Ankommen im Hotel - Ein lila Kastenbau

Freitag gegen elf Uhr vormittags kamen wir in glühender Hitze in Dresden an. Unser Navi führte uns ohne Probleme bis zur Werftstraße zu unserem Hotel. Als ich diese Straße sah, abgelegen und dürftig, befürchtete ich Schlimmes. Das Gebäude sah nicht wie ein Hotel aus. Es war ein schmuckloser, flacher lila Kastenbau. Unser Hotel

Nachdem wir sehr freundlich von unserer Hotelwirtin begrüßt wurden, durften wir uns ein Zimmer aussuchen. Wir entschieden uns in der zweiten Etage für ein großes, helles und ruhiges Zimmer mit Kühlschrank, Bad mit Dusche. Schön eingerichtet, sehr sauber und zu unserer vollsten Zufriedenheit. Unsere Wirtin beschrieb uns den Weg an der Elbe entlang, wo wir gut essen können.

Foto B.Wollrabe

An der Elbe entlang zum Gasthaus

Weg an der Elbe zum Gasthof

Es war ein wunderbarer Weg, den wir zehn Minuten an der Elbe entlang gingen, um das Gasthaus "Unterm Lindenbaum" zu erreichen. Wie unser Hotel, sah auch dieses Gasthaus auf den ersten Blick nicht besonders einladend aus. Später hatte ich die Möglichkeit, einen Blick in die Küche zu erhaschen und war erstaunt. Man sollte nicht nur nach dem äußerem urteilen. Die Küche, die Toiletten, alles war blitzsauber. Die Küche hielt, was sie versprach. Hervorragendes Essen und schnelle freundliche Bedienung.

 Nach dem Essen wollten wir schnell in unser Hotel zurück und anschließend die Altstadt erkunden.

Foto B.Wollrabe

Geplante Besichtigungen

Die Bushaltestelle war nicht weit von unserem Hotel entfernt. Unsere Wirtin erklärte uns, welchen Bus und Straßenbahn wir nehmen müssen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus in die Stadt bis Mikten, stiegen in die Straßenbahn um, und fuhren weiter bis zum Theaterplatz. Inzwischen war es vier Uhr.

Bei der Hotelbuchung wurde eine Stadtrundfahrt, Besichtigung der Frauenkirchen und Semperoper mit gebucht. Uns wurde zugesichert, dass bei Besichtigungen keine Wartezeiten entstehen. Nach einiger Überlegung, was wir als erstes unternehmen wollten, entschieden wir uns für die Stadtrundfahrt. Auf diese Rundfahrt habe ich mich besonders gefreut. An 22 Haltestellen war es möglich, auszusteigen um etwas zu besichtigen, um mit dem nächsten Bus weiterzufahren. Mein Besichtigungsziel sollte sein, die berühmte Pfunds Molkerei, ein historischer Milchladen, der zu den schönsten der Welt gehört.

 

Die erste Enttäuschung und andere Pannen

Welch eine Enttäuschung. Vor der ersten Haltestation, wurden wir angewiesen nicht auszusteigen, es kommt kein Folgebus mehr mit dem wir zurück fahren können. Wir können aber am nächsten Tag noch einmal fahren. Die Besichtigungen, die ich mir vorgenommen hatte, wäre sowieso nicht möglich gewesen. Die gesamte Straße war für aufgerissen Bauarbeiten. Endlich waren wir um 18.30 Uhr nach 2 Stunden Fahrt am wieder am Theaterplatz. Die Rundfahrt sollte 90 Minuten dauern. Ein anschließender Rundgang durch die Altstadt zeigte uns überfüllte Restaurants. Somit war ein Abendessen, hier in der Nähe, ausgeschlossen. Nach einer kurzen Beratung, fuhren wir mit der nächsten Straßenbahn zurück nach Mikten, wo wir wieder umsteigen, und mit den Bus bis zum Hotel weiter fahren mussten. Fahrplanmäßig sollte der Bus 79, in zehn Minuten kommen. Wir warteten vergebens, und zwei weitere Fahrzeiten ab. Kein Bus kam. Es war 20.30 Uhr. 

Als Service vom Hotel konnten wir ab 21.40 Uhr kostenlos mit dem Taxi zum Hotel gefahren werden. So lange wollten wir nicht warten. Ich rief die Taxizentrale an,  erklärte das kein Bus hier hält und wir möchten nach Hause.

Die Antwort war: "Gehen Sie nach links, um die nächste Straßenecke, an der Straßenbahnhaltestelle vorbei. Weiter um die nächste Ecke, es kommt in 9 Minuten der Bus Nr.79

Die Tücken der Verkehrsmittel

Gesagt getan. Wir warten, kein Bus zu sehen. Nun hatte ich endgültig genug und eine Idee. Wir gehen in die nächste Kneipe, warten bis 21.40 Uhr, und fahren mit dem Taxi nach Hause. Wir hätten auch das Taxi bezahlt, aber noch einmal anrufen, wollte ich nicht. Erst einmal abwarten. Mein Mann setzte sich auf die Wartebank an der besagten Bushaltestelle, während ich Ausschau nach einer Gaststätte hielt. Weder Kneipe noch Restaurant war zu sehen. Nach einigen Minuten traute ich meinen Augen nicht. Oh, welch Glück! Verdeckt von einer parkenden Straßenbahn stand unser Bus auf der gegenüberliegenden Seite. In letzter Minute, die uns noch blieb, stiegen wir ein. Sieben Minuten später waren wir endlich im Hotel.

