Kenngrößen, Begrifflichkeiten und Menü-Navigation

Die verschiedenen High-Definition-Video-Formate bzw. Pixel-Auflösungen

  • 7680 x 4320 Pixel: UHD-2 bzw. 8k-UHD bzw. UHDTV 2 → Aus dem Fernsehbereich
  • 4096 x 2160 Pixel: Cinema 4k bzw. DCI 4k oder einfach 4k2k → Bei Film und Kino eingesetzt
  • 3840 x 2160 Pixel: Ultra-HD oder einfach UHD → Aus dem Fernsehbereich
  • 1.920 x 1080 Pixel: Full-HD oder FHD → Aus dem Fernsehbereich
  • 1.280 x 0720 Pixel: HD-ready oder einfach HD → Aus dem Fernsehbereich

 Video-Kompressionformate

  • XAVC S: Von Sony eingeführtes Video-Kompressionsformat
  • AVCHD: Gemeinsam von Sony und Matsushita (Panasonic) Sony entwickeltes Video-Kompressionsformat
  • MP4: Video-Containerformat, das von der MPEG standardisiert wurde

Fernseh-Standards

  • PAL: Fernsehnorm, die vor allem in Europa, aber auch in Australien und in vielen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika verwendet wird
  • NTSC: Fernsehnorm, die in weiten Teilen Amerikas und einigen Ländern Ostasiens verwendet wird

Bildwiederholraten

  • fps: Anzahl der Einzelbilder die pro Zeiteinheit aufgenommen werden
  • p/i: Basisframerate, die die maximale Anzahl Bilder pro Sekunde definiert. Werden 960fps bei einer Basisframerate von 24p aufgenommen, ergibt dies eine 40x-fache Zeitlupe. Sprich aus 2 Sekunden Aufzeichnungsdauer wird ein 80 Sekunden langes Video. Der Progressive Mode (p) ist dem Interlaced Mode (i) vorzuziehen, da im Interlaced Mode nur Halbbilder verwendet werden (Siehe auch Erklärung weiter unten)

Qualitätseinstellungen AVCHD

  • PS: Die ist die höchste Auflösung beim AVCHD Format. Hier sind die Dateien am größten und die Aufnahmezeit am geringsten
  • FX: Hohe Auflösung bei AVCHD Dateien. Die Dateien sind groß, die Aufnahmezeit etwas kürzer wie bei PS
  • FH: Die niedigste Auflösung bei AVCHD Dateien, womit die Dateien am kleinsten und die Aufnahmezeit am längsten ist

Qualitätseinstellungen HFR

  • Quality Priority: Höhere Auflösungen, dafür nur 2 Sek. reale Aufnahmedauer
  • Time Priority: Niedirgere Auflösungen, dafür 4 Sek. reale Aufnahmedauer

Menü Navigation für Video Einstellmöglichkeiten

  • Normaler Modus: Menü → Kamera → 2 → Dateiformat/Aufnahmeeinstellung
  • Zeitlupen Modus (HFR): Menü → Kamera → Seite 2 → HFR-Einstellung

PAL oder NTSC

Menu → Settings → 3 → NTSC/PAL-Auswahl

In der heutigen Zeit bietet keine der beiden Fernsehnormen einen entscheidenden Vorteil. PAL (Phase Alternating Line) wird vor allem in Europa eingesetzt, NTSC (National Television Systems Committee) überwiegend in Nordamerika. Moderne Wiedergabegeräte können aber problemlos mit beiden Fernsehnormen umgehen.

Wenn ich meinen Monitor abfilme, tritt im PAL-Modus ein Flimmern auf, da die PAL-Frequenzen keine Vielfachen von 60 Hz sind. Im NTSC Modus kann es dagegen zu Problemen kommen wenn Kunstlicht im Spiel ist: Da die Europäische Netzfrequenz 50 Hz beträgt, sind bei 30 oder 60 fps Interferenzen möglich, die sich in Form von Streifen bemerkbar machen. Weiterhin können bei NTSC durch eine eigene Technik der Zeilencodierung Farbtonfehler entstehen. Diese habe ich aber noch nicht bemerkt...

