Die Prinzessin und die Hofberichtersatterin

Meine Katzenprinzessin heißt Stella, ist heute den vierten Tag bei uns und tritt das Erbe des Katzenkönigs Stellan an, der vor einen halben Jahr nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb.

Der erste Morgen mit Stella war für mich verwirrend, denn die Kleine hat tatsächlich immer nur ca. 20 Minuten am Tag mal geschlafen oder gedöst und war bis um 00:30 wach und aktiv, obwohl ich alles abgedunkelt hatte und mich selbst auch mit Buch aufs Bett legte. Ich bin dann eingeschlafen, während sie noch im Schlafzimmer herumtobte. Vermutlich hat sie sich dann irgendwann an mich gekuschelt, denn ich bin aufgewacht (morgens um 3:00) von feuchten Katzenküssen auf Nase und Mund und ein bis vier Pfötchen in meinem Gesicht.

Ich hatte schon in einem der vorhergehenden Artikel hier berichtet, dass sie von Beginn an förmlich an mir klebt. Das geht so weit, dass sie unbedingt mit in den Garten will, wenn ich die Pflanzen wässere - von wegen zwei bis drei Wochen Eingewöhnungszeit. Seit heute machte ich meine Rundgänge durch den Garten mit ihr - allerdings sitzt die Kleine dabei auf meiner Schulter! Das war ihre Entscheidung (teilweise). Ich lasse sie einfach noch nicht frei laufen, da sie noch so klein ist und noch nicht geimpft etc, wie ich in dem Artikel zuvor bereits schrieb - aber sie soll sich schonmal umgucken dürfen. Außerdem ist es drinnen so warm, dass frische Morgenluft jedem zustehen sollte.

Sie setzte sich übrigens von selbst auf meine Schulter, gleich am ersten Tag, während ich auf der Couch saß. Insofern war das kein Drahtseilakt. Im Gegenteil, sie wechselt meine Schulter während ich gehe. Als sie hinten im Nacken saß, beugte ich mich vor, damit sie nicht fällt - und kam mir vor wie eine alte, buckelige Hexe mit ihrer Katze auf der Schulter. Da fehlten nur noch der Besen und der lange, Filzhut.:))

(Bild: Foto: privat © E. Meier)

Nun zu den Regeln

Ich beziehe mich damit auf meine Recherchen und meine vorherigen Artikel des Abenteuerberichts. Die hier genannten Regeln sind nicht alle Regeln und auch nicht die wichtigsten, die Liste ist bewusst unvollständig und kurz gehalten - denn ich berichte in regelmäßigen Abständen, was meine kleine Stella so erlebt. Sie mit mir und ich mit ihr.

1. Kitten in einem Raum halten bis es sich an die Gerüche und Hausbewohner gewöhnt hat

Vergesst es! Lasst alle Türen angelehnt, bei uns sind überall die Kinderstopper an den Türen (gibt's in der Drogerie mit den zwei Buchstaben in der Babyabteilung) und jeder hat freien Zugang - es sei denn jemand braucht mal Privatsphäre. Dann einfach Stopper abziehen, Tür zu.

Meine Stella wollte gleich alles sehen. Irgendwo habe ich mal gelesen, was ein Haus zu einem echten Zuhause macht und warum dieses Gefühl für Kinder intensiver ist als für Erwachsene. Es liegt daran, dass Kinder in jede Ecke kriechen und in ihrer Phantasie in den dunkelsten Ecken die tollsten Abenteuer erleben. Egal ob mit Barbiepuppen oder Ritterburgen. Genauso ist es für die Haustiere. Sie kriechen und klettern in jede Ecke, finden auch jede Stelle, die man längst hatte reparieren wollen und das alles in kürzester Zeit. Stella war irgendwie sofort zu Hause. Sie fand die alten Verstecke unseres Katers (dem Katzenkönig) am zweiten Tag und sie war in keinster Weise ängstlich oder zurückhaltend. Eher wie eine Abenteurerin und Entdeckerin. Ich bin hier, die Welt ist groß, also muss ich mich ranhalten mit dem Erobern.

