Update August 2016

Das Thema Geld hat durch die aktuellen Diskussionen neuen Auftrieb erhalten. Man spricht von Helikoptergeld und bedingungslosem Grundeinkommen. Allen Themen ist eines gemeinsam: die Notwendigkeit, dass Grundbedürfnisse durch ein entsprechendes verfügbares Einkommen gedeckt werden können.
Welche "erstaunlichen" Geschichten begleiten die Entwicklung des Geldes?

(Bild: Alexas_Fotos)

Money und Moneten

Bei den Ausdrücken fängt das Staunen schon an.
Ich nehme nur" cash". Das bedeutet, es wird nur Bargeld angenommen (1). Cash ist der englischsprachige Ausdruck für "Kasse". Und dort wird das Bargeld eingeordnet. Nach der Finanzkrise von 2008 machte übrigens in den USA ein geflügeltes Wort wieder die Runde. "Cash ist King". Dies bedeutet im übertragenen Sinn, dass man immer flüssig bleiben soll. Wie wahr.

Der Ausdruck "Kies" kommt aus dem Jüdischen. Er bezeichnet schlicht und einfach den Geldbeutel. Darauf kommt man auch nicht ohne weiteres.

"Moneten" kommt von moneta, sprich Münze, im Lateinischen. Da hätte man vom Sprachgefühl auch eher an das Geld selbst gedacht. Der Begriff wird aber anders hergeleitet.

Der Ausdruck "Schotter" wird umgangssprachlich für sehr große Mengen von Geld verwendet.
Der Verweis zum Begriff des Schotterbettes bei Gleisanlagen ist dabei interessant. Das Schotterbett soll dem darauf liegenden Gleiskörper eine stabile Unterlage bieten. Dabei soll der Gesamtbau elastisch bleiben. Schließlich soll durch die Schottersteine hindurch das Regenwasser abfließen können. Hier findet sich überraschenderweise der Zusammenhang zum Ausdruck "flüssig bleiben" in abgewandelter Form.
Auch das Geld bietet dem Menschen eine stabile Unterlage, er bleibt flexibel (oder elastisch) - und eben flüssig.

 

 

Bildquelle: eigen, schreibspass bei Pagewizz.com

In alten Zeiten …

Unsere Vorfahren haben Naturalien getauscht, das kennt man. Im Mittelalter kannte man allerdings auch das Gewichtsgeld (2). Damals wurden Gold und Silber und andere Edelmetalle gewogen. Aufgedruckte Zahlen galten nichts. Natürlich wurde auch betrogen. Während des 30-jährigen Krieges, zu Anfang und Mitte des 17. Jahrhunderts, wird von einer Kipper- und Wipperzeit berichtet. Beim Kippen wurde an der Waage mit dem Daumen nachgeholfen. Und beim Wippen hat man den Edelmetallen unechtes Material beigemengt.

Verblüffend ist die Geschichte des Steingeldes aus Polynesien. Dort haben die Leute auf einigen Inseln mit riesigen Wagenrädern aus Stein bezahlt. Da sie die Brocken nach dem vollzogenen Geschäft nicht wegtragen oder wegrollen konnten, blieben die Steine am Ort des Handels liegen. Wem gehörte das Vermögen? Die Eigentümer wurden im Gedächtnis gehalten. Man erinnerte sich einfach an den Eigner. Diese Regelung soll bis zum Jahr 1931 auf einzelnen Inseln gültig gewesen sein (3).

Bei uns wurde auch nicht schlecht gehandelt. Zu Zeiten des Tauschhandels wurden verschiedene Tiere und Lebensmittel als Tauschobjekte akzeptiert. Darum sprechen wir heute noch von Mäusen, und mancher zählt die letzten Kröten zusammen.

Wenn ich einmal reich wäre

Der erste Milliardär war wohl ein sagenhafter König Midas aus dem Raum Griechenland/ Türkei, sprich Kleinasien. Warum hat König Midas alles zu Gold gemacht, das er anfasste? Weil er der Sage nach der erste Potentat war, der Münzen drucken ließ. Mit Kleinigkeiten gab es sich nicht ab, das waren dann Peanuts für ihn. Feine Menschen gaben in früheren Zeiten auch gern einmal einen Obulus ab, der nicht wehtat.
Mammon ist ein unredlich erworbener Gewinn. Die Araber sollen diesen Begriff geprägt haben. Ursprünglich war der Ausdruck allerdings durchaus positiv besetzt. Er soll bedeutet haben "das, worauf Verlass ist" (3).

Wohlstand und Sicherheit, aber auch Gier und Geiz liegen bei dem Begriff vom Geld eng beieinander. Irgendetwas muss daran sein.

Autor seit 2 Jahren
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