Diese Symptome sind typisch für Fibromyalgie

Betroffene leiden unter Schmerzen in den Muskeln und in den Ansätzen der Sehnen. Anfangs treten die Schmerzen zeitweise in Schüben auf. Zwischen diesen Schüben kann mehr oder weniger Zeit liegen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden die Schmerzen chronischen. 

An bestimmten Schmerzpunkten, die an verschiedenen Körperregionen lokalisiert sind, besteht eine erhöhte Druckempfindlichkeit. Diese Punkte werden Tender Points genannt. Insgesamt 18 dieser Punkte befinden sich an verschiedenen Stellen des Körpers.

Neben diesen druckschmerzhaften Punkten besteht insgesamt eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit am gesamten Körper.

Diese Symptome sind zwar nicht typisch, können aber auch einen Hinweis auf das Vorliegen einer Fibromyalgie geben

Müdigkeit und Erschöpfung

Schlafstörungen

Depressive Verstimmungen und Angstzustände

Morgendliche Steifigkeit im Körper und Zittern

Kopfschmerzen

Reizmagen und Reizdarm

Konzentrationsschwierigkeiten und Antriebsschwäche

Erhöhte Empfindlichkeit auf Geräusche, Licht, Kälte und Wetterumschwünge

Verspannungen

Schmerzen vor oder während der Menstruation

Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Heiserkeit

Schleimhautprobleme

Tender Points

Die Tender Points werden zur Diagnose der Fibromyalgie herangezogen und befinden sich in den Regionen von Nacken, Schultern, Brustkorb, Rücken, Hüften, sowie an den Armen und den Beinen.

Die Diagnose Fibromyalgie wird gestellt, wenn mindestens 11 der Tender Points druckempfindlich sind UND wenn diese schmerzempfindlichen Punkte in mindestens 3 verschiedenen Körperregionen liegen. Von einer Fibromyalgie spricht man erst dann, wenn die Schmerzen seit mindestens 3 Monaten bestehen. 

Aktuell geht man davon weg, die Diagnose anhand der Tender Points zu stellen. Die Diagnose stützt sich meist allein auf die Krankenanamnese, das heißt die Befragung des Patienten. In diesem Gespräch werden Schmerzen und weitere Befindlichkeitsstörungen genau abgefragt.

Weitere mögliche Erkrankungen werden durch Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren ausgeschlossen. 

Behandelt wird die Fibromyalgie mit einer Kombinationstherapie aus verschiedenen Bereichen

Neben physikalischer Therapie und Medikamenten, kommt eine psychosomatische Behandlung zum Einsatz.

Schmerzlindernde und Stimmungsaufhellende Medikamente werden über einen möglichst kurzen Zeitraum gegeben, um die Gefahr des Medikamentenmissbrauchs abzuwenden. 

Ziel der Behandlung ist eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Linderung der Schmerzen durch physiotherapeutische Behandlung und moderate Bewegung.

 

Wie sie mit der Ernährung die Erkrankung beeinflussen können, lesen Sie hier

Ernährungsumstellung bei Fibromyalgie

Betroffene werden oft nicht ernst genommen

Es ist noch nicht klar, ob die Beschwerden psychosomatisch bedingt sind oder ob sich die psychosomatischen Beschwerden erst im Laufe der Erkrankung entwickeln. Sicher ist jedoch, dass die Betroffenen unter echten Schmerzen leiden.

Bis jedoch die Diagnose Fibromyalgie gestellt wird und die Patienten endlich ernst genommen werden, dauert es teilweise Jahre. Viele Betroffene haben einen wahren Ärztemarathon hinter sich und sind häufig genug mit dem Ratschlag "entspannen sie sich" abgespeist worden.

Autor seit 4 Jahren
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