Cecilia Bartoli als Exorzist

Cecilia Bartoli als Exorzist (Bild: Universal/Uli Beit)

Mission

Mit "Mission" legt die italienische Sängerin, eine der großen Primadonnen unserer Zeit, ein faszinierendes, wie überraschendes Werk vor.

Wer von den Klassikfans hätte schon jemals etwas von einem italienischen Barockkomponisten namens Agostini Steffani gehört?

Schon nach wenigen Takten erkennt man, dass die Bartoli gut daran getan hat, diesen Komponisten und sein Werk eine Bühne zu geben, die Steffani zweifellos gebührt.

Der APA gab Bartoli unlängst ein Interview, worin sie präzisierte:

" In seinem Fall kann man fast von einer revolutionären Entdeckung sprechen. Als ich die Blätter aus den Bibliotheken in London und Wien bekam, dachte ich zunächst, dass ein Fehler gemacht wurde und sie mir den jungen Händel geschickt haben. Aber es war natürlich Steffani. Durch ihn habe ich realisiert, woher Händel kam. Er ist quasi der Großvater von Händel. Seine Musik hat diese unbeschreibliche Kraft, er ist das Verbindungsglied zwischen Renaissance und Frühbarock. In dieser Periode entwickelte sich die Musik in eine neue Richtung. Als er das realisierte, nutzte er die Harmonien, die Strukturen, und ging dabei auch ein Risiko ein."

Diese Entdeckerfreude blitzt aus jeder Arie von "Mission" hervor, sei es das wunderbare "Amami, e vederai", oder "Non prendo consiglio", alles Arien von barocker Meisterschaft, melodisch und künstlerisch ausgefeilt.

Mit Donna Leon

Das außergewöhnliche an "Mission" besteht aber nun auch darin, dass Cecilia Bartoli mit Donna Leon, der weltbekannten und erfolgreichen Krimiautorin, eine kongeniale Mitstreiterin für ihr Projekt gefunden hat. Leon begleitet Bartolis neues Album mit einem Roman, der das geheimnisumwitterte Leben des Komponisten beleuchtet.

Auf diese Zusammenarbeit angesprochen, verrät die Primadonna der APA:

Ich kenne sie ja seit vielen Jahren. Wo Händel aufgeführt wird, da ist auch Donna Leon. Und als ich Steffani entdeckte, rief ich sie sofort an: "Donna, dieser Komponist klingt wie der Großvater von Händel!" Worauf sie herzlich gelacht hat. Aber am Ende konnte ich sie überzeugen, auch von seinem mysteriösen Leben. Und so begannen wir uns seine Geschichte auszumalen und Spekulationen anzustellen. Je mehr wir das untersuchten, umso mysteriöser wurde es. Und das hat sie inspiriert. Wenn man so die Welt der Musik mit jener der Literatur verbinden kann - warum nicht? Es ist etwas Neues. Wenn jene, denen die Musik gefällt, dann Donna Leons Buch kaufen, dann ist das doch großartig. Genauso wie umgekehrt."

Eine Entdeckungsreise

Mit "Mission" hat die Stimmvirtuosin Cecilia Bartoli wieder einmal die Klassikfans überrascht und fasziniert. "Mission" ist große Stimmkunst verbunden mit zeitloser, wunderbarer Orchestermusik

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