Harz

Das Klima im Harz

Die Bäume und Pflanzengesellschaften

Gewässer

Naturschutz und Erholung im Harz

Der Nationalpark Harz - ein Besuchermagnet, aber auch ein ideales Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen

Ein Urwald soll wieder im Nationalpark Harz entstehen

Die Tierwelt im Nationalpark Harz

Die Wiederansiedelung von Luchsen - ein großer Erfolg für den Naturschutz

Die Europäische Wildkatze - der Harz war eines ihrer letzten Rückzugsgebiete in Deutschland

Auch die Vogelwelt ist reich vertreten - Singvögel, Rabenvögel, Eulen, Greifvögel, Spechte...

Auerhühner - werden sie im Harz überleben?

Amphibien, Reptilien und Fische

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Der Brocken - der höchste Harz-Berg - mitten im Nationalpark

Die Brockenbahn

Der Brockengipfel - eine faszinierende Bergkuppe mit alpiner Vegetation und nordischen Klima

Brockenhaus, Brockengarten und Rundfunksender

Das Brockengespenst

Die Städte und Gemeinden im Harz

Quedlinburg - Weltkulturerbe in Sachsen-Anhalt mit weit über 1000 Fachwerkhäusern

Goslar - alte Bergbaustadt und Kaiserpfalz am Westrand des Harz

Die Lutherstadt Eisleben - Geburtsstadt des Reformators

Die Oberharzer Wasserwirtschaft - das weltweit größte Teich- und Grabenverbundsystem

Die Naturparks im Harz

Naturpark Harz (Niedersachsen)

Zwei Naturparks im Harz in Sachsen-Anhalt

Naturpark Südharz

Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Der Harz - früher so faszinierend wie heute

Übersichtskarte des Harz - Autor der Karte: Bamse / Wikipedia
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Harz_map.png

Bergbau im Harz

Bereits in der Bronzezeit, vor etwa 3000 Jahren, wurde mit dem Bergbau im Harz begonnen. Dem Abbau von Silber, Blei, Kupfer und Zink verdanken die sieben Oberharzer Bergstädte Clausthal-Zellerfeld, Sankt Andreasberg, Wildemann, Grund, Lautenthal und Altenau ihren Wohlstand. Der Oberharz war bis in 19. Jahrhundert die bedeutendste Abbaustätte von Silber in den damaligen "deutschen Landen". Die Schachttiefen konnten in den späteren Zeiten des Abbaus Tiefen von 700 Metern erreichen - dies war eine unglaubliche Anstrengung für die Bergleute, die allein zum Ein- und Ausfahren in den Schacht bis zu zwei Stunden der Arbeitszeit brauchten.

Im Schaubergwerk Büchenberg können Besucher die Geschichte des Bergwerks von der Erzgrube zum Schaubergwerk erleben. Die Einrichtung ist seit 1993 auch für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Besucher geeignet. Das Erzbergwerk Rammelsberg ist das weltweit einzige Bergwerk, das über 1000 Jahre permanent in Betrieb war.

Das Bodetal im Harz

Das Bodetal im Harz (Bild: raik77 / Pixabay)

Das Klima im Harz

Besonders reich an Niederschlägen ist die Westseite, denn hier stauen sich die atlantischen Luftströmungen. Die Ostseite hat deutlich weniger Niederschläge zu verzeichnen. Die Temperaturen sind in den wärmeren Monaten angenehm zum Wandern, besonders in den höheren Lagen, und im Winter liegt reichlich Schnee, so dass auch Wintersportler auf ihre Kosten kommen. Ab einer Höhe von etwa 1000 Metern ist das Klima mit dem nordischer oder alpiner Regionen vergleichbar.

Ein sehr beschäftigtes Eichhörnchen (Bild: zapravka2 / Pixabay)

Die Bäume und Pflanzengesellschaften

Im Harz gibt es von Natur aus sehr verschiedene Waldtypen: Buchenwälder in den niedrigeren Randbereichen sowie in Höhenlagen bis zu 700 Metern; Mischwälder, die überwiegend aus Fichten und Rotbuchen bestehen, finden sich in der Höhenlage bis 800 Meter; Nadelwald, von Fichten dominiert, auch mit anderen Bäumen wie Birken oder Bergahorn und anderen Bäumen durchsetzt, gibt es ab 800 Höhenmetern. Eine ganz besondere Vegetation finden Pflanzenfreunde in den Schluchten und Tälern. Hier kommen noch weitere Bäume wie Eschen, Sommer-Linden und Ulmen vor, aber auch verschiedene Farnarten sowie weitere seltene Pflanzengesellschaften.

