Ich bin ein Star …

… warum kennst du mich nicht?!

Na ja, nun hat der ob dieser Kultsendung – oder sollten wir sagen Kultursendung? – ratlose klein Efes schon die letzten Jahre über die jeweils neue Staffel seinen unqualifizierten Sempf (sorry, Senf) abgegeben und irgendwie befällt ihn bei der Ankündigung der neuen Staffel ganz spontan ein weiteres Mal eine gefährliche Mentaldiarrhö. Ist nicht schon alles gesagt, was zum Dschungelcamp gesagt werden muss? Definitiv. Aber, Kontinuität verpflichtet. Auch den Schreiberling. Einziges Problem: Efes hat heute gar keine Lust zu schreiben. Schon gar nicht über das RTL-Dschungelcamp. Noch weniger über irgendwelche Pfeifen, die er gar nicht kennt und sich erst mal kundig machen muss. Was könnte man mit der Zeit heute nicht alles anfangen. Vögel beobachten, Staubsaugen, Wasserhahn reparieren oder endlich Amelie Sommerfelds neues Buch »Fernsehstars küssen auch nicht besser« lesen und rezensieren …

Aber gut, einmal dabei, immer dabei, wer A sagt muss auch B sagen, wenn ich's nicht mache, macht es keiner – oder was fallen mir auf die Schnelle sonst noch für Plattitüden ein, um es endlich anzugehen? Andererseits sagte Bertholt Brecht einmal: »Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.« Na gut, das Philosophieren wollen wir besser den Spitzenkräften im RTL-Dschungel 2015 überlassen. Also, Griffel gespitzt, Tastatur geölt und Bildschirm von Fett- und Bierspritzern gereinigt – los geht's.

Punkt 1: Wer es bis heute immer noch nicht weiß, was das Dschungelcamp ist, bekommt entweder vom Weltgeschehen überhaupt nichts mit oder hat eine positiv selektive Wahrnehmung. Sollte Zweites der Fall sein, herzlichen Glückwunsch! Wer trotz einer dieser Eigenschaften wissen möchte, was es mit den Freizeitprimaten auf sich hat, möge einen der älteren Artikel über das Dschungelcamp lesen. Ist letztendlich ohnehin austauschbar, egal welche Namen auftauchen.

Streng geheim

Australienurlauber sind nun offiziell gesetzt

Endlich stehen die Kandidaten, pardon, die Prominenten fest, die sich gemeinsam im australischen Urwald vergnügen, liebhaben, anzicken, beschimpfen, blamieren und beleidigt sein dürfen. Die Rezepte für die leckeren Kulinaria dürften wohl auch schon geschrieben sein. Mmmmh leckeres Fleisch für den Gaumen und hoffentlich natürlich auch für die Augen der Zuschauer, nicht war liebe männliche Mitgucker? Halt, stopp! Das war im Sinne des Genderismus nicht korrekt ausgedrückt. 

Natürlich meine ich auch die Mitguckerin, schließlich freut die sich auch über nackte Haut junger muskelbepackter Philosophiestudenten. O.k. ich verzettel mich. Also zurück, worum geht's? Um Prominente die um den international anerkannten Titel des Dschungelkönigs 2015 (Dschungelkönigin) kämpfen und ums nackte Überleben. Nein, ich lasse mich nicht schon wieder über den Begriff »prominent« aus. Es gibt im Geldwesen eine Inflation, warum dann nicht auch bei Begriffen. Ich stehe da echt dermaßen drüber. Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich da drüber stehe. Es ist mir einfach egal. Prominent. Einer der prominent ist, ist übrigens ein Prominenter. Oder kürzer: ein Promi. Woran man die erkennt? Ganz einfach. Fernseher an, guckst du rein, guckt der raus. Der wohnt da drin.

Never change a Dschungelcamp

Weil's die letzten 10 Jahre so schön war

Ja, 2004 das war noch ein Jahr. Empörte Fernsehzuschauer, die durch den Kauf von Kistenweise alkoholfreiem Bier die Kultursender finanziell trugen, schimpften über den Untergang des Menschheit, über die menschenunwürdige Prominentenhaltung und über ekelerregende Prüfungen (warum heißt das eigentlich im Dschungel noch immer nicht Challenges, heißt doch sonst inzwischen überall so. Werde mal den Vorschlag machen, vielleicht springt ja was für mich dabei raus). Doch längst sitzt von jung bis alt alles vor der Glotze in freudiger Erwartung den Prominentinnen beim Duschen auf Hintern und Silikon schauen zu können und mit einer Tüte Chips in der Hand zusehen, wenn Känguruhoden zwischen den Kauwerkzeugen der Kandidaten lustig knacken. Die Menüzusammenstellung lässt einen ohnehin kaum mehr überraschend aufgucken, denn gute Hausmannskost wie irgendwelche Tierpenise und -anüsse (oder wie war doch da gleich nochmal der Plural?), bunte Schleim-Sperma-Kakerlaken-Cocktails und anderes muss man nicht ständig neu erfinden. Und wenn man sich mal daran gewöhnt hat möchte man gar nichts anderes mehr.

