Als Schriftsteller bleiben Sie arm

Vergessen Sie sofort als Schriftsteller reich werden zu wollen. Dafür muss Ihnen schon der ganz besondere Clou gelingen. Betrachten Sie das Schreiben von Büchern als Freizeitausgleich oder, um ein kleines Taschengeld zu verdienen. Nur so sollten Sie an Ihre Tätigkeit als Autor heran gehen. Mit dem Blick auf großen Reichtum zu schreiben ist der falsche Ansatzpunkt.

Von der Idee zum Buch

Vorab: Vergessen Sie 'mal schnell' ein Buch zu schreiben. Neben der Tatsache, dass das ein langer Prozess ist, müssen Sie sich vor Augen führen, dass die richtige Idee erstmal gefunden werden muss. Nicht jede Idee eignet sich, um ein Buch zu schreiben. Beschäftigen Sie sich also erstmal mit Ihrer Idee, bevor Sie los legen. Grundsätzlich müssen Sie sich jedoch fragen, ob Sie einen Roman schreiben möchten oder Sie einen Ratgeber verfassen wollen.

Ratgeber sind relativ einfach zu schreiben. Sie müssen sich in Ihrem Metier auskennen und gut recherchieren. Auch sollten Sie die Konkurrenz im Auge behalten. Das tausendste Buch zum Thema "Wie werde ich Nichtraucher" wird Ihnen nicht viel bringen. Genauso wenig werden Sie mit extremen Nischenthemen erfolgreich. Wenn Sie also Wert darauf legen, dass Sie als Schriftsteller auch Geld verdienen, dann sollten Sie über ein Thema schreiben, das die breite Masse anspricht und dennoch kein Allerweltsthema ist.

Romane, Gedichtsammlungen und Co. hingegen sind schwieriger zu schreiben. Zum einen müssen Sie ein gutes Händchen haben, um eine Geschichte zu entwickeln und zum anderen werden Sie es schwieriger haben einen Verlag zu überzeugen. Bei Ratgebern sind die Themen schnell und einfach zu greifen. Ein Verlag kann sich so schon für Sie entscheiden, noch bevor Sie das Buch überhaupt geschrieben haben. Bei einem Roman ist, trotz eines Exposés, nicht alles sofort greifbar. Der Verlag wird sich wohl weniger für Sie entscheiden, wenn Sie das Buch nicht schon fertig geschrieben haben. Der Aufwand ist also ungemein höher.

Einen Verlag finden

Verlage bedienen in der Regel ein sehr engmaschiges Verlagsprogramm. Selbst große Verlage bleiben in ihrem Metier. Bei Suhrkamp werden Sie wohl kaum einen Ratgeber finden, während Sie beim Kleinverlag Schiele & Schön wohl kaum einen Roman finden werden. Suchen Sie sich also den passenden Verlag für Ihr Buch und streuen Sie nicht querbeet.

Einen Ratgeber können Sie einem Verlag schon anbieten, noch bevor Sie ihn geschrieben haben. Sind Sie ein Erstlingsautor, so sollten Sie dem Verlag neben dem Thema des Ratgebers auch umfangreiche Angaben über Ihre Kompetenzen machen. Auch Ihre Fähigkeiten zu Schreiben sollten Sie anhand von Referenzen untermauern. Nehmen Sie dazu einfach Kontakt mit einem Verlag auf. Bei mir persönlich hat es immer gereicht einfach eine E-Mail mit dem Thema des geplanten Buches zu schicken. Das mag jedoch von Verlag zu Verlag anders sein.

Der Roman sollte schon weiter gediehen sein. Mindestens ein Exposé, besser gleich das ganze Manuskript vorliegen zu haben, macht es dem Verlag einfacher sich für Sie zu entscheiden. Doch senden Sie nicht einfach so ein Manuskript ein. Fragen Sie unbedingt vorher nach. Verlage handhaben es teilweise unterschiedlich, wie mit neuen Autoren verfahren wird. Aus dem Grund schadet es auch nicht, einfach mal direkt beim Verlag anzufragen, wie Sie Ihr Buch am besten präsentieren sollten.

Senden Sie Ihr Buch nicht parallel an unzählige Verlage. Seien Sie so fair und senden Sie das Buch nacheinander an die jeweiligen Verlage. Geben Sie dem Verlag, bei dem Ihr Manuskript derzeit ist, jedoch auch mit auf den Weg, dass Sie sich in zwei bis drei Monaten auch an einen anderen Verlag wenden werden. Alternativ können Sie Ihr Buch an mehrere Verlage gleichzeitig schicken. Sie sollten dann jedoch so ehrlich sein, und dies auch immer erwähnen. Ihr Vorteil dabei ist dann, dass Sie die Angebote der Verlage vergleichen können, um so den bestmöglichen Verlag für Ihr Buch zu finden.