Achtung: Bei der Umstellung von einem Modus in den anderen, formatiert die Sony Kamera die SD-Karte. Dabei schaltet sich die Kamera kurz ab und nach dem Einschalten muss die Formatierung bestätigt werden, falls sich Daten auf der SD-Karte befinden. Diese werden beim Formatieren gelöscht! Und wenn der NTSC Modus eingestellt ist, zeigt die Kamera dies jedesmal an, wenn die Kamera neu gestartet wird, was ein wenig nervig ist...

Achtung: Für Video Aufnahmen im 4K und HD Modus werden ultraschnelle UHS-I U3 kompatible SD-Karten benötigt.

PAL: Alle Video-Modi im Überblick

PAL - Normale Modi ohne Zeitlupe

  • 3840 x 2160 / XAVCS: 25fps / 25p / 100Mbit/s → 1h 15min
  • 3840 x 2160 / XAVCS: 25fps / 25p / 60Mbit/s → 2h 5min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 50fps / 50p / 50Mbit/s → 2h 35min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 25fps / 25p / 50Mbit/s → 2h 35min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 100fps / 100p / 100Mbit/s → 1h 15min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 100fps / 100p / 60Mbit/s → 2h 5min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 50fps / 50p / 28Mbit/s → 5h 5min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 50fps / 50i / 24Mbit/s → 40min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 50fps / 50i / 17Mbit/s → 8h 15min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 25fps / 25p / 24Mbit/s → 2h 5min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 25fps / 25p / 17Mbit/s → 8h 15min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / MP4: 50fps / 50p / 28Mbit/s → 5h 20min
  • 1920 x 1080 / MP4: 25fps / 25p / 16Mbit/s → 8h 25min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1280 x 720 / MP4: 25fps / 25p / 6Mbit/s → 22h

PAL - Zeitlupenmodi (HFR) - Quality Priority

Im Quality Priority Modus beträgt die reale Aufnahmezeit ca. 2 Sekunden. Ein Video wird dann bei einer 5x-Zeitlupe ca. 10 Sekunden lang.

  • 1824 x 1026 / XAVCS: 250fps / 50p / 50Mbit/s → 5x
  • 1824 x 1026 / XAVCS: 250fps / 25p / 50Mbit/s → 10x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1676 x 566 / XAVCS: 500fps / 50p / 50Mbit/s → 10x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 500fps / 25p / 50Mbit/s → 20x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1136 x 384 / XAVCS: 1000fps / 50p / 50Mbit/s → 20x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 1000fps / 25p / 50Mbit/s → 40x

PAL - Zeitlupenmodi (HFR) - Time Priority

Im Time Priority Modus beträgt die reale Aufnahmezeit ca. 4 Sekunden. Ein Video wird dann bei einer 5x-Zeitlupe ca. 20 Sekunden lang.

  • 1676 x 566 / XAVCS: 250fps / 50p / 50Mbit/s → 5x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 250fps / 25p / 50Mbit/s → 10x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1136 x 384 / XAVCS: 500fps / 50p / 50Mbit/s → 10x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 500fps / 25p / 50Mbit/s → 20x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 800 x 270 / XAVCS: 1000fps / 50p / 50Mbit/s → 20x
  • 800 x 270 / XAVCS: 1000fps / 25p / 50Mbit/s → 40x

NTSC: Alle Video-Modi im Überblick

NTSC - Normale Modi ohne Zeitlupe

  • 3840 x 2160 / XAVCS: 30fps / 30p / 100Mbit/s → 1h 15min
  • 3840 x 2160 / XAVCS: 30fps / 30p / 60Mbit/s → 2h 5min
  • 3840 x 2160 / XAVCS: 24fps / 24p / 100Mbit/s → 1h 15min
  • 3840 x 2160 / XAVCS: 24fps / 24p / 60Mbit/s → 2h 5min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 120fps / 120p / 100Mbit/s → 1h 15min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 120fps / 120p / 60Mbit/s → 2h 5min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 60fps / 60p / 50Mbit/s → 2h 35min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 30fps / 30p / 50Mbit/s → 2h 35min
  • 1920 x 1080 / XAVCS: 24fps / 24p / 50Mbit/s → 2h 35min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 60fps / 60p / 28Mbit/s → 5h 20min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 60fps / 60i / 24Mbit/s → 6h
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 60fps / 60i / 17Mbit/s → 8h 15min
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 24fps / 24p / 24Mbit/s → 6h
  • 1920 x 1080 / AVCHD: 24fps / 24p / 17Mbit/s → 8h 15min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1920 x 1080 / MP4: 60fps / 60p / 28Mbit/s → 5h 20min
  • 1920 x 1080 / MP4: 30fps / 30p / 16Mbit/s → 8h 25min
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1280 x 720 / MP4: 30fps / 30p / 6Mbit/s → 22h