So, jetzt könnte man natürlich wieder einmal die Stimme erheben und laut schimpfen: »guck es dir halt nicht an, wenn's dir nicht passt, dann brauchst du das hier auch nicht zu schreiben!« Stimmt. Aber jetzt habe ich schon angefangen. Also weiter. Auf die Gefahr hin, dass meine Bierdurstphase heute bereits deutlich früher einsetzt als normalerweise.

Ach übrigens, um sicherzugehen, dass sich niemand bei mir beschwert. Ob und wenn dann wieviel Silikon diesesmal tatsächlich im Spiel ist weiß ich nicht, aber eigentlich müsste es doch Quotenmäßige Voraussetzung sein …

Das sind die (Welt-)Stars im Dschungelcamp 2015

Ab Januar in Ihrem Wohnzimmer

Na da ist doch wieder für jeden etwas dabei, schließlich wollen alle Klischees bedient werden. Besonders auffallend dabei ist, dass viele »Ehemalige Dies« und »Ex Das« dabei sind. Aber keine Sorge, auch wenn das »ehemalige Irgendwas« bedeutet, dass sie schon einmal eben irgendwo dabei waren, ist es absolut keine Schande, wenn Sie die wenigsten kennen. Daher: Efes klärt auf.

Rolf Scheider

Mit Helge Schneider hätte man vermutlich was zu lachen, wie es da bei Rolf (Rolfe) Scheider aussieht, wird man sehen. Er ist der erste, den man als Ex bezeichnen darf und dabei wohl einer der, wenn nicht sogar DER prominenteste unter den Dschungelcampern 2015. Immerhin saß er in ganzen zwei Staffeln von Heidis »Germanys Next Topmodel« in der hochkarätigen Juri. Im Gespräch blieb er danach noch kurz, weil er öffentlich Kritik an der Casting-Show-Mutti äußerte. Auf seiner Internetseite präsentiert er sich übrigens als »Entertainer« und »Casting Director«. Nebenbei ist er noch Restaurantbesitzer. Vielleicht holt er sich für die Zusammenstellung seiner Menüs Anregungen im Dschungelcamp. Wünsche allen künftigen Gästen schon einmal Guten Appetit!

Rebecca Simoneit-Barum

Simoneit-Barum ist in der Tat ein klangvoller Name, zumindest für all jene, die sich für die Zirkuswelt begeistern. Bis 2008 das letzte Sägemehl in der Manege zusammengekehrt wurde, war Simoneit-Barum einer der größten deutschen Reisezirkusse. Rebecca Simoneit-Barum ist hingegen dem einen oder anderen aus der Lindenstraße bekannt, in der Sie von 1992 bis 2012 Iffy Zenker verkörperte. An dieser Stelle gleich ein Tipp. Falls sie gefragt werden ob sie jene oder jenen, Ihnen eigentlich nicht bekannten Zweibeiner »Promi« kennen und wenn dann woher, liegen Sie meist richtig, wenn Sie sagen »ja, aus der Lindenstraße«. Falls nicht, sagen Sie, Sie hätten es verwechselt, Sie meinten eigentlich die Real-Doku-Soap-Castingshow. Simoneit-Barum ist Mutter eines kleinen Sohnes. Das lässt hoffen. Da kann der Zuschauer sich ganz bestimmt über viele Sehnsuchts-Tränchen freuen und tiefes Mitgefühl empfinden.

Tanja Tischewitsch

Welche Rolle Tanja Tischewitsch zukommt, dürfte bereits feststehen, schließlich reiht sie sich nahtlos in die Reihe anderer Castingsternchen bestens ein. Werden Sie doch nicht schon wieder so selbstkritisch, nur weil Sie das Mädchen nicht kennen.

Wenn Sie versehentlich im richtigen Moment bei DSDS (für die weniger Fernsehgebildeten: Deutschland sucht den Superstar) rein gezapped hätten, hätten Sie sie sehen können. Oder hören müssen. Aber weil das mit dem Singen halt einfach nicht jedermanns Sache ist, war die große Showkarriere schon wieder vorbei, bevor sie hätte beginnen können, wenn sie denn singen hätte können. Aber das braucht es ja auch nicht, schließlich gibt es andere Reize, die man publikumswirksam einsetzen kann. Außerdem wurde ihr vorgeworfen berechnend und falsch zu sein. Na also, was will man mehr. Zickenkrieg ist vorprogrammiert. Sehnervstimulanz auch.

Angelina Heger

Die nächste im Dschungel-Bunde und vermutlich das Äquivalent zu Tischewitsch ist Angelina Heger. Sie hat im Gegensatz zu Tischewitsch jedoch schon richtig große Erfolge vorzuweisen. Sie schaffte es sogar bis ins Finale des »Bachelor«. Respekt! Riesen Leistung! Das muss ihr erst mal jemand nachmachen. Dass die gecastete Beziehung nach wenigen Monaten wieder in die Brüche ging spielt keine Rolle, interessiert ehrlich gesagt auch niemanden. Hauptsache man darf ins Fernsehen. Und genau da will sie jetzt wieder hin. Bachelor ist passé, jetzt muss es wohl Tarzan sein. Wie auch immer, auch sie wird sicherlich ihre gewonnenen Zickenerfahrungen mit ins Dschungelcamp einbringen.

