Der Olympus TCON 17x

Olympus TCON 17x (Bild: Olympus Pressefotos)

Vorstellung des TCON17x:

  1. Durchmesser Eingangsöffnung: 55mm mit Filtergewinde
  2. Durchmesser Austrittsöffnung: 77mm ohne Filtergewinde
  3. Verlängerung der Brennweite um den Faktor 1,7
  4. Gewicht: 280g
  5. Maße: 78mm lang, 77mm Durchmesser
  6. Einfluss auf die maximale Blendenöffnung: keiner

Die Vorteile des Telekonverters ergeben sich durch die Verlängerung der Brennweite, ohne dass man wie bei üblichen Konvertern Einbußen bei Blendenöffnung und Lichtleistung hinnehmen muss. Der Nachteil ist sicherlich die enorme Größe, die den Vorsatzkonverter für Zoom-Objektive mit ausfahrbarem Tubus durch mögliche Beschädigung der Mechanik unbrauchbar macht.
In allen getesteten Fällen, konnte durch mehrfache Versuche kein nennenswerter Verlust an Detailauflösung festgestellt werden.

Im Folgenden gehe ich auf die Objektive ein, die derzeit eine sinnvolle Kombination mit dem TCON17x ergeben.

Das Olympus M. Zuiko 45mm f1,8 Portrait-Objektiv.

Die extrem kompakte Portraitlinse ist bekannt für Bilder guter Qualität bei noch akzeptabler Freistellung. Mit rund 250€ ist sie ein günstiges Muss für jeden MFT-Nutzer.

Die Linse besteht vornehmlich aus Kunststoff und ist mit 46mm Länge und 116g Gewicht extrem klein und kompakt. Derzeit handelt es sich bei diesem Objektiv um die einzige erhältliche Portraitlinse für Micro-Four-Thirds im Kleinbild-Brennweitenbereich um 85mm.
In Kombination mit dem TCON 17x wird die Linse zu einem 76,5mm f1,8 Objektiv und wird dadurch zu einem lichtstarken Kurztele mit geradezu herausragenden Freistellungsmöglichkeiten. Auf Kleinbild gerechnet entspricht die Linse in etwa einem 153mm Objektiv mit f3,5.

Um das Objektiv mit dem TCON 17x zu verbinden, benötigt man einen 37mm zu 55mm Step-Up Ring.

Das Olympus M. Zuiko 60mm f2,8 Makro-Objektiv

Bisher verfügt das MFT-System nur über 2 native Makrolinsen. Das 45mm Panasonic/Leica-Objektiv und das 60mm Olympus-Objektiv. Viele Makrofotografen, gerade aus dem Bereich der Insektenfotografie, beklagten das Fehlen eines Makroteles mit höherer Brennweite, um die Fluchtdistanz der kleinen Tiere umgehen zu können.

Durch die Kombination des Olympusobjektivs mit dem TCON 17x kann dies nun erreicht werden. Die Konstruktion entspricht einem 102mm f2,8 Makroobjektiv. Durch eine Verschiebung der Naheinstellgrenze ergibt sich eine Verschlechterung des Abbildungsmaßstab von 1:1 auf ca. 1:2,3, was bei der Fotografie von Fluginsekten aber häufig kein nennenswerter Nachteil ist.


Um das Objektiv mit dem TCON 17x zu verbinden, wird ein 46mm zu 55mm Step-Up Ring benötigt.

Das Olympus M. Zuiko 75mm f1,8 Teleobjektiv

Die derzeit schärfste Linse für das MFT-System ist das 75mm Tele der Firma Olympus. Dieses Vollmetall-Objektiv mit 305g Gewicht ist für Portraitfotografen und Freunde von maximaler Freistellung das Referenzobjektiv des Systems. Kein anderes Objektiv bietet diese Lichtstärke und Brennweite.

Die Linse ist mit 950€ sicherlich kein Schnäppchen, wer aber dem Vollformatgefühl an seiner MFT-Kamera nahekommen möchte, kommt um dieses Objektiv nicht herum. Durch Kombination mit dem TCON17x kann die Brennweite bei konstanter Offenblende von f1,8 auf insgesamt 127,5mm erweitert werden. Damit eignet sich das Objektiv z.B. zur Verfolgung und Freistellung von bewegten Tieren und anderen Motiven, die eine gewisse Distanz erfordern. Auch ist das völlige Ausblenden des Hintergrundes beim Freistellen eines Motivs möglich. Die Freistellungsqualitäten dürften dabei noch über denen des kommenden 150mm f2,8 Qualitätsteleobjektivs von Panasonic liegen.

Auf Vollformat gerechnet entspricht die Linse einem 255mm Objektiv mit f3,5 und damit einer Linse, die auch für die Kleinbildkameras nicht günstig zu bekommen sein dürfte.

Um das Objektiv mit dem TCON 17x zu verbinden, wird ein 58mm zu 55mm Step-Down Ring benötigt.

Das Panasonic G X Vario PZ 45-175mm f4-5,6 Telezoomobjektiv

Das Telezoomobjektiv von Panasonic ist eine von drei Linsen aus dem mittleren Telebereich, die für das MFT-System angeboten werden. Die hochwertige Kunststoffkonstruktion mit 62mm Durchmesser und 90mm Länge bei 210 Gramm hat den Vorteil, dass es, anders als seine Konkurrenten, innenfokussierend ist und seine Länge beim Zoomen nicht ändert. Zudem verfügt es über einen lautlosen Powerzoom, der bei Videoaufnahmen für lautloses, gleichmäßiges Verändern des Blickwinkels sorgt. Panasonic-typisch verfügt das Objektiv über einen internen Bildstabilisator.

Durch die Kombination mit dem TCON 17x erhält man ein 76mm-297mm f4-5,6 Objektiv, wodurch das Vario PZ in etwa den Werten seines großen Bruders, dem Lumix G Vario 100-300mm f4-5,6 enspricht. Zwar reicht die Telekonverterkonstruktion im oberen Brennweitenbereich nicht an die Abbildungsleistung des 100-300mm Objektivs heran, bietet dafür aber andere Qualitäten: Zerteilt hat das Teleobjektiv ein sehr kleines Packmaß. Selbst zusammen erreichen die beiden Komponenten das Gewicht des größeren Objektives nicht und durch die Möglichkeit wahlweise mit und ohne Konverter arbeiten zu können, bietet das Objektiv einen Brennweitenbereich von 45-300mm und damit soviel, wie kein anderes Objektiv für das MFT-System. Damit ist es durch den Powerzoom vor allem auch für Filmer interessant.


Um das Objektiv mit dem TCON17x zu verbinden, wird ein 45mm zu 55mm Step-Up Ring benötigt.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Überblick über die aktuell sinnvollen Kombinationen von Objektiven mit dem TCON17x geben und wünsche viel Spaß beim ausprobieren!

Mehr über mich findet ihr auf www.fotoartdh.de

Ruhr1900, am 22.08.2013
0 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
Ruth Weitz (Wie macht man ein schönes Profilbild)

Autor seit 3 Jahren
16 Seiten
Laden ...
Fehler!