NTSC - Zeitlupenmodi (HFR) - Quality Priority

Im Quality Priority Modus beträgt die reale Aufnahmezeit ca. 2 Sekunden. Ein Video wird dann bei einer 5x-Zeitlupe ca. 10 Sekunden lang.

  • 1824 x 1026 / XAVCS: 240fps / 60p / 50Mbit/s → 4x
  • 1824 x 1026 / XAVCS: 240fps / 30p / 50Mbit/s → 8x
  • 1824 x 1026 / XAVCS: 240fps / 24p / 50Mbit/s → 10x
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1676 x 566 / XAVCS: 480fps / 60p / 50Mbit/s → 8x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 480fps / 30p / 50Mbit/s → 16x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 480fps / 24p / 50Mbit/s → 20x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1136 x 384 / XAVCS: 960fps / 60p / 50Mbit/s → 16x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 960fps / 30p / 50Mbit/s → 32x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 960fps / 24p / 50Mbit/s → 40x

NTSC - Zeitlupenmodi (HFR) - Time Priority

Im Time Priority Modus beträgt die reale Aufnahmezeit ca. 4 Sekunden. Ein Video wird dann bei einer 5x-Zeitlupe ca. 20 Sekunden lang.

  • 1676 x 566 / XAVCS: 240fps / 60p / 50Mbit/s → 4x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 240fps / 30p / 50Mbit/s → 8x
  • 1676 x 566 / XAVCS: 240fps / 24p / 50Mbit/s → 10x
  • ––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 1136 x 384 / XAVCS: 480fps / 60p / 50Mbit/s → 8x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 480fps / 30p / 50Mbit/s → 16x
  • 1136 x 384 / XAVCS: 480fps / 24p / 50Mbit/s → 20x
  • –––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
  • 800 x 270 / XAVCS: 960fps / 60p / 50Mbit/s → 16x
  • 800 x 270 / XAVCS: 960fps / 30p / 50Mbit/s → 32x
  • 800 x 270 / XAVCS: 960fps / 24p / 50Mbit/s → 40x

Auflösungen, Bildwiederholrate und Datenrate

Die Sony DSC-RX100M4 bietet maximal eine UHD-Auflösung mit 3840 x 2160 Pixeln im XAVC S 4k Modus. Das leichte Cropping - die Kamera hat eine native Auflösung von 5.472 x 3.648 Pixel - bemerkt man kaum. Die Sony Mark 4 ist - neben der RX10M2 - die erste Cyber-Shot-Kamera, die in der Lage ist, 4K-Videos intern aufzuzeichnen. Die Sensoren werden dabei - ohne Pixel Binning - vollständig ausgelesen. Gerade bei 4K bleiben so alle Details erhalten. Wer möchte kann im XAVC S Dateiformat auch in Full-HD mit 1920 x 1080 Pixeln aufnehmen. XAVC S nutz den MP4 Container, d.h. Dateien haben die Endung ".mp4". Tondaten werden im AAC oder LPCM Format aufgezeichnet. 

Im AVCHD Format gibt es nur eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Die AVCHD Video- und Audio-Inhalte werden in einem MPEG-2-Transportstrom komprimiert abgespeichert. Die dabei üblicherweise verwendete Dateiendung ".mts" ist eine Abkürzung für MPEG-Transportstrom.

Im MP4-Format kann mit einer Auflösung von maximal 1920 x 1080 Pixeln gefilmt werden. Zusätzlich bietet die Sony für das MP4 Format noch eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln an. Dateien erhalten - wie beim XAVC S Format - die Endung ".mp4".

