Das Gipfelkreuz der Ellmauer HaltDie Ellmauer Halt ist mit 2344 Metern der höchste Gipfel des Kaisergebirges und damit ein gut besuchtes wie auch beliebtes Kletterziel. Der bekannteste und einfachste Weg auf den Gipfel führt von der Gruttenhütte über den Gamsänger- und Jägersteig hinauf auf den Gipfel. Die beiden Klettersteige weisen Schwierigkeiten im leichten bis mittleren Bereich auf (A/B). Allerdings gibt es abgespeckte Felsen und bröseliges Gestein, was den Aufstieg nicht gerade erleichtert. Zu beachten ist außerdem, dass der mit vielen Drahtseilen, Trittstiften und Leitern gesicherte Steig immer wieder von ungesicherten Kletterpassagen im ersten Schwierigkeitsgrad unterbrochen wird und zum Teil auch steinschlaggefährdet ist.

Unsere 2-Tages Tour begannen wir auf der Grieseneralm und erreichten nach ca. 1 ½ Stunden Wanderzeit über einen gut begehbaren Weg die Stripsenjochhütte. Der Blick schweift immer wieder in Richtung steile Rinne, die beeindruckend zwischen den Wänden von Fleischbank und Predigtstuhl liegt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause steigen wir von der Stripsenjochhütte wieder ein paar Meter ab, bis wir die Einstiegsstelle des Eggersteigs erreichen. Der Eggersteig ist eher ein leichter Klettersteig, der aber dennoch Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert. Entlang eines schmalen Bandes geht es unterhalb der Fleischbank teils an Drahtseilen gesichert in Richtung steinerne Rinne.

Die steinerne Rinne hat mich schwer fasziniert, Die steinerne Rinnedenn durch die Umrahmung von den hohen Felswänden ergeben sich gigantische Eindrücke, bei denen die Kletterer fast im Nichts verschwinden. Wenn ich einen Film wie den Herrn der Ringe in den Alpen drehen müßte, wäre das hier genau die richtige Kulisse.

Ist man dann nach ca. 2 Stunden Wanderzeit am Sattelpunkt angekommen, schlägt das Gefühl von Gigantomie in Befreiung um, denn von dort oben eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die berühmte Ostwand der Fleischbank mit ihren berüchtigten Klettertouren. In Richtung Süden beeindruckt das Panorama mit Blick auf den Großvenediger. Dieser Sattelpunkt - auch Ellmauer Tor genannt - ist 2000 Meter hoch und trennt den Zentralkaiser mit der Ellmauer Halt als höchstem Gipfel sowie den Ostkaiser mit der Ackerlspitze als höchstem Gipfel. Von Süden aus gesehen bildet das Tor die unverwechselbare Einkerbung im Kaisergebirge zwischen Karlspitze und Goinger Halt und wird wegen seiner einmaligen Kulisse oft als das Herz des Kaisergebirges bezeichnet.

Trittstifte am JägersteigDa unser heutiges Ziel die Ellmauer Halt ist, wandern wir über den leichten Jubiläumssteig weiter zur Gruttenhütte, die in 1 ½ Stunden zu erreichen ist. Von dort aus steigt man dann in nördlicher Richtung über das große Hochgrubacher Schuttkar zum Einstieg des Gamsangersteigs. Weiter gehts über zum Teil schmale Gräsbänder, die stark steingschlaggefährdet sind hinüber zur Roten Rinn Scharte. Nachdem die Grasbänder gemeistert sind, folgt eine kurze Schrofenkletterei und man steht am Einstieg zur Jägerwand. Die senkrechte Jägerwand ist mit unzähligen Trittstiften und Steigbügeln gesichert und ermöglicht so das Weiterkommen an der Wand entlang. Direkt nach der Jägerwand erwarten einen einige ungesicherte Klettereien im ersten Schwierigkeitsgrad und im Anschluss daran einige steilere Klettersteigpassagen im Schwierigkeitsgrad A bzw. B.

Die Schlüsselstelle kann auf zwei Arten bewältigt werden kann: Zum einen kann man sich links halten und eine tiefe Felsspalte, die sogenannte Achselrinne durchsteigen, die am Ende über eine leicht überhängende Leiter verlassen wird oder man steigt rechts vorbei und quert mit Hilfe von Drahtseilsicherungen und Trittstiften eine luftige senkrechte Platte im Schwierigkeitsgrad B.