Die Zapfen der Gemeinen Fichte (Bild: Hans Braxmeier / Pixabay)

Gewässer

Zahlreiche Quellen und Bäche findet man im Harz, und es gibt mehrere Stauseen in der niederschlagsreichen Region. Die Odertalsperre, am Südrand des Nationalpark Harz gelegen, ist die größte Talsperre des Gebirges. Nicht nur die Oder entspringt im Harz, auch zahlreiche andere Flüsse wie die Bode, die bei Nienburg in die Saale mündet, und die Ilse, ein Zufluss der Oker.

Naturschutz und Erholung im Harz

Ein Nationalpark, vier Naturparks sowie ein Biosphärenreservat wurden im Harz eingerichtet - der gesamte Harz ist praktisch ein Großschutzgebiet, mit unterschiedlichem Schutzstatus - um die Natur des Gebirges zu schützen, aber auch den Erholungswert für Einheimische, Besucher und Urlaubsgäste zu erhalten.

Auf ausgewiesenen Wanderwegen, die zusammen genommen eine Gesamtlänge von über 800 km messen, können Besucher die Natur des wunderschönen Mittelgebirges erkunden. Einer davon ist der fast 100 km lange Harzer-Hexen-Stieg. Ebenfalls fast 100 km lang ist der Harzer Baudensteig sowie der Harzer Grenzweg. Über 200 km lang ist der Karstwanderweg Südharz, der durch die einzigartige artenreiche Naturlandschaft des Südharz mit natürlichen Gipsvorkommen, einer geologischen Besonderheit, führt.

Natürlich gibt es auch eine Vielzahl von kürzeren Wander- und Radwegen. Aus Gründen des Naturschutzes sollte man die ausgewiesenen und markierten Wege nicht verlassen, besonders im Nationalpark.

Auch Greenpeace engagiert sich für die Erhaltung der Wälder - auf der ganzen Welt!

Der Wald - unentbehrlicher ...

Der Wald - unentbehrlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere (Bild: Brigitte Werner / Pixabay)

Der Nationalpark Harz - ein Besuchermagnet, aber auch ein ideales Rückzugsgebiet für Tiere und Pflanzen

Bereits 1898 forderte das Preußische Abgeordnetenhaus, das die Regierungsgewalt in diesem Teil des Deutschen Kaiserreichs hatte, einen Nationalpark im Harz zu schaffen. Während der Hitler-Diktatur im Jahr 1937 wurde im Oberharz ein Naturschutzgebiet geschaffen. Doch erst ein knappes Jahrhundert später wurde das Nationalpark-Vorhaben verwirklicht. Kurz vor der Wiedervereinigung 1990 schuf die damals noch bestehende DDR-Regierung den Nationalpark Hochharz, der daraufhin vom neu entstandenen Bundesland Sachsen-Anhalt verwaltet wurde. Niedersachsen gründete 1994 den Nationalpark Harz. 2006 schließlich wurden beide Parks zu einem einzigen Nationalpark Harz genannten Park vereinigt. Das Gebiet umfasst nun 247 km².

Ein Urwald soll wieder im Nationalpark Harz entstehen

Der Harz bestand in früheren Zeiten aus unzugänglichem Urwald - und im Nationalpark soll sich die Natur wieder dahin entwickeln können. Dies ist das Ziel der Nationalparkverwaltung. Bis dies soweit ist, wird es aber noch eine geraume Zeit dauern - doch weitgehend naturbelassen und wunderschön ist die Harz-Natur auch jetzt schon. Der Nationalpark Harz ist neben dem Nationalpark Bayerischer Wald und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee sowie dem Nationalpark Hainich ein weiterer wichtiger Wald-Nationalpark in Deutschland.

Nicht jeder deutsche Nationalpark ist von der IUCN anerkannt worden - der Nationalpark Harz hat diese Anerkennung erhalten. Allerdings sind noch nicht 75% der Parkfläche, wie geplant, als Naturdymamik-Zone ausgewiesen, sondern erst ungefähr 52%. Daher gilt der Nationalpark Harz bisher als Entwicklungsnationalpark bei der IUCN.

