• Zu Hause ankommen, das Smartphone ans Ladekabel stecken und dann gemütlich kochen, Scrabble spielen und fernsehen, ohne aber wichtige E-Mails zu verpassen.
  • Bluetooth-Kopfhörer aufsetzen, Telefon in den Rucksack, ab in die S-Bahn und am Handgelenk zwischen Liedern wechseln oder im Podcast vorspulen.
  • Morgens von einem sanften Vibrieren am Handgelenk geweckt werden, während der Partner noch eine Stunde weiterschlummern darf.
  • Beim Joggen per RunKeeper den Kilometerstand prüfen, ohne das Telefon herauskramen zu müssen.
  • Im Auto telefonieren ist Tabu, aber ein kurzer Blick auf die smarte Uhr verrät, ob der eben verpasste Anruf wichtig war.
  • Während man im Schwimmbecken seine Runden dreht, zählt die Uhr automatisch mit.
  • Am Strand bleibt das wertvolle Smartphone sicher verstaut.

All das geht mittlerweile. Wir stellen zwei moderne, ausgereifte Uhren vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten und jede für sich in ihren Einsätzen glänzen: die zweckmäßige Pebble und das große, farbenfrohe Moto 360.

Pebble

Die Pebble-Smartwatch war schon 2012 in aller Munde, denn das Crowdfunding-Projekt bei Kickstarter erzielte die für die Finanzierung fehlenden 100.000 US$ schon nach unglaublichen zwei Stunden. Die Aktion lief noch einen Monat weiter, und so kamen rekordverdächtige 10,3 Millionen US$ zusammenkamen. Jeder wollte eine Pebble.

Die unauffällige und mit 160€ sehr erschwingliche Smartwatch agiert wie eine Handy-Erweiterung, die E-Mail-, SMS- und Anruf-Notifications textlich und vibrierend ans Handgelenk übermittelt, das Telefon und z.B. die GoPro-Kamera fernsteuert.

Einzigartig bei der Pebble: die Akkulaufzeit von drei bis vier Tagen und bis 50 Meter wasserdicht. Sie ist ständiger Begleiter bei allen Aktivitäten und kann beim Duschen und Schwimmen anbehalten werden. Damit ist sie die Sportliche unter den Smartwatches. Als vollwertiger Aktivitätstracker ersetzt sie Fitnessbänder und zählt dank RunKeeper-App sogar die Bahnen im Schwimmbad mit. (Erinnerung für ein Experiment: Pebble mit laufendem RunKeeper in die Waschmaschine.)

Mit über 1.000 Apps im Google Play und Apple AppStore ist die Pebble vielseitig einsetzbar, ein paar Beispiele:

  • GoPro: Fernsteuerung der Kamera
  • Yelp: Pebble listet Locations in unmittelbarer Nähe, sortiert nach Restaurants, Cafés und Clubs
  • Foursquare: Mit einem Knopfdruck sofort in der Lieblings-Location einchecken
  • Pandora: Einfach zu bedienende Fernsteuerung des Online-Radios inkl. Daumen-hoch/Daumen-runter-Bewertung
  • PebbGPS: Verwendet die GPS-Funktionalität des verbundenen Smartphones und Karten und Richtungsanweisungen auf dem Uhrendisplay anzuzeigen
  • Watchfaces: Verschiedene Darstellungen der Uhrzeit
  • RunKeeper: Synchronisation mit der beliebten Smartphone-Fitness-App und Anzeige der aktuellen Daten auf dem Pebble
  • Pebble Cards: Personalisierung des Displays - Uhrzeit, Einträge aus dem Google Kalender, Wetter, Akkustand und vieles mehr
  • Leaf: Fernsteuerung für Nest-Thermostate
  • Huebble: Noch mehr Home Automation – diese App steuert Philips-Hue-Beleuchtungssystem
  • PebbleApps: Noch eine Personalisierungs-App, diese lässt das verlegte Telefon klingeln
  • Tetris und Asteroids: denn auch etwas Unterhaltung muss sein
Pebble-Bewertung
ProKontra
  • Kontrastreiches Schwarzweiß-Display auch gut in der Sonne ablesbar
  • Wasserdicht bis 50m
  • Drei physikalische Knöpfe
  • Batterielaufzeit bis zu vier Tagen
  • Magnetisches Ladekabel
  • Schlichtes Design ist unauffällig
  • Schlichtes Design erinnert an die 80er
  • Display nur Schwarzweiß
  • Ladekabel nicht genormt
Pebble-Spezifikationen
GrößeGewichtDisplayBesonderesVoraussetzung
52mm x 36mm x 11,5mm, Armband 22mm 38g 1,26 Zoll mit 144 x 168 E-Paper Wasserdicht bis 50 Meter Android ab 4.1, iPhone 4, 4s, 5, 5s, 5c ab iOS 6

