Es sind ganz alltägliche Bewegungen oder Bewegungsabläufe, bei denen viele Menschen eine ungesunde Körperhaltung einnehmen oder ganz unbewusst Spannungen aufbauen.

Das kann eine falsche Kopfhaltung sein, ein gebeugter und/oder schiefer Rücken oder auch ein gestauchter Brustkorb.

Diese Fehlhaltungen oder Anspannungen können sich auf den gesamten Bewegungsapparat, auf die Atmung, aber auch auf die Psyche auswirken und schwere gesundheitliche Probleme mit sich ziehen.

 

Alltägliche Bewegungen (Bild: Pixabay)

Testen Sie sich selbst

Bevor man etwas verändern kann, muss einem natürlich erst einmal klar sein, dass es überhaupt etwas gibt, was verändert werden sollte.

In der Regel ist der Mensch sich nämlich überhaupt nicht bewusst unter welcher (unnötigen) Anspannung er den ganzen Tag steht. Um sich das einmal zu verdeutlichen, machen Sie doch einfach mal folgende Übung:

Setzen Sie sich einmal gerade auf einen Stuhl. Die Füße sollten dabei komplett den Boden berühren und die Fußspitzen nach vorne zeigen. Ihre Hände legen Sie dabei einfach ganz locker auf den Schoß.

Jetzt konzentrieren Sie sich einmal darauf, welche Muskeln Sie alle anspannen und versuchen Sie diese nach und nach zu entspannen.

Am besten fangen Sie an den Füßen an, und arbeiten sich systematisch bis zur Kopfhaut hoch. Vergessen Sie dabei auch nicht solche Muskeln wie den Kiefer oder die Zunge.

Merken Sie, wie angespannt sie eigentlich sind und wie viel Anspannung davon gar nicht nötig ist?  

Beobachten Sie sich jetzt ruhig auch mal in anderen Situationen und achten Sie dabei vor allem darauf, wann und wo Sie Spannungen aufbauen.

Achten Sie beispielsweise einmal auf Ihre Reaktion wenn die Türglocke oder das Telefon klingelt. Viele Leute springen sofort auf, weil sie es nicht anders gewohnt sind.

Auch hier greift die Alexandertechnik. Der Mensch soll einfach lernen, auf solche äußeren Reize nicht mehr sofort aus Gewohnheit zu reagieren, sondern unter dem ganz bewussten Einsatz seines Willens.

Die Entwicklung der Alexandertechnik

Entwickelt wurde diese Technik von dem australischen Schauspieler Frederick Matthias Alexander (1869-1955).

Der Anstoß dazu waren seine eigenen Stimm- und Atemprobleme, die ihn bei der Ausübung seines Berufs der Schauspielerei stark behinderten.

Durch eine intensive Selbstbeobachtung stellte er fest, dass diese Probleme dadurch entstanden sind, weil er sich aufgrund einer starken Fehlhaltung selber seinen Brustkorb einengte.

Diese Erkenntnis spornte ihn zu weiteren Beobachtungen und Experimenten an und so entwickelte F. M. Alexander mit den Jahren seine Technik, die er dann ab 1931 auch an interessierte Schüler weitergab.  

Die Grundlage dieser Methode, ist Alexanders Überzeugung, dass alle physischen und psychischen Prozesse im menschlichen Körper fest miteinander in Verbindung stehen.

Warum die Alexandertechnik?

Die Motive, warum Menschen sich für die Alexandertechnik entscheiden, können ganz unterschiedlicher Natur sein.

Da sind einmal natürlich bereits bestehende Beschwerden, die auf bestimmte Fehlhaltungen zurückzuführen sind.

Aber auch Menschen, die intensiv mit ihrem Körper arbeiten, wie Sportler, Tänzer, Sänger oder Schauspieler entscheiden sich oft für diese Technik.

Durch die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper und seinem eigenen Verhalten kann die Alexandertechnik zu einem deutlich besseren Körperempfinden führen und auch beim Abbau von Stress helfen.

Nur unter genauer Anleitung

Da die Formen der antrainierten Bewegungsabläufe und der Fehlhaltungen so unterschiedlich und individuell sind, wie die Menschen selbst, kann eben auch kein einheitliches Trainingsprogramm absolviert werden.

Die Alexandertechnik sollte daher auch wirklich nur von ausgebildeten Trainern vermittelt werden.

Nur qualifizierte Lehrer sind in der Lage, die mitunter minimalen Abweichungen im Bewegungsmuster des Schülers zu erkennen, um ihn dann mit den Händen darauf hinzuweisen, wo genau sich die Blockaden befinden.

monros, am 13.01.2013
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Bildquelle:
© axel alm (Gassi gehen ist auch für Herrchen gesund)

Autor seit 6 Jahren
113 Seiten
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