Da viele Tiere in freier Natur nur sehr schwer zu beobachten sind, wurden zwei Wildtier-Beobachtungsstationen eingerichtet. Hier können Besucher Rothirsche, Rehe und Wildschweine in ihrer natürlichen Umgebung erleben.

Die Tierwelt im Nationalpark Harz

Rehe, Rothirsche und Wildschweine zählen zu den häufigen Großtieren des Parks. Aber auch das Europäische Mufflon, in den 1930 Jahren als "Jagdwild" eingeführt, kommt vor. Häufig ist der Waschbär, eine Kleinbärenart, die ursprünglich nur in Nordamerika verbreitet war. In den 1930er Jahren wurden einige der dämmerungs- und nachtaktiven Tiere nahe des Edersees in Hessen ausgesetzt. Inzwischen sind die schönen Kleinbären in weiten Teilen Deutschlands verbreitet.

Ebenfalls eine neue Tierart in Deutschland ist der Marderhund, von dem es auch im Harz mehrere Exemplare gibt. Einst nur in Ostasien verbreitet, wurden einige Tiere zur "Pelzgewinnung" in Rußland angesiedelt und haben sich nach Westen verbreitet, manche entkamen auch aus "Pelzfarmen". Seit ungefähr 1960 kommt der kleine Wildhund auch in einigen Teilen Deutschlands vor.

Waschbär und Marderhund sehen sich etwas ähnlich und sind ungefähr gleich groß, gehören aber, wie erwähnt, zu zwei verschiedenen Tiergattungen. Der Marderhund wird bisweilen auch Waschbärhund genannt.

VIER PFOTEN International engagiert sich weltweit für den Tierschutz

Waschbär (Bild: tpsdave / Pixabay)

Marderhund (Bild: Harald Matern / Pixabay)

Der Luchs - die größte europäische ...

Der Luchs - die größte europäische Wildkatze (Bild: skeeze / Pixabay)

Die Wiederansiedelung von Luchsen - ein großer Erfolg für den Naturschutz

Erfreulicherweise war die Wiederansiedlung von Luchsen im Harz erfolgreich - die scheuen Beutegreifer waren im Harz leider komplett ausgerottet. 1818 wurde der letzte Luchs in einer aufwändigen Treibjagd erlegt - nur gut, dass man so einen perversen "Jagderfolg" heute als Kulturschande betrachtet.

Zwischen den Jahren 2000 und 2007 wurden im Nationalpark 24 Luchse angesiedelt. Die Tiere wurden aber nicht einfach ausgesetzt. Unter fachkundiger Leitung von Zoologen wurden die größten europäischen Raubkatzen in einem großen Wildgehege allmählich auf die Auswilderung in ihrer neuen Heimat vorbereitet. Die Tiere stammten alle aus zoologischen Gärten. Einigen Luchsen legten die Wissenschaftler Peilsender um den Hals, um zu beobachten, welchen Weg die großen Katzen in der neuen Umgebung nehmen, und ob sie hier zurechtkommen. Sehr erfreulich ist, dass es auch schon mehrfach deutliche Hinweise auf Luchsnachwuchs gegeben hat.

Erleben können Besucher die schönen, scheuen Katzen mit den Pinselohren im Luchsschaugehege des Nationalparks. In freier Natur leben die heimlichen Tiere so gut verborgen, dass man sie praktisch nie zu sehen bekommt. Die für Menschen völlig ungefährlichen schäferhundgroßen Wildkatzen meiden menschliche Nähe. Sie ernähren sich von kleinen Säugetieren, manchmal auch von Rehen. Sogar Rotfüchse, Waschbären und andere kleine Beutegreifer können zu ihren Beutetieren zählen.

Die seltene Europäische Wildkatze

Die seltene Europäische Wildkatze (Bild: 258817 / Pixabay)

Die Europäische Wildkatze - der Harz war eines ihrer letzten Rückzugsgebiete in Deutschland

Wenigstens eines ist Jägern nicht gelungen - die zweite einheimische Wildkatzenart auszurotten! Im Harz konnte sich nämlich ein kleiner Bestand der Europäischen Wildkatze erhalten. Außer im Harz gab es in Deutschland nur noch in der Eifel Restbestände der kleinen Raubkatzen.

