Der iRobot Braava 380t

Nichts als die Wahrheit

Im Gegensatz zu manchen anderen Testportalen und Blogs findet Ihr hier einen ungeschminkten Tatsachenbericht, der auf mehr als drei Jahren Erfahrung mit dem iRobot Braava beruht.
Außerdem gibt es noch Videos und Fotos vom täglichen Einsatz unseres Putzkameraden und am Ende ein paar Geheimtipps, mit denen Ihr noch mehr aus dem Braava herausholen könnt.

Nicht zu vergessen: Am Ende des Artikels findet Ihr ein ganz spezielles Video. Mehr wird hier nicht verraten.

Was dieser Artikel nicht bietet: seitenweise Erklärungen zu teurem und überflüssigen Zubehör, Hintergründe über das Unternehmen iRobot, geschönte Werbetexte und alles andere, was sich auf Dutzenden anderen Internetseiten finden lässt und schon hundertmal geschrieben wurde.

iRobot Braava - was er kann

Im Gegensatz zum iRobot Roomba des gleichen Unternehmens, handelt es sich beim Braava nicht um einen Staubsaugerroboter. Das Gerät fährt mit einem Tuch über den Boden und wischt. Es gibt nur wenig vergleichbare Geräte, zum Beispiel der Vileda Virobi. Dieser spielt mit einem Preis um die 50 Euro allerdings in einer völlig anderen Liga - auch was die Leistungsfähigkeit angeht.

Der Braava reinigt harte Oberflächen, also z.B. Parkett oder Fliesen mit zwei verschiedenen Programmen:

  • Trocken, also eine Art Boden-Staubwischen. 
  • Feucht, dazu hat das Gerät einen speziellen Wischaufsatz, der mit Wasser gefüllt wird und das Bodentuch benetzt. Man kann entweder ein mitgeliefertes Mikrofaser-Tuch verwenden oder Feuchttücher, zum Beispiel von Swiffer. Die Produkte von Händlern wie DM oder Rossmann funktionieren natürlich auch. 
iRobot Braava 380t: trockenes Wischen
iRobot Braava 380t: feuchtes Wischen

Da er mit einer Höhe von weniger als acht Zentimetern relativ flach ist, kommt der Braava beim Reinigen auch unter viele Möbel, zum Beispiel Betten oder Regale.

Mit einer Batterieladung schafft der Roboter je nach Hindernissen und gewähltem Wischprogramm erfahrungsgemäß ca. 40 (feucht) bis 80 (trocken) Quadratmeter. Danach muss das Gerät für ca. 4 Stunden an die Ladestation. Wer es extrem eilig hat, kann sich eine sogenannte "Turbo-Ladestation" besorgen, die den Ladezyklus halbiert. Den Preis von ungefähr 70 Euro finde ich persönlich aber unverschämt.

Es ist jedes Mal wieder erstaunlich, welche Mengen an Staub und Schmutz der Braava einsammelt. Außerdem macht es mir immer noch Spaß, den schwarzen Putzteufel ab und zu bei seiner Arbeit zu beobachten. Wahrscheinlich auch, weil ich mich darüber freue, dass mir gerade das Putzen erspart bleibt...

iRobot Braava - was er nicht kann

Der Braava ersetzt sicher nicht das gelegentliche Saugen und Wischen per Hand. Das hat mehrere Gründe:

  • Aufgrund der Größe sind manche Ecken für den Braava grundsätzlich nicht erreichbar.
  • Größere Krümel oder anderen groben Schmutz muss man von Hand entfernen. Der Braava ist nun einmal kein Staubsauger und schiebt solchen Schmutz vor sich her, bis er ihn irgendwo verliert.
  • Der Druck, mit dem der Braava das Tuch über den Boden bewegt, ist relativ gering. Damit scheitert er an stark angetrockneten Flecken.
  • In Räumen mit besonders hochwertigen Möbeln oder sturzempfindlicher Dekoration ist Vorsicht geboten, da der Wischroboter mit einigem Schwung gegen Hindernisse fährt. Der Ton der obigen Videos gibt davon einen Eindruck.
  • Die Navigation des Gerätes ist nicht völlig ausgereift. In größeren Wohnungen oder wenn zu viele Hindernisse auf engem Raum stehen, verliert der Braava gelegentlich die Orientierung. Dann bricht er entweder das Programm ab und muss neu gestartet werden, oder er reinigt nicht die gesamte Fläche. Es gibt dazu eine technische Lösung von iRobot, die sog. Virtual Wall. Im Prinzip ist das ein kleiner Kasten, der einen Infrarot-Strahl aussendet. Der Braava erkennt diesen als Mauer und fährt nicht weiter. Mit 40 bis 50 € ist das aber ein teures Vergnügen, besonders wenn man mehrere dieser Virtual Walls benötigt
Das hat sich doch gelohnt...