Der Verlagsvertrag - darauf müssen Sie achten

Viele Verlage verwenden Vorlagen für den Verlagsvertrag. Dieser regelt normalerweise die Rechte an der Veröffentlichung vom Buch selbst, sowie an der weiteren Nutzung der Inhalte. Sie werden also merken, dass Sie bei verschiedenen Verlagen relativ ähnliche Verlagsverträge erhalten.

Auf die kleinen Dinge kommt es. Sie verdienen in der Regel als Erstlingsautor zwischen 10% und 15% des Nettoertrags eines verkauften Buches. Haben Sie schon mehrere Bücher geschrieben, dann steigt diese Prozentzahl. Sie sehen hier schon, dass Ihnen ein Buch, welches im Geschäft 19,90 € (inkl. 7% Umsatzsteuer) kostet am Ende nur 1,85 bis 2,75 € einbringt. Versuchen Sie also Ihren Anteil am Ertrag so hoch wie möglich zu handeln. Doch machen Sie sich keine Illusionen - am Anfang wird sich kein Verlag auf hohe Provisionen für Sie einlassen.

Kündigung ist ein wichtiges Thema. Sind Sie nicht zufrieden mit der Arbeit des Verlags oder möchten Sie Ihr Buch bei einem anderen Verlag unterbringen, so müssen Sie unbedingt die Kündigung des Vertrags im Auge behalten. Ordentliche Kündigungsfristen belaufen sich schon einmal auf ein gutes Jahr. Für eine außerordentliche Kündigung bedarf es wirklich gravierender Gründe - so einfach geht das leider nicht.

Zu guter Letzt sollten Sie darauf achten, dass Sie auch Provision für andere Verwertungen erhalten. Ihr Buch oder Inhalte daraus können auch als eBook umgesetzt werden. Vielleicht kann es verfilmt werden oder Teile daraus in anderen Medien veröffentlich werden. Dies sind normale Aktivitäten eines Verlags. Für Sie heißt das aber, dass Sie für eine Zweitverwertung des Buches mehr Provision erhalten. Achten Sie also sorgsam darauf, was diesbezüglich in dem Vertrag steht.

Das Buch lektorieren

Große Verlage haben eigene Lektoren. Kleine Verlage lassen Sie in der Regel das fertige Manuskript selbst lektorieren. Wenn nicht, dann bestehen Sie darauf. Auch wenn Ihnen die Arbeit unnötig und zeitintensiv vorkommt - es lohnt sich. Sie werden sehr viele Fehler finden. Auch die Rechtschreibprüfung von Word & Co. kann da nichts dran ändern. Ich selbst habe Bücher geschrieben, bei denen ich im Lektorat zu nachlässig war. Heute ist mir dies peinlich, da es den Verlag auch nicht weiter gestört hat ein Buch zu veröffentlichen, dass vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt. Also...ein Buch zu lektorieren ist immens wichtig, wenn es nicht peinlich werden soll.

Books on Demand - Bücher selbst verlegen

Sie finden keinen Verlag? Sie wollen sich erst gar nicht die Mühe machen einen zu suchen? Dann überlegen Sie sich doch Ihr Buch bei BoD (=Books on Demand) zu verlegen. Das Konzept ist einfach - Sie zahlen dafür, dass Ihr Buch von BoD aufbereitet und gedruckt wird. Dafür gibt es verschiedene Pakete. Einige beinhalten nur die Bereitstellung des Buches, andere beinhalten ein ordentliches Lektorat und wieder andere Pakete beinhalten gleich eine ganze Werbekampagne rund um das Buch. Je mehr Leistungen Sie wollen, desto mehr zahlen Sie auch. 

Das Geld gibt es über Umwege wieder zurück. Ihr Buch wird überall angeboten, sei es im Internet oder im Buchhandel. Wird es gekauft, so wird es gedruckt. BoD stellt also nicht erst mehrere tausend Exemplare her und verkauft diese dann. Erst wenn jemand Ihr Buch kaufen möchte, dann wird es auch hergestellt. Sie verdienen an jedem verkauften Buch. Hierfür gibt es verschiedene Staffelmodelle. Die Anfangskosten für Ihr Buch holen Sie sich in der Regel über die Meldung bei der VG Wort wieder rein. So ist Books on Demand eine interessante Möglichkeit, wenn Sie in Ihrem Buch ein extremes Nischenthema behandeln, welches für einen Verlag vielleicht weniger interessant ist.

Mit der VG Wort Geld verdienen

Die VG Wort ist die Verwertungsgesellschaft für die schreibende Zunft. Hier können Sie Ihr Buch einmalig melden und erhalten dafür Tantiemen. Natürlich können Sie nicht nur Ihr Buch dort melden, sondern könnten auch Zeitschriftenartikel, Texte im Internet und Co. bei der VG Wort in bares Geld umwandeln. Mehr dazu gibt es hier:

ralfbiebeler, am 10.03.2011
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Bildquelle:
von Kerstin Schuster (Schreibwettbewerbe 2012 - aktuelle Wettbewerbe für Autoren und Hobb...)

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