Qué sera?

Die meisten Menschen, die diesen Text heute lesen, werden auch noch eine Weile leben. Sie interessieren sich also dafür, was die Zukunft ihnen bringen kann oder wird.

Das Interesse am zukünftigen Geschehen ist so alt wie die Menschheit selbst. In den alten Kulturen gab es die Auguren, die aus dem Vogelflug den Willen der Götter herauslesen wollten.

Auguren und der Vogelflug

Auguren und der Vogelflug (Bild: Mysticsartdesign)

Schamanen versetzten sich in archaischen Gesellschaften in einen Zustand der Trance. Anschließend teilten sie das Ergebnis der Innenschau den anderen Stammesmitgliedern mit, damit diese darauf ihre Entscheidungen aufbauen konnten.
Heute gibt es eine eigene Industrie von Trendforschern. Aufgrund von komplexen Modellrechnungen sagen sie den Menschen voraus, wie die Welt von morgen beschaffen sein wird; oder wie sie von den Menschen gestaltet werden kann.

Freier Wille oder Bestimmung?

Das Thema ist so alt wie die Denkfähigkeit des homo sapiens. Gibt es ein unbarmherziges Schicksal, das unser Leben und die Existenz der Welt als ein göttliches Spiel betrachtet? Sind wir Menschen die Püppchen auf einem überdimensionierten. mehrdimensionalen "Mensch-ärger-dich-nicht" Spielfeld?

Vielleicht gibt es dort oben und hier unten doch die Möglichkeit des Menschen für eine Einflussnahme auf seine Zukunft. Dann, haben die altindischen Seher, die rishis und gurus, recht: es liegt in der Hand des Einzelnen.

it`s up to you

it`s up to you (Bild: terimakasih0)

Der aus dem Dschungel sprach

Jacque Fresco ist ein Macher. Er hat in seinem 100-jährigen Leben eine Menge geschafft. Der Wikipedia Artikel führt eine schier unglaubliche Liste an kreativen Tätigkeiten auf, die dieser Mann in seinem Leben vollbracht hat (*).

  • Er hat Flugzeuge und Helikopter entwickelt.
  • Technische Entwicklungslabors und eine Firma für Plastikspielzeug wurden von ihm mit-begründet.
  • Mehrere Aktivitäten im Bereich des architektonischen Designs werden in seinem Lebenslauf aufgeführt
  • Er war Unternehmer, Berater und Vortragsreisender

Und schließlich entwickelte es sein "Venus- Projekt".

(Bild: geralt)

Das Venus-Projekt

Seit über 20 Jahren lebt er nun auf 85.000 (!) qm in einem abgelegen Teil von Florida und macht sich Gedanken um die Zukunft der Menschheit. Seine Hauptarbeitsgebiete beschäftigen sich mit den Themen Ressourcen-Verteilung, Bildung und Wirtschaftsordnung.

Das Thema "Technologie" steht im Vordergrund. Der Gründer des Projektes vertritt die feste Ansicht, dass durch Technologie(-Wissen) die weltweite Armut auf diesem Planeten drastisch reduziert werden könnte. Nach seiner Auffassung wird das technologische Wissen nicht rasch genug fortentwickelt und auf der Welt verbreitet. Aus diesem Mangel an Wissen entstehen ökonomische Systeme, die auf Rentabilität gründen. Diese Wirtschaftsordnung ist nach seiner Meinung ineffizient. Sie verursacht Knappheit, Ungleichheit und negative gesellschaftliche Folgen wie Ausbeutung, Armut und Hunger.

Something old, something new?

Das hat man in verschiedenen Varianten schon einmal in seinem Leben gehört und gelesen. Welche neue Lösung bieten die Denkansätze des Venus-Projektes nun an?

  1. Die Ressourcen der Welt sollen allen Menschen zu gleichen Teilen zur Verfügung stehen. Profitdenken und Konkurrenzkampf kommen in dieser Ideologie des menschlichen Miteinander nicht vor.
  2. Das Geld wird abgeschafft. In einem gelebten Venus-Projekt kommt Geld als Zahlungsmittel nicht vor. Jeder Weltbürger bekommt kostenlso, was er zum Leben benötigt.

(Bild: Goodvin)

An diesem Punkt horcht der interessierte Bürger auf. Kein Geld als Zahlungsmittel, das leuchtet auf Anhieb nicht ein. Aber freies Geld für jeden, davon hat man kürzlich gelesen.
Der Ausdruck "Helikoptergeld" könnte in Erinnerung kommen. Kann es sein, dass eine ähnliche Denkart, wie man sie aus dem Venus-Projekt herauslesen kann, auch an anderer Stelle in anderen Varianten überdacht wird?

Kritik und Unterstützung

Jacque Fresco hat unzählige Designs und Pläne entworfen und mit zahlreichen Denkern der Gegenwart diskutiert. Im englischen Sprachraum wir er auch als "futurist" und als "social engineer" bezeichnet (*).

Wo eine Idee ist, da lässt die Kritik nicht lange auf sich warten. So wird ihm unter andrem ein "Mangel an Professionalismus" im Vorgehen angelastet (*). Es wird auch bemängelt, dass bisher wenige seiner Pläne aktiv umgesetzt wurden.Das Projekt wird als utopistisch oder auch als futuristisch bewertet.
Einige Forscher, die das "Venus-Projekt" untersucht hatten, fühlten sich dagegen von Fresco's Ideen sehr wohl inspiriert (*).

Utopien und der Gedanke an freies Geld

Ein interessierter Bürger als Einzelperson kann neben seinem Broterwerb nicht alle diese Themen aus dem Kanon des Venus-Projektes aktiv verfolgen. Aber er kann – eines auswählen. Und daran arbeiten. Freie Ressourcen-Wahl, Technologie-Wissen mehren, Work-Life Balance - was bleibt noch, das den eigenen Einsatz wert ist?

Mit dieser selektiven Methode des Individuums werden die Themen aus der genannten durchaus alltags-relevant – und sie geben einen Anstoß zum Nachdenken. Auf jeden Fall frischen diese Ideen den Gedanken an das kontrovers diskutierte Gedankenkonzept über das "Helikopter-Geld" wieder auf. Das Konzept zielt ab auf einen zusätzlichen staatlichen Geldtransfer an die Bürger ohne die Erbringung zusätzlicher Arbeitsleistung. Bleibt dann mehr Zeit für sich selbst?

(Bild: hans)

Ein Hundertjähriger denkt Ideen für die Welt von morgen.

Die "reale" Welt außerhalb des Venus-Projektes verändert sich zurzeit auf teils drastische Art und Weise. Gewisse Szenarien im Zusammenhang mit der fortschreitenden Automatisierung gehen noch einen Schritt weiter. Sie beinhalten einen wesentlichen, teils freiwilligen Rückgang der menschlichen Arbeitszeit.

Und dann fängt das Nachdenken von neuem an. Wohin mit der freien Zeit?

 

Textquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jacque_Fresco#Das_Venus-Projekt
https://en.wikipedia.org/wiki/Jacque_Fresco

Autor seit 2 Jahren
181 Seiten
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