Heute gilt der Bestand der heimlichen Jägerin im Harz als gesichert - und auch in anderen Teilen Deutschlands und Europas haben sich die Bestände dank Schutzmaßnahmen erholen können. Die Tiere bevorzugen Laubwald und Mischwald - beides finden sie im Harz. Hier liegt auch heute ihr bedeutendstes Vorkommen in Deutschland.

Wildkatzen erbeuten hauptsächlich Mäuse und kleinere Vögel. Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass die Europäischen Wildkatzen nicht die Vorfahren unserer Hauskatzen sind, sondern die Afrikanische Falbkatze.

Auch der Stieglitz ist im Harz verbreitet (Bild: gabio / Pixabay)

Auch die Vogelwelt ist reich vertreten - Singvögel, Rabenvögel, Eulen, Greifvögel, Spechte ...

Mit der häufigeren Amsel ist die Ringdrossel nah verwandt, aber sie geht nur selten in menschliche Siedlungen. An den Gebirgsbächen macht die Wasseramsel Jagd auf Insekten, wobei es vorkommt, dass der lebhafte kleine Vogel ganz im Wasser untertaucht und schwimmt.

Eichelhäher, Elster, Dohle und Rabenkrähe kommen im Harz häufig vor, und auch der Kolkrabe, der größte einheimische Rabenvogel - einst ausgerottet - ist hier wieder vertreten. Sogar den typschen Ruf des Tannenhähers, der auf Bergfichtenwälder spezialisiert ist, weniger auf Tannen, kann man in den höheren Lagen vernehmen.

Tannenhäher und Ringdrossel sind zwei Vogelarten, die eigentlich typische Vertreter der nordischen oder alpinen Fauna sind - im Harz finden auch dieses Vögel gute Bedingungen.

Sieben einheimische Spechtarten sind im Harz vertreten - gut getarnt, kann man sie oft nicht sehen, aber häufig ihr Hämmern hören. Besonders beeindruckend ist eine Begegnung mit dem rabengroßen Schwarzspecht. Erstaunlich, dass die Vögel keine Kopfschmerzen bekommen, während sie ins Holz der Bäume ihre Bruthöhlen zimmern. Besonders für Spechte, aber auch für andere Waldvögel, sind abgestorbene Bäume wichtig zur Nahrungssuche, und um in den geschaffenen Baumhöhlen einen sicheren Unterschlupf zu finden.

Die dichten Harzwälder sind ein idealer Lebensraum für Eulen, von denen mindestens sechs Arten im Harz vorkommen. Waldohreule, Waldkauz, Raufußkauz, Sperlingskauz, Schleiereule und Uhu werden in der Abenddämmerung aktiv und gehen auf ihre nächtliche Jagd.

Auch Sperber, Habicht sowie Mäuse- und Wespenbussard, aber auch Rotmilan sowie Turm-, Baum- und Wanderfalken sind im Harz verbreitet.

Buntspecht (Bild: Pezibear / Pixabay)

Raufußkauz (Bild: Hans Braxmeier / Pixabay)

Auerhühner - werden sie im Harz überleben?

Im Harz fanden einige der seltenen Auerhühner letzte Rückzugsgebiete. Die größten einheimischen Waldhühner sind leider vom Aussterben bedroht, und es ist so gut wie unmöglich, eines der Tier in freier Natur zu beobachten. Man bemüht sich im Nationalpark sehr darum, den Lebensraum für die beeindruckenden großen Vögel zu erhalten. Ob es gelingen wird, ist leider noch nicht sicher. Die Ursachen für den Rückgang der schönen Tiere, trotz strenger Schutzmaßnahmen, wird noch erforscht. In der kleinen Ortschaft Lonau im Südharz liegt das Auerhuhngehege des Nationalparks. Hier können Besucher außer Auerhühnern auch noch Birkhühner und Haselhühner in naturnah gestalteten großen Gehegen beobachten.