iRobot Braava – persönliches Fazit

Wie schon gesagt, habe ich den Kauf des Braavas bis heute nicht bereut. Außer dem Austausch der Batterie, der mit 20 Euro zu Buche schlug, sind keine Kosten für Ersatzteile angefallen.

Und ganz abgesehen von seiner Leistung ist mir der schwarze Würfel auch ans Herz gewachsen. Wegen seines völlig unmelodischen aber irgendwie niedlichen Piepens heißt der Braava inzwischen bei uns zuhause übrigens nur noch: Biebo.

Nach Lektüre des Artikels kann ich mir vorstellen, einen Putzroboter zu kaufen.

Die Geheimtipps

Wie versprochen hier noch einige Tipps aus mehr als drei Jahren Erfahrung mit dem Braava:

  • Vor dem Wischen möglichst viel wegräumen (z.B. Stühle), denn beim Umfahren von Hindernissen verbraucht der Braava viel Energie, was sich negativ auf die Fläche auswirkt, die er mit einer Ladung schafft. Wie das Aussehen kann, zeigt das folgende Video.
Probleme mit Hindernissen
  • Das Staubwisch-Programm auch mit feuchten Tüchern einsetzen. Der Roboter legt dann wesentlich mehr Strecke zurück und verbraucht weniger Batterieverbrauch. Das Reinigungsergebnis ist nach meiner Erfahrung recht ähnlich.
  • Beim Starten des Braavas den Programmknopf für feuchtes oder trockenes Wischen gedrückt halten, bis ein Piepton zu hören ist. Dadurch wird ein alternatives Programm gestartet, dass etwas weniger genau arbeitet. Vorteil: die Batterie hält deutlich länger. Der Verlust an Genauigkeit lässt sich meiner Meinung nach verschmerzen, da man Ränder und Ecken sowieso gelegentlich von Hand reinigen muss.
  • Für das Badezimmer nehme ich gern EInweg-Tücher von Swiffer und Co. Das gibt einen angenehmen Zitrusduft. Den Preis von ca. 4 Cent pro Tuch finde ich noch akzeptabel. Außerdem kann man die Tücher gut nutzen, um gelegentlich die Ecken nachzuwischen, die der Braava ausgelassen hat.
  • Je nach Einsatzhäufigkeit sollte man ca. alle zwei Jahre die Batterie wechseln. Man muss dazu lediglich eine Schraube und einen Stecker lösen und nach dem Batteriewechsel wieder anbringen Das Ganze ist wirklich idiotensicher. Als Handwerker mit zwei linken Händen weiß ich, wovon ich spreche. Die Ersatzbatterie ist gemessen am Kaufpreis relativ günstig zu haben und kostet zwischen 20 und 40 Euro.
  • Statt einer Virtual Wall, die mit 30 – 40 € pro Stück zu Buche schlägt, kann man einfach die entsprechenden Türen der angrenzenden Räume schließen oder ein Hindernis für den Braava aufstellen. Dieses darf aber nicht zu leicht sein, sonst findet man zum Beispiel sein Paar Schuhe plötzlich im Nachbarzimmer wieder.

Das Beste kommt zum Schluss

Wer bis hierher fleißig gelesen hat, bekommt jetzt noch ein ganz besonderes Extra.

Wie sieht unser Biebo eigentlich die Welt? Diese Frage beantwortet das folgende Video. Ich hoffe, Ihr habt beim Ansehen genauso viel Spaß wie ich beim Aufbauen des Hindernis-Parcours. Enjoy!

iRobot Brava - und wie er die Welt sieht...
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