Wir sind davon ausgegangen, dass die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite hält, wenn wir zurückfahren. Dem war aber nicht so. Der Bus nahm bei der Rückfahrt eine ganz andere Route. 

Schlosshotel Brülo

Nach diesem anstrengenden Tag plagte uns der Hunger. Wir hatten keine Lust mehr weit zu laufen. Es war gleich 21 Uhr. Als wir am Mittag in Dresden zu unserem Hotel fuhren, sahen wir im Vorbeifahren, nicht weit von unserem Hotel, ein Restaurant. Viel Reklame und einer Sommerterrasse. Wir hofften, in diesem Hotel unseren leeren Magen zu füllen.

Wir waren sehr enttäuscht, als wir vor dem Schlosshotel Brülo standen. Das Haus war verfallen und vermutlich vor Jahren geschlossen worden. Als wir gehen wollten, Diät war angesagt, sprach uns eine Frau an und meinte, wir sollten um das Haus gehen. Es wäre alles sehr schön, und wenn wir Glück haben, bekommen wir zu etwas zu Essen. Gesagt getan. Hinter dem maroden Hotel standen auf einer Wiese, nahe der Elbe, einige Tische, wackelige Gartenstühle, eine Bierbude und ein Bratwurststand. Wir bekamen die letzten beiden Bratwürstchen und innerhalb zehn Minuten 7 Mückenstiche. 

Die Frauenkirche

Der nächste Tag, ein Samstag. Das Frühstücksbuffet war reichhaltig und sehr gut. 

Die Tücken mit der Straßenbahn und Haltestellen waren uns bekannt. Problemlos fuhren wir in die Altstadt und sahen uns die Sehenswürdigkeiten im Zwinger und Umgebung an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos B.Wollrabe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem Mittagessen am Theaterplatz war eine Besichtigung von einer Stunde in der Frauenkirche gebucht.

 

 

 

 

 

 

 

Obwohl es hieß, ohne Wartezeiten, direkter Einlass, haben wir vergeblich um 13.45 Uhr auf Einlass gewartet. Unser Fremdenführer ließ uns 15 Minuten in der Mittagssonne über 40° warten. Vergeblich freuten sich alle Teilnehmer auf eine kühle Kirche. Sofort wurden wir eine Treppe höher geführt, wo mehrere Stuhlreihen hintereinander aufgestellt waren auf denen wir uns setzte sollten. Direkt vor uns war eine Balustrade, die so hoch war, dass ich im Sitzen nur den oberen Teil der Orgel sehen konnte. Im Stehen war es möglich, nach unten in den Kirchenraum zu sehen. Meine Stuhlnachbarin hatte ein Fernglas, um im Stehen ein wenig vom Altar zu erkennen, der unter uns auf der gegenüberliegenden Seite war.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über der Balustrade aus Holz waren kleine geschlossene Fenster von einer Ellenlänge nebeneinander angebracht. In dieser Enge war die Luft war stickig und heiß. In dieser stickigen heißen Luft mussten wir 45 Minuten ausharren. Unser Fremdenführer hielt während der gesamten Zeit einen Vortrag über die Geschichte der Kirchen und zeigte uns Bilder vom früheren Zustand. Er vergaß nicht zu erwähnen, dass diese Kirche der ganze Stolz von Dresden ist, weil diese Kirche ein Zentrum der Begegnung sein soll. Hier werden Lesungen stattfinden, Proben. Vorträge werden gehalten und vieles mehr. Denn das, meinte er, ist der eigentliche Sinn einer Kirche. Eine Begegnungsstätte. 

Fand ich gut. Leider konnten wir nichts weiter besichtigen, weil Orchesterproben stattfanden und wir die Kirche verlassen mussten. Der Fremdenführer meinte, wer Fragen hat der Frage. Meine Frage war, wo ist die Besuchertoilette? Für Besucher war kein Örtchen vorgesehen. Es ist zwar erforderlich bei einer Führung über den geschichtlichen Werdegang zu berichten, aber wir wollten auch etwas sehen und nicht nur hören. Lesen kann ich allein. Sollte ich wieder in Dresden sein, werde ich die Kirche offiziell besuchen und auf Fremdenführer möglichst verzichten.

Autoren - Treff

Nach dieser enttäuschenden Erfahrung freute ich mich besonders auf die nächste Begegnung, die in wenigen Minuten sein würde. Nach einigen SMS und vorherige Telefonate in Dresden haben wir uns persönlich kennengelernt.