Das Gefieder der Auerhenne ist unauffällig (Bild: Hans / Pixabay)

Amphibien, Reptilien und Fische

Da es im Harz vor allem Fließgewässer gibt, sind nicht so viele Lebensräume für Amphibien wie an Standgewässern vorhanden. Dennoch kommen Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche an geeigneten Stellen vor, und auch der Feuersalamander fühlt sich an feuchten Waldstellen wohl. Ja sogar die außergewöhnliche Geburtshelferkröte wurde festgestellt. Das Vorkommen von einigen Reptilienarten wie den Waldeidechsen, Blindschleichen und Ringelnattern ist belegt. Auch die giftige, aber nicht angriffslustige Kreuzotter kommt vor, besonders in den Hochmooren. An Fischen sind vor allem Bachforelle und Groppe in den Gebirgsbächen vertreten.

Wunderschöne gefärbt - der ...

Wunderschöne gefärbt - der Feuersalamander (Bild: StefanHoffmann / Pixabay)

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

In 811 Metern Höhe liegt das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus - der Eintritt ist frei! Mit interessanten Ausstellungen und Multimedia-Vorführungen wird Besuchern die einzigartige Natur des Harz vermittelt. Von dort werden auch von Nationalpark-Rangern geführte Naturerlebnis-Wanderungen wie Moorführungen oder Vogestimmen-Touren angeboten. Verschiedene Seminare zur Umweltbildung finden regelmäßig statt, und zwar auch häufig außer Haus, so dass die Teilnehmer auch wetterfeste Kleidung und feste Schuhe mitbringen sollten. Es gibt noch weitere Besucherzentren wie das Brockenhaus, das Naturerlebniszentrum Hohnehof oder die Rangerstation Scharfenstein.

Der Brocken - der höchste Harz-Berg - mitten im Nationalpark

Nicht weit weg von Wernigerode, der "Bunten Stadt im Harz", liegt der höchste Harz-Gipfel - der legenden- und sagenumwobene Brocken. Als Sammelplatz von "Geisterwesen" und als "Hexentanzplatz" früher oft gemieden - der "Blocksberg" galt als Veranstaltungsort der Walpurgisnacht - war der Brocken 45 Jahre lang für Besucher praktisch nicht zugänglich, da der gesamte Berg in der Grenzzone der ehemaligen DDR lag. Heute liegt die 1.141 Meter hohe Erhebung auf dem Gebiet des Bundeslandes Sachsen-Anhalt in Grenznähe zu Niedersachsen. Inzwischen wurde der Brocken zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in ganz Deutschland.

Sicher lohnt es sich, den mühsamen Aufstieg auf den Brocken auf ausgewiesenen Wanderwegen zu gehen. Schon Johann Wolfgang von Goethe war begeistert von der "ganzen Welt in Wolken und Nebel und oben alles heiter". Nach dem großen Dichter ist der Goetheweg benannt - die genaue Route, die der damals in Diensten des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach stehende Minister nahm, ist allerdings nicht bekannt.

Wald am Brocken mit Granitfelsen (Bild: Michael B. Freund / Pixabay)

Die Brockenbahn

Fast noch beliebter als der Fußweg ist die Fahrt zum Gipfel mit der Brockenbahn. Diese seit 1898 zwischen Drei-Annen-Hohne (543 m) und dem Brockenbahnhof (1.125 m) verkehrende Schmalspurbahn wird auch heute noch mit einer Dampflok betrieben. Die Fahrgäste sind überwiegend Ausflugs- und Urlaubsgäste - denn man bekommt auf der Fahrt zahlreiche landschaftliche Highlights des Harz zu sehen. So durchquert man mit der Brockenbahn das Tal der kleinen Bode, kann auf der Fahrt in zahlreichen Kurven und  Windungen den Wurmberg sehen, den höchsten Berg Niedersachsens, passiert den Bahnhof Goetheweg (heute keine offizielle Bahnstation mehr), bis man schließlich nach einigen weiteren Spiralen auf dem Brockenbahnhof ankommt. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Die Schmalspurbahn im Harz (Bild: vieleineinerhuelle / Pixabay)

Mit der Dampflok durch den Harz (Bild: Michael B. Freund / Pixabay)

Der Brockengipfel - eine faszinierende Bergkuppe mit alpiner Vegetation und nordischen Klima

An klaren Tagen hat man vom weitgehend baumfreien Gipfel einen herrlichen Ausblick bis zum Thüringer Wald, dem Weserbergland und bis weit in die Norddeutsche Tiefebene.