2. Kittentoilette und bloß kein Klumpstreu

Ja und nein. Die Kittentoilette und das Streu habe ich besorgt, um die gleiche Situation zu bieten wie in der Aufzuchtfamilie - aber die große Katzentoilette war irgendwie wohl interessanter, denn da war mehr Streu drin (die ist ja auch tiefer). Das viele Streu verleitet zum Buddeln und das kommt meiner Kleinen und ihrem Reinlichkeitsanspruch sehr entgegen. Allerdings hat sie zu Beginn ein paar Krümel von dem Klumpstreu gegessen. Es sah jedenfalls so aus. Vielleicht hat sie auch nur intensiv daran geschnuppert, weil die Toilette gewiss auch trotz Reinigung und Desinfektion nach unserem Katerle riecht - und sie lebt noch, ist also nicht an irgendwelchen Streukrümeln erstickt, hat sich nicht verschluckt oder sonst irgendwas.

3. Katzen schlafen viel, Kitten umso mehr und brauchen vieeel Ruhe zum Eingewöhnen

Eh, nö. Im Moment ja, denn wir haben 25°C im Haus und da ist jeder schlapp, aber ansonsten sind ein volles Spielprogramm und jede Abwechslung willkommen - bis nach Mitternacht!

4. Intelligenzspielzeug

Also die Dinger sind bei meinen beiden Katzen gut angekommen und angenommen worden - aber wie jetzt Intelligenzspielzeug? Beide, sowohl der Kater Stellan als auch die Kleine hatten innerhalb von Sekunden heraus, wie man die Leckerlis (für den Kater) bzw. den kleinen Spielball und die Stoffmaus (der Katze) aus den vielen Löchern wieder herausbekommt.

Da wir in all den Jahren öfter Katzen "zu Besuch" hatten, kann ich berichten, dass dies nicht jede/r Katze/Kater kapiert. Ich habe Katzen erlebt, die sehen, wie die Leckerlis hineingegeben werden und bleiben völlig regungslos davor sitzen, schnuppern, gucken in die Löcher und tun nichts, versuchen es nicht mal. Dreimal um die Box herum streichen und dann sitzen sie wieder fragend vor einem und betteln um Leckerlis. 

Sind Katzen wirklich so unterschiedlich "intelligent"? Dann bekommen meine beiden sofort und post mortem den Zweitnamen "Einstein".

5. Treppen steigen rauf und runter - oder das Kätzchen tragen?

Stella wollte schon als ich sie zum ersten Mal hoch getragen hatten selber wieder hinunter. Ich bin mit ihr gegangen. Stufe für Stufe, und so konnte sie bereits am zweiten Tag die Treppe hinunter laufen. Seit heute kann sie auch eigenständig hinauf. Das entspricht überhaupt nicht den Regeln, Anleitungen, Weisheiten, Tipps oder was auch immer!!!!

Und ich finde meine Kleine ist mega cool!

Fazit nach diesen ersten Erlebnissen: Macht euch nicht verrückt, bleibt entspannt und souverän in jeder Situation (auch wenn's heikel wird) und die Tiere folgen euch ohne Problem, angstfrei und neugierig überall hin. 

So weit für heute, unseren vierten Tag mit Stella, der Katzenprinzessin. Es ist Zeit fürs Abendessen!

 

Lili, am 25.06.2019
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Bildquelle:
Foto privat © Elisabeth Meier (Ein Kätzchen zieht ein und wird Prinzessin (Stella Teil 1))
Jessica Schroth/pixelio.de (Margret Mitchell - die Frau, die 'Vom Winde verweht' schrieb)
© wegedesleben.info (Chanukka oder Hanukkah - das jüdische Lichterfest)

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