Aurelio Savina

Wo ein Bachelor im TV, da darf natürlich auch eine Bachelorette nicht fehlen. Logisch. Genau um diese buhlte Aurelio Savina. Danach? Naja, das Übliche halt. Hier ein Minutenauftritt in einem Warenhaus, dort ein paar Minuten in der Großraumdisco auf dem Lande. Was bleibt einem da schon anderes übrig, als ins Dschungelcamp zu ziehen. Ich bin kein Star, lasst mich dort rein!

Walter Freiwald

Die älteren Fernsehjunkies werden ihn wohl noch am ehesten kennen. Walter Freiwald, die Stimme aus dem Off. Freiwald war in den späten 1980er und 1990er Jahren bei RTL Plus zuhause und pries vom Fernsehgerät bis zu Waschmaschine alles an, was keine Möglichkeit hatte, selbst davonzulaufen. »Der Preis ist heiß« hieß damals eine von Harry Wijnvoord moderierte Dauerwerbesendung und zum Schluss verkündete Freiwald dort immer den Hauptgewinn, ein »nigelnagelneuse Auto«. Auch später tingelte er durch die diversen Shopping-Kanäle und überhäufte mit Superlativen auch noch den letzten Plunder. Als Teilnehmer bei »Das perfekte Promi-Dinner« 2007 hat er sich vermutlich die endgültige Qualifikation für das Dschungelcamp geholt. Vielleicht freut er sich da ja auf ein nigelnagelneues Känguruhoden-Rezept.

Patricia Blanco

Ein bischschschen Schpaß muss sein … Und vor allem ein bisschen Geld. Patricia Blanco, Tochter eines gleich(nach)namigen Entertainers, zieht vermutlich in erster Linie ins Dschungelcamp um Kohle zu machen. Klar, das machen wahrscheinlich alle, doch die meisten suchen vordergründig angeblich immer die Herausforderung, die Grenzerfahrung, die Ruhe (logisch!) oder sonstiges aus dem Ausredenkatalog. Patricia lebt angeblich zusammen mit ihrer Mutter Mireille in Armut, weil der sympathische Barde Roberto einefache nix bezahle will für die Unterhalt von Töchterlein und Ex-Frau. Issa so gemein!

Benjamin Boyce

Und wieder mal ein Bube aus einer Ex-Bubengruppe. Ja, auch das wiederholt sich immer wieder. Genauso wie die Musik in den 1990er Jahren. Benjamin Boyce war einer der Jungs von »Caught-in-the-Act«, die Reihenweise den Teenie-Mädchenden die Köpfe verdrehte. Wem er im Dschungel imponieren will wird sich zeigen. Vermutlich muss er sich zunächst mal wieder in Erinnerung bringen, schließlich hat man schon ewig nichts mehr von ihm gehört.

Sara Kulka

Mit der 24-jährigen Sara Kulka zieht ein echter Reality-Profi ins Dschungelcamp. Berufsbezeichnung vermutlich »Reality-Show-Star«. Ihr großes Debut feierte sie bei Heidis dünnbeinigen Geißböcken in der siebten Staffel. Platz 5. Dick im Geschäft war sie auch bei »Wild Girls« ein Reality Format, das keiner weiteren Erwähnung bedarf. Zudem ist sie eine junge, selbstverständlich sehr liebevolle Mutter, weswegen sie vermutlich nun auch ins Dschungelcamp zieht, das ist sie doch dem Kindlein schuldig, oder?

Sara Kulka im Playboy

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Jörn Schlönvoigt

Ja, soll nochmals einer sagen es gebe keine echten Stars im Dschungelcamp 2015. Et voilà. Jörn Schlönvoigt. Darsteller in GZSZ (Für die Serienverweigerer: »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«). Dort spielt er einen smarten Arzt und ist seit 2004 dabei. Trotzdem scheint es ihn in den Dschungel zu ziehen, vielleicht steht das ja aber auch nur in seinem Arbeitsvertrag. Dschungel oder deine Ärztekarriere ist vorbei. Entzug der Approbation durch RTL.

Maren Gilzer

Und zum Schluss noch einmal einen Showgröße. Maren Gilzer. Möglicherweise als Nachhilfelehrerin für Analphabeten darf Maren Gilzer in den Urwald ziehen. Denn wenn sie etwas kann, dann vermutlich das Alphabet. Immerhin zehn Jahre war sie die Buchstabenfee beim Glücksrad auf Sat.1 und damit regelmäßig in deutschen Wohnzimmern zuhause. Vielleicht gibt es ja für den siebten Stern eine leckere Buchstabenhodensüppchen …

Wer es tatsächlich bis hierher geschafft hat, dem wünsche ich von ganzem Herzen ab Januar wieder »Gute Unterhaltung«!

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