Interessant ist, dass die Brockenkuppe bereits oberhalb der Baumgrenze liegt - es gibt nur noch ganz wenige windzerzauste Bäume. Nur die widerstandsfähige Zwergstrauchheide gedeiht gut im rauhen Wetter von Norddeutschlands höchstem Berg, dessen Klima durchaus mit dem von Island vergleichbar ist. Heinrichshöhe (1.045 m), Königsberg (1.033 m) und Kleiner Brocken (1.018 m) sind naheliegende Nebenkuppen des "Blocksbergs".

Brockenhaus, Brockengarten und Rundfunksender

In der einstigen Abhörzentrale der DDR-Staatssicherheit ("Stasi") befindet sich heute das sehenswerte Brockenhaus. Auf drei Etagen finden Besucher hier eine faszinierende Ausstellung über Geschichte, Flora und Fauna und die vielen Besonderheiten des Nationalparks Harz, aber auch Informationen über Mythen und Sagen sowie berühmte Brockenbesucher. Denn nicht nur der große Goethe war fasziniert vom Brocken, auch Heinrich Heine und Hermann Löns gehörten zu den Brockengästen. Besucher werden auch über die Geschichte der Region, die Entwicklung des militärischen Sperrgebietes genau informiert - der Kalte Krieg wirkte sich natürlich auch auf den Brocken aus.

Eine unglaubliche Vielzahl von Pflanzenarten finden Besucher im Brockengarten. Hochgebirgs- und Tundrenpflanzen wie die Kleine Alpenkuhschelle, das Brocken-Habichtskraut oder die Weiße Silberwurz sind nur einige der wunderschönen ungefähr 1.800 Pflanzenarten in dieser sehenswerten Gartenanlage.

Eine Rarität ist der kleine Brocken-Mohrenfalter. Die endemische Schmetterlingsart wurde bislang nur auf dem Brocken festgestellt. Leider ist der kleine Falter seit Jahrzehnten nicht mehr gesichtet worden. Ob eines Tages wieder ein Exemplar unerwartet entdeckt wird?

Einige Rundfunk- und Fernsehsender wurden auf dem Brocken gebaut. Besonders die Ausstrahlung von UKW-Hörfunk ist von dem exponierten Berg sehr gut möglich. Der 123 Meter hohe Stahlrohrturm wurde 1973 errichtet. Im alten Fernsehturm befindet sich heute das Brockenhotel.

Das Brockengespenst

Ein Ort, an dem man das Treiben von Hexen und Geistern vermutet hat, war der Brocken schon immer - schließlich ist der Berg an etwa 300 Tagen im Jahr in Nebel gehüllt. Und tatsächlich, Ende des 18. Jahrhunderts fielen auch so seriösen Beobachtern wie Johann Wolfgang von Goethe oder dem Naturforscher Johann Esaias Silberschlag einige mysteriöse Erscheinungen auf. Die beiden Gelehrten entdeckten unabhängig voneinander einen Schatten, der sich in einer Nebelwand befand und sich zudem leicht bewegte. Außerdem war der Schatten von einer farbigen Lichterscheinung umgeben.

Abergläubische Menschen wären sicher sehr erschrocken, aber die gelehrten Männer fanden eine ganz natürliche Erklärung für dieses Phänomen. Man braucht dazu die auf- oder untergehende Sonne, Nebel und den Schatten von einem Menschen, Tier, Baum oder Felsen. Wenn die Sonnenstrahlen morgens oder abends einen Schatten auf eine Nebelwand werfen, entsteht eine Erscheinung, z. B. durch den Schatten des Betrachters auf die Nebelwand. Besonders kurios - wenn sich der Nebel bewegt, so ist auch das "Gespenst" in Bewegung. Außerdem entsteht durch entsprechende Lichtreflexionen im Nebel noch ein farbiger Lichtkranz.

Dieses Phänomen ist als das "Brockengespenst" weltweit bekannt geworden, denn wegen der idealen Wetterbedingungen auf dem höchsten Harz-Berg tritt es dort besonders häufig auf. Es kann unter entsprechenden Bedingungen auf der ganzen Welt beobachtet werden, wurde aber erstmals am Brocken beschrieben. 

