Der Merkur - Ein grober Überblick

Der Merkur hat einen Durchmesser von etwa 4.875 Kilometern und ist etwa 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Damit ist er der kleinste Planet unseres Sonnensystems und gleichzeitig derjenige, der der Sonne am nächsten ist. Doch der Merkur war nicht immer der kleinste Planet. Von 1930 bis zum 24. August 2006 war es Pluto, der als kleinster Planet des Sonnensystems geführt wurde. Pluto wurde jedoch durch die Neuregelung des Planetenstatus zum Kleinplaneten herabgestuft und nun ist eben der Merkur der "Winzling" unter den Planeten.

Die Erde und der Merkur im Größenvergleich

Die Erde und der Merkur im Größenvergleich

Durch die große Nähe zur Sonne herrschen auf dem Merkur unvorstellbare Temperaturen und so kann es am Tag bis zu 430°C heiß werden. Der Merkur hat allerdings keine wirkliche Atmosphäre, die diese Hitze halten kann und deshalb sinkt die Temperatur auf der von der Sonne abgewandten Seite auch ebenso schnell wieder ab, wie sie vorher gestiegen ist. Auf der Nachtseite herrschen deshalb Temperaturen von bis zu -180°C. Eine unglaubliche Temperaturschwankung, die in einer solch extremen Form auf keinem anderen uns bekannten Planeten vorkommt. Die Nächte auf dem Merkur sind nicht nur unbeschreiblich kalt, sondern sie dauern auch unbeschreiblich lange. Ganze 59 Erdtage benötigt der Himmelskörper für eine Drehung um die eigene Achse. Also erst nach 59 Erdtagen wird die Nacht auf dem Merkur wieder vom Tage abgelöst. Im starken Gegensatz dazu, dauert ein Jahr auf dem Merkur nur 88 Erdtage, denn genau so lange dauert es, bis der Planet einmal die Sonne umrundet hat. Der Merkur ist damit der Planet, der am schnellsten um unsere Sonne kreist. Durch diese schnelle Drehung, könnte ein auf dem Merkur gelandeter Astronaut nur alle 176 Erdtage einen Sonnenaufgang bewundern.

Wie sieht die Oberfläche des Merkur aus?

Die Struktur der Merkuroberfläche kommt uns allen irgendwie ziemlich vertrau vor und das ist auch kein Wunder, denn sie ähnelt extrem der Oberfläche unseres Mondes. Seit den Erkundungstouren der Raumsonden Mariner10 und Messenger ist bekannt, dass die Oberfläche des Merkur von zahlreichen Kratern und Becken übersät ist, die durch Meteoriteneinschläge verursacht wurden. Wie genau, der Merkur aufgebaut ist, darüber gibt es bislang nur Mutmaßungen. Forscher nehmen aber an, dass der Merkur einen Eisenkern mit einem Durchmesser von etwa 3.600 Kilometern besitzt.

Die Oberfläche des Merkur

Surface of Mercury (Bild: AllPosters)

Welches ist der bekannteste Krater des Merkur?

Der bekannteste Krater des Merkur ist das so genannte Caloris-Becken, welches vermutlich durch einen gewaltigen Einschlag eines Asteroiden entstanden ist. Es weist einen Durchmesser von 1.550 Kilometern auf. Da das Caloris-Becken einen großen Durchmesser und nur eine verhältnismäßig geringe Tiefe aufweist, gehen Forscher davon aus, dass der vom Einschlag verursachte Krater mit der Zeit mit Magma aufgefüllt wurde. Ein Indiz dafür, dass es auf dem Merkur zu vulkanischen Eruptionen kommt. Viele der anderen Krater auf dem Merkur haben berühmte Persönlichkeiten als Namenspaten. So gibt es auf dem Merkur Krater, die nach Shakespeare, Goethe, Tolstoj oder auch Monet benannt sind. 

Warum hat der Merkur keine Atmosphäre?

Es ist nicht vollkommen richtig, dass der Merkur keine eigene Atmosphäre hat. Er versammelt durchaus eine Art Hülle um sich, die aus Sauerstoff als Hauptbestandteil, Natrium und Wasserstoff zusammengesetzt ist. Diese ist allerdings, mit der uns von der Erde bekannten Atmosphäre in keinerlei Weise zu vergleichen. Mathematisch ausgedrückt, beträgt der Druck der Merkuratmosphäre nur das etwa 2x10-13-fache  des Drucks der Erdatmosphäre. Die "Atmosphäre" des Merkur zusätzlich noch von Sonnenwinden durchweht. Ein Vorgang, der, würde er in dieser Stärke auf der Erde auftreten, sämtliches Leben auf der Erde vernichten würde. Aber warum kann der Merkur denn nun keine eigene Atmosphäre bilden? Wie so vieles beim Merkur, liegt auch dies an seiner Nähe zur Sonne. Die nahezu ungebremst auf den Merkur treffende Sonnenenergie gepaart mit der geringen Schwerebeschleunigung des Merkur verhindern das Entstehen einer gesicherten atmosphärischen Schicht.

Wieso hat der Merkur keinen Mond?

Der Merkur ist neben der Venus der einzige Planet unseres Sonnensystems, der keinen eigenen Mond besitzt. Im Vergleich: Sogar die viel kleineren Zwergplaneten Pluto und Eris werden von Monden umkreist. Wie es kommt, dass der Merkur über keinen eigenen Trabanten verfügt, ist noch nicht wirklich geklärt. Gemutmaßt wird aber, dass der Merkur selbst einmal ein Mond gewesen ist - und zwar der Mond von der Venus. Er könnte sich dann aus bisher noch nicht geklärten Gründen von der Venus losgelöst haben. Dies wäre nicht nur eine Erklärung dafür, warum der Merkur und die Venus keine Monde besitzen, sondern auch für die enorme Ähnlichkeit des Merkur mit unserem Erdtrabanten.

Autor seit 4 Jahren
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