Nachdem die größter Schwierigkeiten geschafft sind, ist der Gipfel nicht mehr weit. Man folgt den Markierungen, die über flache breite Schuttbänder - der sogenannten Maximiliansstraße - führen und erreicht kurz darauf die Babenstuber Hütte, von der man schon das Gipfelkreuz erkennen kann. Die Babenstuber Hütte steht schon seit 1891 auf der Ellmauer Halt. Sie ist aber nicht bewirtschaftet und sollte nur bei gutem Wetter als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden, da sie nicht gegen Blitzschlag geschützt ist.

Über eine kurze finale Klettersteigpassage im Schwierigkeitsgrad A erreicht maDer Gipfel der Ellmauer Haltn schließlich den Gipfel. Der Aufstieg zur Ellmauer Halt wird nicht zu unrecht als der schönste Klettersteige im Wilden Kaiser bezeichnet, denn der Blick kann von dort ungestört über die Hohen Tauern, die Zillertaler und Stubaier Alpen sowie über die nahe gelegenen Gipfel Sonneck, Kaiserkopf oder die Ackerlspitze wandern. Die Ellmauer Halt ist ein kleiner Gipfel, auf der bei viel Betrieb der Platz für die vielen Gipfelstürmer schnell zu Ende geht. Doch die wild zerklüfteten Berge hinterlassen einen besonderen Eindruck, für den sich der Aufstieg allemal lohnt. Insgesamt dauert die Tour von der Gruttenhütte bis zum Gipfel ca. 2 ½ Stunden. Da wir ein freies Wochenende haben und das Wetter passt, können wir wie geplant auf dem Gipfel übernachten.

Das KoprtörlFür den Abstieg am nächsten Morgen wählen wir wieder den Jägergrat und den Gamsängersteig, queren aber dann, wo der Gamsängersteig das Hochgrubachkar erreicht, leicht ansteigend unter den Felswänden des Kopftörlgrats hinüber auf den rot markierten Steig zum Kopftörl. Der spannend zu begehende Steig ist drahtseilversichert und begeistert mit höchst eindrucksvollen Ausblicken auf die zerklüfteten Felszacken der Karlspitzen. Das Kopftörl selbst ist quasi die Passhöhe, liegt 2058 Meter hoch und führt durch einen Spalt, der den abenteuerlich geformten Kaindl-Stewart-Turm mit der Vorderen Karlspitze verbindet. Der Kaindl-Stewart-Turm ist eine freistehende 20 Meter hohe Felsnadel und bildet den Fotoklassiker schlechthin.

Der weitere Abstieg nach dem Kopftörl folgt über den Hohen Winkel. Hier ist eine zügige Geröllabfahrt möglich, die einen zurück zum Stripsenjochhaus führt. Die Gehzeit von der Ellmauer Halt bis zum Kopftörl beträgt etwa 1 ¾ Stunden. Weitere 1 ½ Stunden muss man einrechnen, bis man das Stripsenjochhaus erreicht und 1 weitere Stunde bis man wieder zurück auf der Grieseneralm ist.

Für die gesamte Tour benötigten wir also 2 volle Tage mit An- und Abfahrt aus Ulm. Die Tour ist bei gutem Wetter ein einmaliges Erlebnis und kann nur jedem empfohlen werden, der die Berge liebt und gerne auf Klettersteigen unterwegs ist.

Und los geht's - Die Spannung ist groß
Ob der Bauhelm hält, was er verspricht?

Ob der Bauhelm hält, was er verspricht?

Eggersteig und Steinerne Rinne

Aufbruch von der Griesener Alm ...

In der Steinernen Rinne

Die Eindrücke sind überwältigend und die Kletterer ...

Der Jubiläumssteig

Der Querung vom Ellmauer Tor ...

Der Jägersteig

Aha, ...

Die Schlüsselstelle im Jägersteig

Nimmt man an der Schlüsselstelle die rechte Variante ...

Übernachtungsmöglichkeiten und Gipfelimpressionen

Bei gutem Wetter kann man entweder in der Babenstuber Hütte ...

Das Kopftörl

Die Spannung steigt, ...

Abstieg durch den Hohen Winkel zum Stripsenjochhaus

Im Hohen Winkel ...

Schnell noch die Vögel gefüttert ...

Schnell noch die Vögel gefüttert, bis es wieder ins Tal geht

Hans, am 08.03.2010
10 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 7 Jahren
59 Seiten
Laden ...
Fehler!