In der Teppichknüpferei

Nach einer interessanten Einführung, in einer perfekten akzentfreien deutschen Sprache, erfuhren wir alles Wissenswerte über Knüpftechniken, wie ein Seidenfaden entsteht und deren Verarbeitung.

Hier werden die Seidenfäden verarbeitet (Bild: Bernd Wollrabe)

Ein Meister seines Faches führte uns vor, wie dieser dünne 0,75 mm Seidenfaden verstärkt wird. Es war sehr interessant. Nach etwa 45 Minuten gingen wir mit 25 Personen weiter, wo zwei Knüpferinnen arbeiteten. In einem weiteren großen Raum, einen Vorführraum, setzten wir uns in einen Halbkreis. Junge Männer boten uns Raki, Tee, Orangensaft und Pizzabrot an.

Nach einer weiteren kurzen Begrüßung schleppten vier junge Männer Teppiche in den Raum und breiteten alle übereinander vor uns aus.

Währenddessen erfuhren wir etwas über Teppichmotive, Knotendichte und warum die 

 eigenes Bild

Teppichknüpferei so wichtig für die Türkei ist. Aber nichts über die Preise. Das wäre für uns auch interessant gewesen. Nachdem uns genügend Teppiche gezeigt wurden, kam zu jedem Ehepaar ein Verkaufsberater und führte alle in getrennte Räume. Einen jungen Mann, der uns zugewiesen wurde, erklärte ich sofort, dass wir alles sehr schön finden aber nichts kaufen werden. 

Überraschenderweise wurde das sofort akzeptiert. Er war sehr freundlich und gab mir sogar Ratschläge über Teppichpflege. Anschließend zeigte er meinem Mann und mir alle Räume mit den schönsten Teppichen und erklärte alles Wissenswerte dazu. Wir waren angenehm überrascht.

Celsius- Bibliothek  in epheus

Celsius- Bibliothek in epheus (Bild: Bernd Wollrabe)

In der Schmuckmanufaktur

 

In der Schmuckmanufaktur sah es etwas anders aus. Der Verkaufsraum mit unvorstellbar vielen Vitrinen war schon sehr beeindruckend. Kaum das wir den Raum betraten, stürzten sich wie die Geier Verkäuferinnen und Verkäufer auf alle Pärchen. Es war nicht möglich, auch nur ein Schmuckstück anzusehen, ohne sofort zum Kauf gedrängt zu werden. Leider hatte ich eine sehr hartnäckige Klette als Verkäuferin, die mich verfolgte und ständig auf mich einredete. Als ich sagte, ich kaufe nichts, auch wenn sie sich noch so sehr bemühen würde, bekam ich zur Antwort, dass ich auch für meine Familie etwas kaufen könnte. Um der aufdringlichen Verkäuferin zu entkommen, ging ich eine Etage tiefer. Erstaunt stellte ich fest, dass die Verkäuferin wie von Zauberhand wieder vor mir stand und sich nicht abschütteln ließ. Obwohl ich mehrmals sehr energisch sagte, dass ich mich allein umsehen möchte und absolut nichts kaufen werde, wurde ich weiter belästigt. Diese Frau schreckte vor nichts zurück. Schließlich setzte ich mich in den Bus, wo einige Leute meiner Gruppe schon warteten.

Das Theater in der Ausgrabungsstätte ...

Das Theater in der Ausgrabungsstätte Aphrodisias. (Bild: Bernd Wollrabe)

In der Lederfabrik

Auf die Besichtigung der Lederfabrik freute ich mich ganz besonders. Ich hatte mir vorgenommen, eine Handtasche zu kaufen.

Im Eingang der Lederfabrik wurden wir kurz und bündig begrüßt. Nach etwa 5 Minuten öffnete sich eine Tür hinter uns, und wir wurden in einen abgedunkelten Raum geführt. Am Eingang standen gut gefüllte Gläser mit Raki, Wein und Orangensaft bereit. Erfreut nahm ich mir ein Glas Wein, der so stark war, dass ich den unmöglich trinken konnte. Das war wohl eine Spezialmischung mit besonderen hohen Alkoholgehalt. Auf Anweisung setzten wir uns in einen Halbkreis und warteten auf die angekündigte Modenschau bei Raki und lauter Musik, die uns zum Kauf einstimmen sollte. Neben jeden Sitz lag ein Schreibblock und Stift. 

Wir wurden aufgefordert, wenn uns ein Kleidungsstück gefiel, die Nummer, die  auf der vorgeführten Kleidung steht, aufzuschreiben. Anschließend würden wir eine Beratung bekommen. Natürlich schrieb ich nichts auf. Alles war zu extravagant und sündhaft teuer, wie ich später feststellte. 

Weiter ging es in einen sehr großen Verkaufsraum. Wir übergingen die Damenabteilung, hielten uns weiter rechts und landeten in der Herrenabteilung. Sofort wurden wir mit den Worten, zuerst in der Damenabteilung alles ansehen, zurück verwiesen. Zielstrebig gingen wir zum Ärger des Verkäufers weiter. Bevor wir uns versahen, hatten zwei Verkäufer meinen Mann einen Ledermantel angezogen, der 1650 € kosten sollte. Als wir kein Interesse zeigten, wurde der Mantel sofort auf 650 € reduziert.   Wahrscheinlich wäre noch mehr möglich gewesen.

Als ich nach Handtaschen fragte, wurde mir gesagt, die gibt es gar nicht, und ich sollte wieder zurück in die Damenabteilung gehen. Meine Nerven wurden ziemlich strapaziert. Jetzt konnte mich nur noch der Ausgang retten. Ich fand eine Tür und ging die dahinter liegende Treppe hinunter. Welch ein Wunder, ich befand ich mich in der Handtaschenabteilung. Doch der Schock kam als ich die Preise las. Die ausgestellten Taschen, groß und klobig, gefielen mir nicht.

Die Preise der Handtaschen, ab etwa 400 € aufwärts, gefielen mir  genauso wenig wie Damenbörsen in der gleichen Preisklasse. 

Leider war es hier, genau wie in der Schmuckabteilung,  unmöglich sich umzusehen. Wie die Geier hinter der armen Seele wurde jeder belagert, der sich ansah was zum Kauf angeboten wurde.

Enttäuscht hatte ich meinen Handtaschenkauf aufgegeben. Genau wie schon einmal setzte ich mich in den Bus, wo einige Leute meiner Gruppe schon warteten.

eigenes Bildeigenes BildAls wir am nächsten Tag einen Basar besuchten, fand ich genau die Handtasche meiner Wünsche und Vorstellung. Für 15 €.

Einkauf im Basar.

Fazit

Die Rundreise war sehr informativ und empfehlenswert. Unser Reiseleiter war während der gesamten Reise anwesend und jederzeit für uns zu sprechen. Er war in allen Fragen bestens vorbereitet und gab uns jede Auskunft, die wir verlangten. Wir übernachteten in guten Sterne Hotels mit hervorragender Küche. Alle Mitreisenden waren sehr zufrieden.

Schade nur, dass die Verkaufsberater der Schmuck und Lederfabrik etwas aufdringlich waren. Uns wurde aber ausdrücklich vor der Veranstaltung erklärt, dass wir uns zu keinen Kauf verpflichten fühlen müssen.

Die letzten zwei Tage konnten wir uns aber bestens im Pool und im Hamam-Bad erholen.

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Alma, am 20.03.2012
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Bildquelle:
Eigenwerk (Wo es am Gardasee am schönsten ist – Ziele an der Gardasena)

Autor seit 5 Jahren
49 Seiten
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