Sinuswelle
Stromsparen mit Veränderung der ...

Stromsparen mit Veränderung der Sinuswelle (Bild: OCAL)

Lässt sich mit einem Powersaver wirklich der Energieverbrauch reduzieren?

Um uns vorzustellen, was die kleinen Energiesparkästchen aus Fernost machen (sollen) müssen wir uns mit dem Begriff "Leistungsfaktor" (auf Englisch: Powerfactor) beschäftigten.

Wie wir wissen, kommt aus unseren Steckdosen im Haushalt Wechselstrom mit eine Frequenz von ungefähr 50 Herz. Das kann man sich wie eine Sinuswelle vorstellen. Es gibt aber zwei Sinuswellen. Eine die die Spannung (in Volt) anzeigt und eine zweite, die den Strom (gemessen in Ampère) angibt. Ideale ist es nun, wenn die Sinuswelle mit der Spannung und die Sinuswelle mit dem Strom deckungsgleich laufen. Also, wenn die Spannung am höchsten ist, dann fließt auch am meisten Strom. Wenn das so ist, dann haben wir einen Leistungsfaktor von 1 - das ist das Beste.

Es gibt nun elektrische Geräte, die dazu führen, dass sich die Sinuskurve der Spannung und die Sinuskurve des Stroms verschieben. Das sind die Geräte mit induktiven Lasten. Dazu gehören im Haushalt alle Motoren, etwa Kühlschränke, Waschmaschinen, Ventilatoren, Heizungspumpen und Klimaanlagen. Glühbirnen oder Heizelemente, die einen ziemlich großen Einfluss auf den Stromverbrauch haben, sind keine induktiven Lasten.

Zum Stromsparen einfach in die Steckdose stecken

Powersaver Stromspar-Gadget (Bild: Alexander Benra)

Wie der Powersaver wirken soll ?

Wenn die Sinuskurve der Spannung und des Stroms nicht deckungsgleich laufen, wird der Strom nicht "richtig" ausgenutzt. Im Extremfall, wenn ist der Strom gerade da, wenn die Spannung niedrig ist oder umgekehrt. 

Was das kleine Powersaver-Kästchen nun machen soll ist, dass in einem Kondensator der Strom kurz zwischengespeichert wird und dann so wieder abgegeben wird, dass er die Sinuskurve mit dem Strom so verschiebt, dass sie wieder besser auf die Sinuskurve mit der Spannung passt.

Hat das denn Auswirkungen auf den gemessenen Stromverbrauch?

Eigentlich sollen unsere Stromzähler in der Wohnung nur die tatsächlich gelieferte Leistung in kwh messen. Das was durch die Verschiebung von Strom und Spannungskurve entstehen kann (und durch einen Powersaver reduziert werden soll) ist aber die sogenannte Blindleistung für die wir Verbraucher nicht bezahlen - heißt es jedenfalls. Im Internet gibt es einige Videos, die einerseits von Einsparungen berichten (meist von Leuten, die die Dinger verkaufen, aber nicht nur) und andere, die von Riesenbetrug sprechen. Die Kästen haben es jedenfalls in den USA schon in Fernsehsendungen großer Sender geschafft.

 

Powersaver ein Betrug - Englischsprachiger Bericht
Bericht über Powersaver oder KVAR beim amerikanischen Fernsehsender Fox

Der Test eines Powersavers - War nicht teuer, deshalb einfach einmal gekauft

Bei eBay habe ich also einen Powersaver erstanden, der mit Transport keine 10 Euro kostete. Für mehr Geld hätte ich den Test auch nicht gewagt. Der erste Versuch war ein handelsübliches Strommessgerät zu verwenden und einen Staubsauger laufen zu lassen. Der hat einen Motor und ist damit eine induktive Last. Leider schwankte die Anzeige ein bisschen. Ohne Powersaver war die Leistungsaufnahme so zwischen 1.900 und 1.800 Watt. Mit den Kästchen in die Steckdose eingesteckt, vielleicht ein "Tick" weniger, aber da konnte auch der Wunsch, dass es funktionieren soll dahinter stecken. Wirklich aussagekräftig war das nicht.

Standby Stromverbrauch

Man kann ja nie ausschließen, wie das eigenen Verhalten den Stromverbrauch beeinflusst. So habe ich zunächst unter Verwendung dieses Online-Tools den Standby-Stromverbrauch durch die Eingabe dreier Zählerstände verteilt über mehrere Tage ermittel. Einmal mit und einmal ohne den Powersaver. Die Ergebnisse habe ich gemittelt und kam zu einer rechnerischen Ersparnis mit dem Powersaver von etwa 5 %. Das war schon mehr als ich eigentlich nach den theoretischen Vorgaben und den Videos, dass alles Betrug ist, erwartete.

Stromverbrauch unter normalen Bedingungen

Jetzt war es Zeit für den Dauertest unter normalen Bedingungen.

14 Tage mit Powersaver führten zu 7,43 kwh Verbrauch je Tag.

14 Tage ohne Powersaver zu 8,08 kwh je Tag.

Dann noch einmal mit Powersaver wieder 14 Tage: 7,2 kwh je Tag.#

Ergänzung: Nach noch einem Test von einer Woche ohne den Powersaver, bin ich wieder bei 8,3 kwh am Tag angekommen. Für bewegt sich das doch nun jenseits von statistischen Schwankungen bei rund 10 % Ersparnis.

Ich meine, dass die Reduzierung doch vielleicht zu deutlich ist, um zu sagen, dass das Teil Betrug ist. Zwischen 5 und 10 % Reduzierung des Stromverbrauchs könnten vielleicht doch drin sein. Damit hätte sich das Teil dann doch schnell rentiert.

Andere, weniger spekulative Einsparmöglichkeiten, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt.

Autor seit 6 Jahren
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