Unterm Strich

Die Pebble ist preiswert, klein, schlicht und unverschämt praktisch. Sie ist keine "coole” Uhr, sondern eine mit Gimmicks vollgepackte Fernsteuerung des Smartphones. Spannend am Besitz einer Pebble ist, dass der App-Markt sich ständig weiterentwickelt und man fast täglich von neuen Ideen überrascht wird. Demnächst erscheint eine Fernsteuerung für Samsung- und Sony-Fernseher und es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis sie auch als PlayStation-Controller herhält.

Darf's ein bisschen mehr sein? Pebble Steel

Demnächst ist in Deutschland auch die Pebble Steel erhältlich. Unter der Haube ändert sich, abgesehen von vergrößertem Speicherplatz nichts. Umso mehr dafür äußerlich: Kleiner, edle Verarbeitung und schärferes Gorilla-Glass-Display mit verbesserter Darstellung bei starker Sonneneinstrahlung.

Moto 360

Wie in Knight Rider mit seiner Uhr reden – ein Kindheitstraum wird wahr. Zwar hängt am anderen Ende kein sprachgewandter, springender Firebird Trans Am, aber ein leistungsfähiges Android-Telefon ab Version 4.3, dessen Internet- und GPS-Verbindungen die Uhr nutzt.

Das Moto 360 ist ein echter Hingucker. Als einzige Smartwatch mit rundem Display ähnelt sie einer herkömmlichen Armbanduhr, bietet jedoch unzählige, teils wunderschöne Watchfaces, die sich zudem feingranular konfigurieren lassen. Um das Display herum schließen hochwertige Materialien das Bild ab: Edelstahlgehäuse und Lederarmband machen das Moto 360 zu einem Schmuckstück. Aber im Vergleich zum Armband wirkt das Gehäuse groß und dick – das Design ist eine Frage des Geschmacks: Man liebt es oder man hasst es.

Wo ist die nächste Pizzeria mit mindestens vier von fünf Sternen? Welche S-Bahn-Verbindung ist die schnellste, wo muss ich umsteigen? Hat da eben eine E-Mail-Notification vibriert? Und wie spät ist es eigentlich? Neben Swipen und Tappen wird mit der Moto 360 auch gesprochen – Google Android Wear macht's möglich. "OK Google” flüstern, und man diktiert SMS- oder E-Mail-Texte oder richtet Fragen direkt an die Suchmaschine.

Die Android-Wear-Plattform ist es auch, die die für die Smartwatch verfügbaren Apps zur Verfügung stellt. Und trotzdem das Gerät sehr neu auf dem Markt ist, ist Google Play schon gut bestückt; einige Beispiele:

  • Calendar: Alle Google-Calendar-Funktionen am Handgelenkt
  • Find My Phone: Das verlorengeglaubte Telefon blinkt und klingelt wie ein amerikanischer Weihnachtsbaum, um wiedergefunden zu werden
  • Tickit: Einkaufslisten über die Uhr einsehen und Positionen abhaken
  • Flashlight: Taschenlampe – weißes Display mit hellster Regelung
  • Poweramp Remote: Fernsteuerung für Musikplayer mit Album-Cover auf der Uhr
  • Wear Temperature: Fernsteuerung für Nest-Thermostate
  • Dont leave me: Warnmeldung, wenn sich Telefon und Smartwatch zu weit voneinander entfernen, so dass die Verbindung nicht abbricht
  • Compass 360 Pro: Schön anzusehender Kompass
  • und Hunderte von Watchfaces
Moto 360-Bewertung
ProKontra
  • Modisch und extravagant
  • Ähnelt einer normalen Armbanduhr
  • Kabelloses Aufladen
  • Hochwertige Materialien: Edelstahlgehäuse, Lederarmband, Gorilla Glass
  • Schrittzähler und Herzfrequenzmesser
  • Automatische Helligkeitsregelung spart im Dunkeln Strom und erhöht die Lesbarkeit in der Sonne
  • Sehr niedrige Akkulaufzeit, höchstens ein Tag
  • Verbindung zu Android-Telefonen erst ab Android-Version 4.3
  • Zu groß für den Geschmack mancher
  • Nur spritzwassergeschützt
Moto 360-Spezifikationen
GrößeGewichtDisplayBesonderesVoraussetzung
46mm Durchmesser x 11,5 mm 49g 1,56 Zoll mit 320 x 290 Pixel, hintergrundbeleuchtet, Gorilla Glass 3 Brillantes, rundes Display Android ab 4.3

Unterm Strich

Das Moto 360 ist das beste und attraktivste erhältliche Android-Wear-Gerät. Der Wow-Faktor des Geräts ist das originelle, runde Display, für das jetzt nach und nach optimierte Android-Wear-Apps bereitgestellt werden. Die Akkulaufzeit ist enttäuschend, aber dank der Möglichkeit des kabellosen Aufladens entfällt wenigstens das Herumgefummel mit USB-Steckern.

Die Nachfrage nach der 250 € teuren Smartwatch ist hoch, darum früh bestellen, damit es noch rechtzeitig als Geschenk ankommt.

Die bessere Smartwatch - Pebble oder Moto 360?

Laptop im Rucksack, Smartphone in der Hosentasche - brauche man da wirklich noch ein Mini-Handy am Handgelenk? Oder ist das nur eine Spielerei?

Wer kennt das nicht? Das Telefon vibriert in der Handtasche oder im Rucksack – eine Notification ist angekommen. Nun zwischen Geldbörse, Mini-Regenschirm und Schlüsselbund das Telefon fischen, einschalten und die super-geheime Entsperr-Geste nachmalen. Das geht mit der Zeit auf die Nerven. Anders mit der Smartwatch: Ein Blick aufs Handgelenk genügt, um sich zu informieren, und dabei ist man nicht auf Notifications beschränkt, sondern kann alle gewünschten zur Uhr beamen.

Die Pebble und das Moto 360 richten sich an verschiedene Zielgruppen. Das Pebble ist stark auf Funktionalität ausgerichtet, auf praktischen Nutzen. Das Moto 360 dagegen ist extravagant und das große, brillante Display macht einfach Spaß. Dafür nimmt man die niedrige Akkulaufzeit in Kauf.

Tipp: Wer eine spezielle Anwendung braucht, sollte sich vorab im AppStore oder bei Google Play umsehen, ob es das entsprechende Programm schon gibt.

Fazit

Für mich steht fest: Es ist die Pebble. Neben dem Smartphone brauche ich nicht noch ein weiteres Gadget, das täglich aufgeladen werden muss. Der nervöse Blick auf den Akkustand am Nachmittag – schafft es die Uhr noch bis zum Abend? Nein, danke. Das Pebble ist nach dem Umschnallen unauffälliger und praktischer Begleiter, egal, was ich gerade mache. Und dazu zähle ich auch Händewaschen, Duschen und im Regen spazieren gehen. Im Sommer natürlich. Und selbst nachts muss ich die Uhr nicht abnehmen und nutze den angenehmen Vibrationsalarm, der nur mich und sonst niemanden weckt.

Was ist mit der Apple Watch?

Apple hat den Anschluss zu Smartwatches etwas verpasst. Die erst im September 2014 vorgestellte Apple Watch wird ihren Weg nicht vor 2015 nach Deutschland finden. Bis wir wissen, wie gut sie wirklich ist – besonders neugierig sind wir auf die Akkulaufzeit – werden noch weitere Monate ins Land gehen. Das dickste Minus kennen wir aber jetzt schon: Die Apple Watch funktioniert nur zusammen mit einem iPhone.

Eisenmenger, am 25.10.2014
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Bildquelle:
samscreatives (Mac Pro 3.1 zerlegen und reinigen)

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