Neben den Pixel-Auflösung spielen die Bildwiederholrate und die Datenrate eine bedeutende Rolle. Die Bildwiederholrate sagt aus, wie häufig ein Bild gespeichert wird. Das Maximum sind 50 (PAL) oder 60 (NTSC) Bilder pro Sekunde. Beim AVCHD-Format wird zwischen Interlaced und Progressive Modus unterschieden, was sich im Menü in den Buchstaben "i" bzw. "p" wiederspiegelt.

Im Interlaced Modus nimmt die Kamera bei jedem Bild stets nur jede zweite Pixelreihe im Wechsel auf, d.h. beim ersten Bild werden die Zeilen 1, 3, 5, 7 usw., beim zweiten Bild die Zeilen 2, 4, 6, 8 usw. aufgenommen. Dies bedeutet für die Kamera schlicht weniger Bandbreite, sprich weniger Rechenarbeit. Aber Vorsicht: Vor allem bei bewegten Bildern können im Interlaced Modus Schlieren sichtbar werden und man nimmt evtl. eine leichte Unschärfe wahr, wenn die jeweiligen Halbbilder nicht perfekt aufeinander passen. Solange es Kamera und Speicherkarte verkraften, sind Aufnahmen mit Vollbildern - im Gegensatz zu Halbbildern - qualitätsmäßig immer der besser Weg.

Die Datenrate kommt zum Tragen, wenn beim Aufnehmen eines Videos die Filmdaten auf die SD-Karte gespeichert werden. Da beim Video-Filmen unglaublich große Datenmengen anfallen, werden die Videos komprimiert - ähnlich wie beim Fotografieren im JPEG-Format. Je höher die Datenübertragungsrate ist, desto weniger wird das Ausgangsmaterial komprimiert und desto besser ist die Qualität. Es empfiehlt sich daher immer, eine möglichst hohe Übertragungsrate zu wählen. Die Übertragungsrate wird in Megabit pro Sekunde, abgekürzt MBit/Sek oder auch Mbps, angegeben.

Aufnahmen im MP4-Format erfordern etwas weniger Rechenpower und eignen sich dann, wenn die Videos nachträglich auf Tablett-PCs oder etwas leistungsschwächeren Computern bearbeitet werden sollen.

Normaler Video-Modus, Zeitlupe und Freihand-Aufnahmen

In den normalen Video-Modi sind in HD-Auflösung Aufnahme-Bildraten von bis zu 100 Bilder/sek möglich. Bei einer Abspielrate von 25 Bilder/sek würde dies also einer 4-fachen Zeitlupe entsprechen. Die Sony Kamera spielt diese Videos allerdings in Echtzeit ab. Für ein Abspielen in Zeitlupe müsste man dann dafür wahrscheinlich die Header-Informationen mit einem Video-Schnittprogramm ändern.

Für Freihand-Videoaufnahmen ist es praktisch, wenn der Bildstabilisator (SteadyShot) aktiviert ist (Default Einstellung). Beim Filmen kann man zwischen den Einstellungen Aus, Standard, Aktiv und Intelligent Aktiv wählen. Aktiv und Intelligent Aktiv funktionieren bei 4K leider nicht. Es kann sein, dass in diesem Fall per Software stabilisiert wird. Auf jeden Fall wird mit der Einstellung "Standard" der optische Bildstabilisator, wie er auch beim Fotografieren eingesetzt wird, aktiviert und macht die Videos - auch bei Zeitlupenaufnahmen - deutlich ruhiger.

Der HFR-Modus für extreme Zeitlupen

Bei den verschiedenen Zeitlupen Modi der Sony M4 kann neben der Bildwiederholrate und der Datenrate (Aufnahmeeinstellung) auch die Priority und die Bildfrequenz eingestellt werden. Je nach Priority und Bildfrequenz wird - wie oben beschrieben - mit unterschiedlichen Auflösungen aufgenommen. Die Daten werden - soweit mir bekannt - nur im XAVCS-Format gespeichert. 

In der Qualitätspriorität können maximal 2, in der Aufnahmezeit-Priorität maximal 4 Sekunden aufgenommen werden (Menü → Kamera → 2 → HFR-Einstellung → Prioritätseinstellung).