Die Städte und Gemeinden im Harz

Die Vielzahl der sehenswerten Städte und Gemeinden sind eine weitere Attraktion von Norddeutschlands höchstem Gebirge sowie des Harzvorlands. Hier einige Beispiele:

Quedlinburg - Weltkulturerbe in Sachsen-Anhalt mit weit über 1000 Fachwerkhäusern

Bereits im Jahr 994 wurde der am Nordrand des Harz gelegenen Stadt Quedlinburg das Stadtrecht verliehen. Die historische Altstadt beherbergt eine Vielzahl von Gassen und Plätzen, Straßen mit Kopfsteinpflaster und jahrhunderte alte Fachwerkhäuser - nicht umsonst ist Quedlinburg zur Weltkulturerbestadt ernannt worden. Die alte Bausubstanz wie das Renaissance-Rathaus mit der Roland-Statue wird liebevoll gepflegt. Viele kulturhistorisch bemerkenswerte Bauwerke wie die romanische Stiftskirche auf dem Schlossberg oder die romanischen Kirchen auf dem Münzenberg sind nur einige der vielen Highlights der über 1000 Jahre alten Stadt, in der heute etwa 30.000 Einwohner leben.

Goslar - alte Bergbaustadt und Kaiserpfalz am Westrand des Harz

Schon zu römischen Zeiten gab es Siedlungen, da damals der Erzabbau bereits überregionale Bedeutung hatte. Im 10. Jahrhundert wurde Goslar in alten Urkunden namentlich erwähnt. Bedeutung hatte die alte Bergbaustadt als Kaiserpfalz - als Wohnstützpunkte für den reisenden Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Berühmt sind auch das Gotische Rathaus sowie das Kaiserringhaus. Der Goslarer Dom, die Kaiserworth sowie zahlreiche alte Gebäude wie Kirchen und Museen sind weitere Sehenswürdigkeiten der etwa 41.000 Einwohner zählenden Stadt. Die Altstadt Goslars sowie das Erzbergwerk Rammelsberg wurden 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die Lutherstadt Eisleben - Geburtsstadt des Reformators

1996 wurden die Luther-Gedenkstätten zum UNESCO-Welterbe ernannt. In der faszinierenden historischen Atmosphäre der 1000 Jahre alten Stadt können Besucher die Geschichte des Reformators Martin Luther kennenlernen. Bei allen Stationen, vom Geburtshaus bis zum Sterbehaus wurde Wert auf historische Details der damaligen Zeit gelegt. So können sich interessierte Gäste in das Geschehen des 16. Jahrhunderts hineinversetzen. Das Lutherdenkmal auf dem Markt, der "Lutherweg Eisleben" sowie einige Kirchen sind weitere interessante Sehenswürdigkeiten der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt.

Die Oberharzer Wasserwirtschaft - das weltweit größte Teich- und Grabenverbundsystem

Im August 2010 wurde das größte und bedeutendste Teich- und Grabenverbundsystem der Welt zum UNESCO-Welterbe ernannt - die einzigartige Oberharzer Wasserwirtschaft.

Über 800 Jahre lang wurde der Oberharzer Bergbau mit der Wasserkraft der Oberharzer Wasserwirtschaft in Betrieb gehalten. Auch heute noch gibt es über 100 Teiche und Wassergräben von mehr als 300 km Gesamtlänge sowie 30 km unterirdische Wasserläufe.

Die Naturparks im Harz

In deutschen Naturparks gibt es keine so strengen Schutzbestimmungen wie in einem Nationalpark - aber auch die Naturparks sind wichtig für den Schutz der heimischen Pflanzen und Tiere. In einem Naturpark wird versucht, Schutz und Nutzung der Natur in ökologisch verträglichen Maß miteinander zu vereinbaren, alte Kulturlandschaften zu erhalten und die Entwicklung der Region zu fördern. Ausgewiesene Wander- und Radwege sowie Skilanglaufloipen gibt es in den Harzer Naturparks ebenso wie strenger geschützte Zonen, die als Landschafts- oder Naturschutzgebiet gekennzeichnet sind.

Zahlreiche Höhlen bieten optimale Lebensbedingungen für seltene Fledermäuse wie die Mopsfledermaus, und auch die Wildkatze und sogar der Luchs wurden in den Parks festgestellt. Auch andere seltene Tiere wie der Raufußkauz, der Feuersalamander und die Wasseramsel finden hier passenden Lebensraum. Auf ehemaligen Wiesen und Weideflächen haben sich Trockenrasenflächen gebildet, auf denen Orchideen und andere seltene Pflanzen gedeihen.

