Der Hector-Delfin ist nur an den Küsten Neuseelands verbreitet - Vom Aussterben bedrohte kleine Meeressäuger

Hauptsächlich um die nördlichen Küstenbereiche der neuseeländischen Südinsel kommen noch etwa 2000 Hector-Delfine vor. Das ist ein alarmierend geringer Restbestand dieser schönen kleinen Meeressäuger, denn in den 1970er Jahren waren es noch etwa 28.000 Tiere.
Die Verschmutzung der Meere und vor allem die Treibnetzfischerei machen ein normales Leben im Meer für die kleine Delfin-Art und auch für viele andere Meerestiere unmöglich. Da die ganze Spezies so stark bedroht ist, stehen die kleinen Wale unter strengem Schutz.

Die kleinste Wal-Art der Welt - der ...

Die kleinste Wal-Art der Welt - der Hector-Delfin (Bild: Liane Hinkenrode-Künl)

Wie leben Hector-Delfine?

Hector-Delfine bleiben meist in Ufernähe und entfernen sich nicht weiter als 10 Kilometer von der Küste. Weite Wanderungen unternehmen die kleinen Meeressäuger nicht, sie sind weitgehend standorttreu. Im Allgemeinen tauchen sie nicht mehr wie 20 Meter tief. Sie lieben Geselligkeit und treten mindestens zu zweit auf. Gern bilden sie auch kleinere Gruppen mit bis zu 10 Tieren. Junge Männchen schließen sich bisweilen zu einer eigenen Gruppe zusammen. Oftmals verbinden sich Kleingruppen zu einer Großgruppe, einer sogenannten Schule, die bis um die 100 Tiere umfassen kann.

Hector-Delfine sind untereinander sehr gut verträglich, es finden keine Rivalenkämpfe statt. Im Gegenteil, sie spielen oft miteinander und mögen es gerne, wenn sie sich gegenseitig berühren. Auch machen sie gerne Sprünge aus dem Wasser, um wieder laut spritzend einzutauchen. Die Verständigung untereinander erfolgt auch bei Hector-Delfinen durch Pfeifgeräusche und Klicklaute, der typischen "Wal- und Delfinsprache".

Sie verbringen viel Zeit mit der Jagd nach Fischen, kleineren Kopffüßern und Krebsen. Ihre Nahrung suchen sie mit Echolot. Wie alle Delfine verfügen auch die kleinsten Vertreter dieser flinken Meeressäuger-Gattung über ein spezielles Organ, das "Melone" genannt wird und das ihnen die Echoortung ermöglicht.
Verspielt und neugierig, wie Delfine allgemein sind, haben auch Hector-Delfine kaum Scheu vor Menschen und folgen auch gerne Schiffen.

Hector-Delfine - klein und kontrastreich

Hector-Delfine können eine Gesamtlänge von 1,50 Meter und ein Maximalgewicht von 60 kg erreichen. Im Körperbau erinnert dieser kleine Wal an den Schweinswal (Phocoena phocoena), der auch in deutschen Küstengewässern heimisch und mit einer Länge von etwa 1,80 Meter nicht viel größer ist.

Wie alle Schwarz-Weiss-Delfine weisen auch die kleinen Hector-Delfine eine interessante auffällige Körperfärbung auf. Während ihre Oberseite eher dunkelgrau ist, sind Brustflosse (auch "Flipper" genannt) und Rückenflosse (Finne) schwarz gefärbt. Weiss gefärbt dagegen ist die Unterseite von der Kehle bis zum Ansatz der Rückenflosse. Die Kopf-Oberseite (Melone) ist eher silbrig grau. Der für Delfine typische "Schnabel" ist beim Hector-Delfin sehr kurz, das Maul ist leicht zugespitzt.

Weibchen sind erst mit etwa 8 Jahren im gebärfähigen Alter, und sie bekommen nur alle 2 bis 4 Jahre ein Junges. Neugeborene Babies wiegen etwa 9 kg und sind etwa 50 cm lang. Die Tiere können unter günstigen Bedingungen bis zu 20 Jahre alt werden.

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Der Maui-Delfin ist der seltenste Delfin der Welt - 2012 wurden nur noch 55 Exemplare gezählt

Die polynesische Gottheit Maui war namensgebend für die extrem vom Aussterben bedrohte Unterart des Hector-Delfins, den Maui-Delfin (Cephalorhynchus hectori maui). Im Jahr 2004 konnten Wissenschaftler nur noch 111 Tiere zählen, aktuell sollen es nur noch 55 Stück sein.

Einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv vom März 2012 zufolge gibt es nicht einmal mehr 20 Weibchen des Maui-Delfins, die Jungtiere zur Welt bringen könnten.

Gegen ihre natürlichen Fressfeinde, Haie und Schwertwale, konnten sich die Maui-Delfine Jahrtausende lang behaupten, auch Krankheiten konnten die Unterart des Hector-Delfins nicht in ihrem Bestand gefährden. Aber gegen Umweltverschmutzung und vor allem rücksichtslose Fischerei-Interessen können sich die Tiere nicht wehren.

Ob die Unterart vom kleinsten Delfin der Welt doch noch vor dem Aussterben bewahrt werden kann, wird die nahe Zukunft zeigen. Wissenschaftler haben die neuseeländische Regierung seit langer Zeit informiert, dass die Maui-Delfine bald verschwunden sein könnten.

Verbreitung von Hector-Delfin (rot) ...

Verbreitung von Hector-Delfin (rot) und Maui-Delfin (orange) (Bild: Liane Hinkenrode-Künl / Gerhard Künl)

Bisherige Schutzmaßnahmen für den Maui-Delfin reichen nicht aus

Obwohl die aussterbende Unterart des Hector-Delfins weiterhin durch die küstennahe Fischerei bedroht wird, hat die neuseeländische Regierung keine weiteren Schutzmaßnahmen erlassen. Hier wird argumentiert, dass die bisherigen Gesetze zum Schutz des Maui-Delfins ausreichen müssten. Ein großer Bereich des Lebensraums wäre schon unter Schutz gestellt. Ganz offensichtlich fürchtet die Regierung die starke Fischer-Lobby.

Tierliebhaber und Tierschützer aus aller Welt hoffen, daß wenigstens die Treibnetz-Fischerei endlich verboten wird, denn dabei werden nicht nur unverhältnismäßig viele Fische gefangen, sondern es sterben auch viele weitere Tiere, wie Meeresschildkröten, Robben, Wale und eben auch Delfine als sogenannter "Beifang".

Autor seit 4 Jahren
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