Da durch die verkleinerten Auflösungen nur ein Teil der Pixel für die Aufnahmen verwendet werden, kommt der Crop-Faktor ins Spiel: Je höher die Bildfrequenz, desto weniger Pixel werden verwendet und desto größer wird der Bildausschnitt. Leider leidet die Bildqualität darunter natürlich sehr. Zudem skaliert die Sony Mark IV jedes im HRF-Modus aufgenomme Zeitlupenvideo auf Full-HD - also auf 1920 x 1080 Pixel - was die erzeugten Videos - vor allem bei 40-facher Zeitlupe - doch sehr verwaschen aussehen lässt.

Die verschiedenen Zeitlupen können sehr einfach berechnet werden, wie folgendes Beispiel zeigt: Bei einer Basisframerate von 24p (Aufnahmeeinstellung 24p 50M) und einer Bildfrequenz von 960 fps im NTSC-Modus ergibt sich eine 40-fache Zeitlupe (960 geteilt durch 24). So wird dann aus einer Aufnahmezeit von 2 Sek. ein 80 Sekunden langes Video. Die Kamera puffert dabei die vielen Frames intern im Speicher und schreibt anschließend das erzeugte Video auf Karte. Der ganze Vorgang dauert einige Sekunden.

Interessant ist der Menüpunkt Aufnahme Timing. Da die Kamera die Frames zunächst puffert, kann man bestimmen, ob man die Zeit vor oder nach dem Drücken der Movie-Taste aufnehmen möchte. Ist Auslösen am Anfang eingestellt, werden - je nach Modus - 2 bzw. 4 Sekunden nach dem Drücken der Movie-Taste aufgezeichnet. Bei Auslösen am Ende werden entsprechend 2 bzw. 4 Sekunden vor dem Drücken der Movie-Taste aufgezeichnet. Da nur eine kurze Zeitspanne für die Aufnahmen bleibt, ist das Auslösen am Ende evtl. geschickter: Man wartet bis das Ereignis passiert ist und drückt dann den Auslöser (Menü → Kamera → 2 → HFR-Einstellung → Aufnahme-Timing).

Zum Schluss bleibt noch die spannende Frage, wie man in den HFR-Modus wechselt und eine Zeitlupenaufnahme erstellt. Hier ist die Sony M4 in ihrer Bedienung leider unnötig kompliziert. Zunächst wählt man im Menü den entsprechenden HFR-Modus und stellt dann das Wahlrad auf HFR. Danach befindet man sich im Aufnahme-Standby Modus. Da einem hier nur den AF-C Fokus (Nachführ Autofokus) zur Verfügung steht, lässt man die Kamera am Besten solange fokussieren, bis das Bild scharf ist. Es ist leider nicht möglich durch halbes Herunterdrücken des Auslösers zu fokussieren. Die Kamera fokussiert selbständig und das die ganze Zeit über. Klappt dies nicht, muss man manuell fokussieren. Immerhin funktioniert der Nachführ-AF ganz gut. Um den Fokus zu verriegeln und in die Aufnahme-Einstellung zu wechseln drückt man den mittleren Knopf des Steuerrades auf der Rückseite der Kamera (Ok-Button). Die Aufnahme kann nun durch Drücken der Movie-Taste gestartet werden. Während der Verarbeitung wird das Ergebnis auf dem Display angezeigt. Bei Filmaufnahmen ist die Belichtungskorrektur auf +/- 2 begrenzt. Zu beachten ist weiterhin, dass bei einer Bildfrequenz von 960 bzw. 1000 fps die maximale Belichtungszeit 1/1000 sec ist. Das kann selbst bei viel Sonnenschein evtl. zu einem Problem werden.

Filmt man Freihand oder bewegt sich das Objekt, ist es gut, Fokuspeaking zu aktivieren (Menü → Zahnrad → 2 → Kantenanhebungsstufe). Man sieht dann, ob das Motiv scharf ist, während man im Standby-Modus wartet.