Naturpark Harz (Niedersachsen)

Im 790 km² großen niedersächsichen Naturpark, der bereits 1960 gegründet wurde, liegt der höchste Berg Niedersachsens: der 971 Meter zählende Wurmberg. Landschaftlich sehr reizvoll ist der Harz auch im niedersächsischen Naturpark - hier gibt es ausgedehnte Buchenwälder, Misch- und Nadelwälder, mit zahlreichen Bächen und kleinen Flüssen sowie verschieden großen Stauseen.

Zwei Naturparks im Harz in Sachsen-Anhalt

2003 wurde der Naturpark Harz (Sachsen-Anhalt) von der Landesregierung Sachsen-Anhalts gegründet. In dem großräumigen 1.660 km² großen Park sind Teile des Unterharz integriert sowie das 571 Meter hohe Rammbergmassiv und ein Teil des Mansfelder Landes. Am größten Harz-Stausee, der Rappbode-Talsperre, können Besucher die 106 Meter hohe Staumauer, die höchste Deutschlands, bewundern.

Im Dezember 2012 wurde außerdem der Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt (Mansfelder Land)  gegründet. Er ist 256 km² groß und umfasst auch ehemalige Tagebaugebiete, die mehr und mehr renaturiert werden.

 

Naturpark Südharz

Auch Thüringen hat einen Naturpark im Harz. Der 267 km² große Naturpark Südharz wurde am 31.12.2010 gegründet und umfasst den südlich abfallenden Teil des Unterharz, Teile der Gipskarstlandschaft im Südharz sowie Teile des Nordthüringer Buntsandsteinlandes. Über die höchste Erhebung des Parks, den 635 Meter hohen Großen Ehrenberg, verlief einst die innerdeutsche Grenze. Auf ausgewiesenen Wander- und Radwegen kann man die schöne hügelige Gipskarstlandschaft erkunden, viele Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein.

Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz - Trockenrasen, Höhlen, Streuobstwiesen und noch viel mehr...

Auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt liegt das 2009 gegründete 16. deutsche Biosphärenreservat. Hier findet sich eine der bedeutendsten Gipskarstlandschaften Europas. Das etwa 300 km² große Biosphärenreservat ist in eine Kernzone mit strengem Naturschutzstatus sowie in eine Pflegezone mit mehreren bedeutenden Naturschutzgebieten gegliedert. In der Pflegezone ist eine vorsichtige ökologisch verträgliche Landwirtschaft erlaubt.

Seltene Pflanzen und Tiere kommen in dem Reservat vor, das vor 250 Millionen Jahren ein Meer war. Die Salzablagerungen des Meeres wurden zu Gips, der Wasser relativ schnell wieder versickern ließ. Die interessante Gegend bietet Lebensraum für die Europäische Wildkatze, den Schwarzstorch und den Uhu. In den zahlreichen Höhlen finden viele Fledermäuse einen idealen Unterschlupf. Obstbäume gedeihen gut auf den trockenen Wiesen, auf denen man auch viele Schafe und Ziegen weiden. In den Buchenwäldern gedeihen verschiedene Orchideen-Arten.

Der Harz - früher so faszinierend wie heute

Schon Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Hans Christian Andersen waren begeistert vom Harz, und nach der deutschen Wiedervereinigung ist das schöne norddeutsche Mittelgebirge ein wahrer Besuchermagnet geworden.

Wassersport auf den zahlreichen Talsperren, Wandern, Radfahren und Skifahren in der herrlichen waldreichen Natur, Kanufahren auf der Oker oder Drachenfliegen vom Rammelsberg aus sowie die Klettergebiete im Okertal und die Roßtrappe bei Thale sowie die Hohneklippen bieten reichlich Gelegenheit für einen Aktivurlaub. Der faszinierende Nationalpark und der einzigartige Brocken sind weitere Höhepunkte. Bleibt zu hoffen, dass der hohe Besucherandrang aus nah und fern nicht zuviel für das schöne höchste Gebirge Norddeutschlands wird. Jedenfalls bemühen sich die National- und Naturparkverwaltungen sowie die zahlreichen Harz-Gemeinden, für die der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle geworden ist, um einen ökologisch verträglichen Fremdenverkehr.

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