Die erwähnte Erfahrung...

Bei meinem ersten Besuch hatte ich einen kleine, selbst genähte, kuschelige Quiltdecke mitgenommen. Frisch gewaschen, aber die kleine Decke roch bestimmt nicht nur nach mir, sondern auch ein bisschen noch nach meinem Stellan. Ich bat die "Ziehmutter", die die Kätzchen wohl fand und per Hand aufgezogen hat, die Decke mit in den Schlafbereich der vier Kitten zu legen. Zum einen wurden die Gerüche aus meinem Haushalt somit für mein zukünftiges Kätzchen vertraut und zum anderen hinterließen auch all ihre Geschwister ihre Duftmarken auf der Decke.

Dieser kleine Trick hat ihr den Übergang in unser Haus als etwas ganz Natürliches erscheinen lassen. Sie "klebt" förmlich an mir, weil sie meinen Geruch kennt; gleichzeitig entspannt sie sich auf der Decke schnell, weil die auch nach ihren Geschwistern riecht. Ich selbst bin total erleichtert, dass der Trick so gut funktioniert.

Ich kam also mit meinem großen Katzenkorb dort an. Mein Kater war wirklich groß, mir war gar nicht bewusst wie groß. 6,2 kg und trotzdem schlank, langbeinig und fit. In der Küche bei den kleinen Kitten, die dort bereits herumtobten, stellte ich den Korb einfach ab und genoss den Moment, die Kleinen beim Toben zu beobachten. Eines der Kitten hatte den Korb schnell entdeckt und inspizierte ihn. Ich öffnete das Gitter, sodass der Holzstöpsel nun lose baumelte. Es dauerte keine 2 Minuten, da war dieser Korb, mit seiner Decke, der ganz sicher auch noch nach meinem Kater roch und den Geruch unseres Haushalts trug, im Mittelpunkt des Geschehens. 

Neben den kleinen Kitten wurde mein Katzenkorb zu einem großen Berg, der erklommen werden musste, war eine Höhle, aus deren Innenraum man die kletternden Geschwister von unten ärgern konnte und der baumelnde Holzstöpsel war für alle vier Kätzchen die Hauptattraktion, damit er weiter schaukelte wurde er von allen abwechselnd angestupst - vier Kätzchen waren also mit der Eroberung eines Transportkorbes beschäftigt. 

Das ist erwähnenswert, weil es für den Umzug meiner Kleinen perfekt war. Sie hat den Korb freiwillig betreten, in ihm gesessen und mit ihren Geschwistern gespielt, ist auf ihm herumgeklettert und ihre Geschwister ebenso. Ihr Geruch hat sich überall verteilt und so konnte ich nach einer langen Weile den Moment nutzen als sie alleine im Korb saß und das Gitter schließen. Klar, das fand sie doof, aber so wurde es ein sanfter Abschied von den Geschwistern.

Was mir mein Erfahrungsschatz bis dato nicht offeriert hatte, war, dass sich ein derart kleines Kitten durchaus mal eben während der Autofahrt durch die doch recht weit auseinander stehenden Gitterstäbe quetschen kann!

Ist gerade nochmal gut gegangen, aber empfehlenswert ist es wirklich, so ein Gitter mit irgendeinem Fenstergardinen- oder Fliegengitter-Stoff abzusichern.

Wir sind heil nach Hause gekommen und waren beide froh, dass der Korb dann endlich geöffnet wurde. Willkommen zu Hause, Stella!

Erstes Foto der Hofberichterstatterin: Die Prinzessin gähnt, ist hundemüde, aber Weltentdeckungen haben Vorrang.

(Bild: Foto: privat © E. Meier)

Die Welt will entdeckt werden, aber...

Nachdem Stella entdeckt hatte, dass wir einen großen Garten hatte, wollte sie jedesmal gleich mit hinaus. DAS ist ein "No-go" für ein neues Kätzchen. Die Eingewöhnungszeit im Haus beträgt 2-3 Wochen, also 14 bis 21 Tage. Dann darf eine Katze das Haus für einen kurzen, begleiteten Gartenbesuch zur Eingewöhnung verlassen. Täglich steigern, dann wird sie später von ihren Streifzügen garantiert wiederkommen. Andernfalls kann sie schlichtweg die Orientierung verlieren, weil ihr Revier noch gar nicht von ihr markiert ist.