Zur besseren Kontrolle der Schärfe kann man die Fokusvergrößerung verwenden, indem man einer Taste diese Vergrößerungsfunktion zuweist (Menü → Zahnrad → 5 → Key-Benutzereinstellung). Hier eignet sich z.B. die rechte Taste des Steuerrades, da man den Blitz für Videos eher nicht benötigt.

Damit die Vergrößerung beliebig lange erhalten bleibt, muss man die Fokusvergrößerungszeit auf Unbegrenzt stellen (Menü → Kamera Settings → 1 → Fokusvergrößerungszeit). Für eine Vergrößerung drückt man nun die Rechte Taste des Steuerrades und wählt einen Bereich aus, indem man die Taste in der Mitte des Steuerrades drückt. Klickt man nochmals in der Mitte, wechselt man auf eine höhere Zoomstufe oder beendet die Fokusvergrößerung.

Die Sony M4 bietet eine ganze Menge an Zusatzfeatures. Wer möchte kann z.B. im XAVC S- oder im AVCHD-Modus während einer Filmaufnahme gleichzeitig auch Fotos machen (Menü → Kamera → 2 → Dual-Video-Aufnahmen) oder unter verschiedenen Bildprofilen auswählen. Unter den vielen Menüpunkten gibt es auf jeden Fall noch einiges Interessantes zu entdecken.

Ein letzter Tipp: Für Filmer, die ihren Videos erst in der Nachbearbeitung einen Farblook verpassen möchten, stehen Bildprofile wie z.B. S-Log2/S-Gammut zur Verfügung.

Meine Empfehlungen

  • Wegen den etwas höheren Bildraten im Zeitlupenmodus, den flimmerfreien Aufnahmen bei Kunstlicht im europäischen Raum und der nervigen NTSC-Meldung beim Einschalten der Kamera, habe ich PAL eingestellt.
  • Wenn es Kamera und SD-Karte zulassen, würde ich immer in der bestmöglichen Qualität aufzeichnen. D.h. man wählt bei UHD (XAVCS) die maximale Bildwiederholrate (25p) und die maximale Datenrate (100Mbps):
    • XAVC S 4k (3840 x 2160) / 25p 100m (25fps)
  • Extreme Zeitlupenaufnahmen mit 1000fps sind aus meiner Sicht eine Spielerei, da die Auflösung dann einfach zu gering und der Skalierungsfaktor zu groß ist. Ich empfehle für Zeitlupen 250fps. Hier liegt die Qualität der Aufnahmen noch im akzeptablen Bereich (skaliert wird von 1824 x 1026 Pixel auf 1920x1080 Pixel was Full-HD entspricht) und auch die maximale Belichtungszeit von 1/250s lässt eine moderate ISO-Empfindlichkeit zu. Die Einstellung "Auslösen am Ende" finde ich sehr praktisch, da dann die letzten 2 angezeigten Filmsekunden gespeichert werden, bevor der Auslöser gedrückt wird. Bei dieser Einstellung steht die 5- bzw. 10-fache Zeitlupe zur Verfügung:
    • 50p 50M / 250fps (1824 x 1026, XAVC S) → 5x
    • 25p 50M / 250fps (XAVC S, 1824 x 1026) → 10x
  • Den Bildstabilisator habe ich auf Standard gelassen, da der Bildstabi dann auch bei 4K Aufnahmen im normalen Videomodus aktiv ist.
  • Für meine Sony M4 habe ich mir eine Transcend SDXC UHS-I U3 Speicherkarte mit 64 GB für rund 30 Euro zugelegt, was aus meiner Sicht völlig ausreichend ist.
  • Da die Kamera ein kleiner Stromfresser ist, empfehle ich, sich mindestens einen Ersatzakku zuzulegen.

Im Vergleich: Video- und Zeitlupen Funktionen der Sony Alpha 7R II (ILCE-7RM2)

Manche Fragen sich sicher, ob sich nicht gleich die Anschaffung der Sony Alpha 7R II lohnt, da diese auch in 4k aufnehmen kann. Es stellt sich die Frage, was die Video-Modi der Alpha 7R II bieten...

