Also nochmal: Der Schnäppchenfinder surft zum Kaufhaus Amazon, aber wenn er schlauer ist, lotst er sich zu einem versteckten Nebeneingang (Link zu Amazon) des Kaufhauses. Dort erwarten ihn Tagesangebote, Ausverkaufsware, spottbillige B-Ware und 70 % auf Mode. Alles schön übersichtlich geordnet nach Warenrubriken. Wenn der Schnäppchenfinder dann zur Kasse geht, hat er weniger ausgegeben als andere Amazonkunden.

"Sonderangebote, die nur einen Tag gelten" – das ist zwar korrekt, lockt aber niemand hinter dem Ofen vor. Man wirbt mit "Deals" oder – noch besser – mit angeblich besonders billigen "Dealz". Das "z" kommt aus den ungesetzlichen Tiefen des Darknet, dem Bereich des Internets, in dem Drogen, Waffen und Virenbaukästen feilgeboten werden. Echte Schnäppchenjäger durchforsten alle bekannten Onlineportale, die Tagesdeals anbieten: www.mydealz.de, www.billiger.de, www.kostnixx.de usw. Ja, kann man machen, ist aber zeitraubend.

Wer durch den Hintereingang zu dem billigen Amazon kommt, quasi durch die Hintertür, der sagt sich mit Recht: "Warum mehr Geld zahlen als nötig?" Amazon selbst macht das so: Es zahlt dem deutschen Staat so gut wie keine Steuern. Diese Hintertür nennt sich Steuerschlupfloch. In diesem "Nebeneingang" bietet Amazon zu allen Warengruppen stark verbilligte Angebote. Man müsste nur immer daran denken, diese Website zum Einkaufen zu nutzen. Man will ja schließlich nicht zu viel bezahlen. Deshalb sichern Sie diesen Schnäppchen-Eingang mit einem Lesezeichen.

 

Die Preislüge

Geht Ihnen das auch so? Wenn ich bei Amazon bestellt habe, fühle ich mich so gut, als hätte ich preiswert eingekauft. Woher das wohl kommt? Durch einen alten Verkaufstrick: Man streiche einen alten Preis durch und ersetze ihn durch einen preiswerteren. Doch wenn man genauer hinsieht, ist es eine "Unverb. Preisempf.", die durchgestrichen ist. Die sog. unverbindliche Preisempfehlung wird vom Hersteller oder Großhändler ermittelt, muss aber nicht unbedingt angegeben werden. Doch Amazon tut es bewusst, damit sich der Kunde besser fühlt.

Wer verkauft eigentlich seine Ware zum Preis dieser "Unverb. Preisempf."? Zum Beispiel Fachgeschäfte, die in edlen Einkaufspassagen teure Ladenmieten zahlen müssen. Oder Tante-Emma-Läden, die ums Überleben kämpfen. Amazon muss nirgendwo teure Ladenmieten zahlen oder ums Überleben kämpfen, sondern vertreibt seine Waren über Logistik- und Verteilerezentren, meist auf dem platten Land, jedenfalls weit, weit weg von teurem Stadtgrund.

Das einzige, was bei Amazon billig ist, das sind die Billiglöhne seiner über 10.000 festangestellten Vollzeit-Mitarbeiter. Verdi meint sie müssten nach dem Tariflohn des Einzel- und Versandhandels bezahlt werden, nicht nach dem Niedriglohn der Logistikbranche. Doch Amazon kennt (vorerst!) keinen Tariflohn – also kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine Zuschläge für Nachtarbeit, Urlaub, für Sonn- und Feiertage, auch nicht für Weihnachten. Das einzige, was Amazon will, ist: mehr verdienen, noch mehr verdienen und mich glauben lassen, ich hätte preiswert eingekauft! 

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