Die kreative Schreibfee Kerstin. Wir standen schon lange im Schreibkontakt, jetzt war es doch ein wenig aufregend. Verabredet hatten wir uns an der Straßenbahnhaltestelle "Haus der Kultur" nach unserer Kirchenführung. Kerstin war früher angekommen und kam uns entgegen.

 

Foto B.Wollrabe

Es war wie im Film. Ein langer überdachter Gang am Altmarkt, unter denen wir aufeinander zu gingen. Sie kam von der einen Seite und wir von der anderen Seite. Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Nur wir drei. Kerstin, mein Mann und ich. Wir begrüßten uns herzlich und uns beiden war vom ersten Moment an, als ob wir uns schon lange Zeit kannten. 

Foto B.WollrabeZuerst führte uns Kerstin in den botanischen Garten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto B.Wollrabe

Später ging es vorbei an der "Gläsernen VW Manufaktur, Richtung Großer Garten, zur Bahnstation der "Pioniereisenbahn", wie die Dresdner Parkeisenbahn früher genannt wurde. Ein Stück weiter entfernt, auf der anderen Straßenseite, liegt das Dynamo Stadium, wo gerade Dortmund gegen Dresden spielte. Mit der kleinen Dampflock fuhren wir durch den herrlichen Park und frischer kühlender Wind umfing uns. Die Fahrt ging viel zu schnell vorbei. Ohne diesen frischen Zugwind war die Hitze kaum zu ertragen.

Mit der nächsten Straßenbahn fuhren wir zurück in die Altstadt und setzten uns in den angenehmen Schatten auf den Brühlschen Terrassen, schauten dem bunten Treiben zu und hatten uns viel zu erzählen. Die Zeit verging viel zu schnell und der Abschied nahte. Der Abschied gekommen. Es war 19 Uhr. Diesen Nachmittag hatten wir sehr viel Spaß miteinander.

Foto B.Wollrabe

Das grüne Gewölbe und die Semperoper

Die Fahrt zum Hotel verlief ohne Probleme. Schnell geduscht und umgezogen gingen wir an der Elbe entlang zu dem Gasthof "Unterm Lindenbaum."

Mit viel Glück bekamen wir noch einen schönen Platz auf der erhöhten Terrasse. Wie erstaunt waren wir, als wir diese vielen Menschen sahen. Auf der Terrasse, wo wir saßen, waren insgesamt 10 große Tische für 6 Personen. Unser Blick viel auf 80-90 Tische, die unter uns die bis zur Elbe reichten. Alle waren besetzt. Ein sehr zu empfehlendes Gasthaus.

 

Foto B.Wollrabe   Am Restaurant 

Bei der Hotelbuchung war die Führung der Semperoper mit enthalten. Die Sonntag 10.15 Uhr geplant war. Wie es hieß, ohne Wartezeiten. Treffpunkt war, gegenüber der Semperoper.  Nachdem alle Teilnehmer pünktlich anwesend waren, mussten wir noch 20 Minuten in der Sonne ausharren, bis uns eine Begleitperson zum Eingang der Semperoper brachte. Weiter 15 Minuten mussten wir ein weiteres Mal in der glutheißen Sonne warten bis zum Einlass. So viel zur Organisation und ohne Wartezeiten. Die Führung war sehr gut und kompetent.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos  B.Wollrabe

Wer  Dresden besucht, muss sich das grüne Gewölbe ansehen und die Eintrittskarten mindestens einen Tag vorher kaufen, auf den der Einlass vermerkt ist, den Sie einhalten müssen. Taschen und alles was Sie bei sich tragen, muss abgegeben werden. Wertsachen werden eingeschlossen. Der Schlüssel kommt in Ihre Verwahrung. Im nächsten Raum bekommen Sie ein Audio-Gerät, in Größe und aussehen wie ein Handy älterem Modell. Im ersten Zimmer drücken Sie auf die 1, für jedes weitere Zimmer eine Nummer mehr. Mit dieser Methode können Sie in Ruhe, und ohne Zeitdruck, die Geschichte im jeweiligen Zimmer anhören und alles betrachten.

Nach dem Einlass werden sie weitergeleitet durch eine Sicherheitsschleuse. Die Sicherheitsvorkehrungen sind notwendig, wenn man bedenkt, welche Schätze zur Besichtigung in den Vitrinen liegen. Sie werden geblendet von dem vielem Gold, Silber, Edelsteinen. Alles aufzuzählen ist nicht möglich. Das ist ein Kapitel für sich.

 

"Unterm Lindenbaum" ist unsrer Lieblingsrestaurant geworden. Im Schatten der Bäume wir gingen an der Elbe entlang, um zum Abschied das gute Essen und die Atmosphäre zu genießen. Das war unser letzter Abend.

Fazit:

Dresden ist eine der schönsten Städte. Sehenswert ist nicht nur die Architektur der Altstadt, auch um Dresden gibt es viele interessante Ausflugsziele. Wenn wir wieder Dresden besuchen zieht es uns in das gleiche Hotel - "Unterm Lindenbaum."

 

Alma, am 30.07.2013
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Bildquelle:
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