Für Kitten gilt, dass sie nicht aus dem Haus dürfen, bevor der Impfschutz nicht vollständig ist. Katzenkinder werden erst nach 12 Wochen zum ersten Mal geimpft. Es folgt einige Wochen später die 2. Impfung und erst dann ist der Impfschutz gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut vollständig. Einige Quellen, insbesondere im Internet, belegen glaubhaft, dass auch Katzen mit diesem Impfschutz gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche ihr Leben lang immunisiert sind - genau wie bei uns Menschen. Lediglich die Tollwutimpfung muss alle 3 Jahre aufgefrischt werden. Egal, wie jeder Katzenbesitzer dies handhabt, für die Aufnahme in einer Katzenpension (bspw. während der Urlaubszeit) muss eine aktuelle Impfung nachgewiesen werden. Gleiches gilt für Reisen oder Umzüge ins Ausland, auch innerhalb der EU. Hierzulande behaupten Tierärzte, die Impfung solle jährlich stattfinden. Die komplette Impfung wohlgemerkt, inklusive Tollwut. Das ist sehr fraglich und hört sich eher nach regelmäßiger Geldeinnahmequelle an als denn nach Fachwissen.

Wissenswert: Katzen werden stets ins rechte Hinterbein gespritzt. Warum? Nun, die jährliche Impfung kann im Laufe der Jahre durch die Einstichstellen zu einem Karzinom führen - eine Krebsstufe. Sollte dies eintreten, kann der Tierarzt "problemlos" dieses rechte Hinterbein amputieren. Als ich das las, wurde mir schlecht.

Fazit: Ich kann und will hier keine Empfehlung ausgeben und rate zu Recherchen, aber ein Kitten sollte definitiv erst nach draußen, wenn der Impfschutz komplett ist - und frei laufen erst, wenn es mit einem Chip versehen und registriert wurde. 

Das Einsetzen des Chips ist gewiss schmerzhaft, denn die Spritze, die den Chip transportiert, ist ungefähr so dick wie eine Kugelschreibermine. Empfehlenswert ist hier, das Chippen im Zuge der Sterilisations- oder Kastrationsoperation vornehmen zu lassen. Dann ist das Kätzchen in Narkose und inzwischen mindestens 6 Monate alt (bei Katzen beginnt die Rolligkeit wohl zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat - dies ist allerdings genetisch bedingt. Mein Kater Stellan wurde erst mit 13 oder 14 Monaten geschlechtsreif, begann dann zu markieren, setzte sich dazu aber in die Badewanne - was sehr praktisch war. Seine Mutter war auch erst im Alter von über einem Jahr zum ersten Mal rollig geworden. 

Also wäre es eigentlich ratsam, ein Kitten bis zum Chippen im Haus zu halten bzw. nur in einem "Laufstall" unter Aufsicht im Garten spielen zu lassen. Man kann die Kleinen auch mit einem Katzengeschirr und einer langen Schnur am Gartentisch anbinden - doch bitte nur, wenn man dabei ist; eine Katze ist kein Hund und auch Welpen sollten immer Gesellschaft haben.

Doch zurück zu meiner Prinzessin: Fotos zu schießen ist gar nicht so einfach, wenn der Wirbelwind keine Lust dazu hat. Mit dem Smartphone ist alles verwackelt, da musste "schwereres Geschütz" her. Also raus mit der DSLR und los geht's... - eh, nö. Die Prinzessin hatte Wichtigeres vor, denn Weltentdeckungen haben Vorrang vor Fototerminen mit Hofberichterstattern (also meiner Wenigkeit). Ihre Hoheit geruhte zu gähnen, denn sie ist eigentlich richtig müde. Wir sind zwar beide gemeinsam nachmittags auf der Couch eingedöst, weil das Formel 1 Qualifying so einschläfernd war, aber bis eben wurde die Entdeckung der dunklen Ecken dieses Haushalts fortgesetzt. 

Jetzt ist es Schlafenszeit - auch Katzenkinder müssen früh ins Bett. Sie hat gut gegessen, alle Körperfunktionen sind intakt und der erste Tag im neuen Zuhause neigt sich dem Ende. Allerdings räumt sie im Moment mein Nähzimmer auf - oder um? Ein langer Reißverschluss ist offensichtlich ein schönes Spielzeug - Gute Nacht alle miteinander!

PS: Eventuelle, merkwürdige Tippfehler sind von kleinen Katzenpfoten entstanden. Ich werde morgen nochmal Korrekturlesen. 

Lili, vor 27 Tagen
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Bildquelle:
Foto privat © Elisabeth Meier (Ein Kätzchen zieht ein und wird Prinzessin)
Kathryn Joosten (Steh' nicht an meinem Grab und weine... - in Erinnerung an Kathryn ...)
Jessica Schroth/pixelio.de (Margret Mitchell - die Frau, die 'Vom Winde verweht' schrieb)

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