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Illustration zur Volga - Reisegefährt der Wikinger.

Frühe Geschichte

Erste Siedlungsspuren fand man auf der Insel des Dnepr und an der Küste zum Schwarzen Meer. Es dürften also bereits mehrere 1000 Jahre lang Menschen in dieser Gegend geben.

 

Es siedelten Polen, Severjanen, Vjatičen im heutigen Gebiet der Ukraine und damit waren sei dem Chazaren-Herrscher tributpflichtig. Vermutlich entwickelten sie stammes- oder sippengemeinschaftliche Strukturen, die in den Waldsteppen entlang des Dnepr um vor allem wirtschaftliche Belange bemüht waren und mit den anderen Gruppen der finno-urgischen oder baltischen Stämme, auch den nomadischen Turkvölkern Güter und Dienstleistungen handelten und genauso friedlich wie manchmal gewalttätig zusammenlebten.

Nestor der Mönch auf dem HöhenklosterNeben der Hypatius Chronik (15.) wurde auch die sogenannte Nestorchronik verfasst, die für das Jahr 882 einen Eintrag der Gründung einer ostslavischen Staatlichkeit zeigte: Die Kiever Rus.

Es ist nicht so sehr Staatsgründung, wie eine Art Herrschaftsverdichtung. Es war dieses Gebiet der Rus weder eine begrenztes Herrschaftsgebiet, sondern die Vereinigung stellte einen integrationsprozess dar, der einerseits die Ausweitung der Tributpflicht auf verschiedene Stämme (Novgorod) vorsah und andererseits ein gewisser Einfluss des varägischen (skandinavischen) Dreigergespannes zuließ, was später von nationalen ukrainischen Historikern bestritten wurde. Denn ein so traditionelles Moment, wie die Gründung der Kiever Rus sollte nicht durch "fremde Einflüsse" mitgetragen werden. Viel mehr sollte die Rus für Moskau und das spätere Zarenreich einen historischen Bezugspunkt darstellen. Nun, ob ein skandinavischer Einfluss diese Bedeutung wirklich hätte schmälern können, sei an dieser Stelle nicht hinterfragt. Viel mehr kam es bald zu starken Nationalbewegung in verschiedenen Gegenden und so konnte keine skandinavische Kraft zugelassen werden, wenn es doch um die Staatsbildung in verschiedenen Gegenden, etwa Weißrussland, ging.

Die Weißrussen galten bald als Bevölkerung mit hohem Anteil an waffentragenden Bewohnern und gelangten oft auch in Konflikt mit den Bevölkerungsteilen aus anderen Gebieten, etwa jenen mit skandinavischen Wurzeln. Damit wurde den skandinavischen Einwanderern oft schnell klar, dass sie sich mit den Sitten der Slaven arrangieren.

Im Chazarenreich der Jahre 964 und 966 kam es zu Feldzügen gegen die Stämme der Ostslaven, die den Tribut an den Herrscher verweigerten. Zu diesen Stämmen gehörten die Pečenegen.

Die Kiever Rus' war damit nicht national sondern dynastisch. Im Zuge dieser Genese des Reiches seit dem Mittelalter kam es auch zu offizieller Geschichtspolitik und -schreibung, bei der ein zwölfbändiges liturgisches Monatsbuch und das "Stufenbuch" Stepenaja Kniga entstand, das aus dem Jahr 1563 datiert. In diesem wurden der Stammbaum der Moskauer Herrscher dargelegt.

 

 

Information aus der Nestor-Chronik, die die Geschehnisse dokumentiert: 11. Jh (Bild: https://www.welt.de/geschic...)

Es gab eine Vorstellung davon, der Moskauer Staat bzw. das Russländische Imperium sei das legitime Erbe der Rus'. Auch bildeten sich mit der Zeit unter den Einflüssen verschiedener Gelehrter und Intellektueller Begriffe und Vorstellungen wie jener der "Großrussen" im Gegensatz zu Weiß- und den "Kleinrussen" heraus, womit Ukrainer bezeichnet wurden. Ukrainisch-nationale Historiker hingegen weigerten sich, die Verkleinerung anzuerkennen und stemmten sich gegen diese Sichtweise. Im Gebiet um Kiew bildeten sich starke Zentren, auch in der heutigen Gegend Weißrusslands. In der Gegend von Kiev ließen sich Askold und Dir als Fürsten nieder. Sie nannten Ihre Siedlung Kiänugard.

In Kiev wurde damals bereits rege Fernhandel mit dem byzantinischen Reich betrieben und erwarb damit eine überregionale Bedeutung im Mittelalter.

 

Religiös kam es im Jahr 988 zur Übernahme des Christentum, was bis heute einen bedeutenden Schritt darstellt. Der Kiever Großfürst Voldymyr (Vladimir; rus.) taufte die ganze Rus stellvertretend und schuf damit einen Moment der kollektiven Erinnerung in der ukrainischen Geschichte. Es heißt, dass dies in erster Linie eine Maßnahme zur Stabilisierung seiner Herrschaft darstellte, verständigte er sich och mit den Kaisern Konstantin VIII und Baselius II. hinsichtlich der Waffenhilfe. Allerdigns hatte dieser Schritt weitreichende Folgen für die kulturelle Entwicklung der Ostslaven in der Rus. Die Taufe stellte einen Prestigezuwachs dar und die Rus wurde ein Mitglied der christianitas.

 

Wann wurde die Rus' getauft?

Mit der Hinwendung der Rus zum Christentum wurden die Handelsbeziehungen verstärkt und die Kontakte zwischen den Dynastien auch intensiviert. Man tauschte sich mit dem östlichen Europa aus und diese guten Kontakte blieben bis ins 14. Jahrhundert aufrecht. Heiratspolitik zwischen ostslavischen Prinzessinnen an Höfen des Westens waren gerne gesehen. Die Rus erlebte eine Blütezeit, die mit dem Ende der Herrschaft Jaroslavs des Weisen (1054) allmählich zuende ging und das Reich dem Zerfall preisgegeben wurde.

 

Die Identität der mittelalterlichen Bevölkerung orientierte sich an Herrscherhäusern, an Dynastien und religiösen sowie ständischen oder regionalen Linien, weniger an nationalen. Die Ukrainer sehen eine klare ethnische Trennung zwischen Ukrainern und Russen und weigern sich trotz aller Einflusse gegen eine Sichtweise die die Ukraine zum "kleinen Bruder" einer Großrussischen Macht stilisiert. Viele Historiker der Ukraine weisen immer wieder darauf hin, dass die ethnischen Kerne und Ursprünge keineswegs mit den russischen gemein sind.

 

Welches sind die wesentlichen Chroniken des Mittelalters im Gebiet der heutigen Ukraine?

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