Auflösungen der Alpha 7R II

  • 3840 x 2160 bis zu 30fps
  • 1920 x 1080 bis zu 60fps
  • 1280 x 720 bis zu 120fps

Datenraten der Alpha 7R II

  • XAVCS bis 100Mbps
  • AVCHD bis 28Mbsp
  • MP4 bis 28Mbsp

Man sieht sofort, dass die Alpha 7R II extreme Zeitlupenaufnahmen nicht direkt anbietet. Lediglich in HD wäre bei 24p eine 5x Zeitlupe möglich, wenn man die 120fps später auf 24fps herunterrechnet. Das ist zum einen mit Aufwand verbunden, zum anderen ist dies weit von den 1000fps der Sony RX 100 M4 entfernt.

Dennoch ein paar Tipps für Videoaufnahmen mit der Sony Alpha II

  • Es lohnt sich auf jeden Fall ein Update auf die zur Zeit aktuelle Firmware 3.00

    • Verbesserte Bild- und Videoqualität
    • 14 bit unkomprimierte Raw Aufnahmen
    • Keine Überhitzung mehr bei längeren Videoaufnahmen
    • Weniger Rauschen bei hohen Iso-Werten
    • Verschiedene Bug Fixes
  • 4k Videos werden am schärfsten wenn man im S35 Crop-Modus filmt, da dieser Modus ohne Pixel Binning auskommt. Zu beachten ist allerdings, dass für die Aufnahmen nur ein Teil des Bildchips verwendet wird (Cropping). Dadurch erscheinen die Aufnahmen deutlich größer.
  • Wer hingegen die volle Auflösung des Chips nutzen möchte filmt im Full Frame Modus. Dieser Modus eignet sich auch für schnell bewegte Motive wie Sportaufnahmen, da hier der Rolling Shutter Effekt weniger stark ist, wie im S35-Modus.
  • Intern werden die Aufnahmen mit 4:2:0 und 8 Bit, extern (HDMI-Ausgang) mit 4:2:2 und 8 Bit aufgezeichnet. 4:2:2 und 10 Bit wären perfekt, aber man kann nicht alles haben.
  • Für Videoaufnahmen im XAVC-S-Format wird eine SDXC-Speicherkarte mit 64GB Kapazität und UHS-I-Unterstützung benötigt. Für 4K-Aufnahmen ist mindestens eine UHS-I U3-Karte notwendig.

Aufnahmen in 4k liefern eine exzellente Bildqualität, die nochmal deutlich besser ist als bei Full-HD-Videos. Dies macht sich vor allem in den Details bemerkbar. Aber auch die Full-HD-Videos der Sony Alpha 7R II erzeugen sehr gute Aufnahmen und liefern eine ordentliche Bildqualität. Lediglich im HD-Modus bei 1.280 x 720 Pixel und 100/120 Vollbildern pro Sekunde nimmt die Bildqualität deutlich ab und die Aufnahmen können Moire-Artefakte aufweisen.

Mich würde noch interessieren wie die Sony im Full Frame Modus aufzeichnet. Eine Möglichkeit wäre, dass zunächst ein Cropping um den Faktor 1.035 von 7952 x 5304 (3:2) Pixel auf 7680 x 4320 (16:9) erfolgt und danach die Aufnahmen durch ein 4x4 Pixel Binning auf 3840 x 2160 (16:9) heruntergerechnet werden. Allerdings sollten die Aufnahmen dann doch deutlich schärfer sein wie bein S35-Cropping. Hmm, evtl. können einfach die vielen Pixel bei diesen Frameraten nicht mehr schnell genug gelesen werden und es kommt ein anderer Algorithmus zum Einsatz.

Zum Schluss noch alle XAVCS-Video-Modi für PAL und NTSC wie sie im englischen Handbuch zu finden sind

  • XAVC S 4K
    • 30p 100M/25p 100M
      Records the movies in 3840 × 2160 (30p/25p). Bit-rate: Approx. 100 Mbps
    • 30p 60M/25p 60M
      Records the movies in 3840 × 2160 (30p/25p). Bit-rate: Approx. 60 Mbps
    • 24p 100M (Only NTSC)
      Records the movies in 3840 × 2160 (24p). This produces a cinema-like atmosphere. Bit-rate: Approx. 100 Mbps
    • 24p 60M (Only NTSC)
      Records the movies in 3840 × 2160 (24p). This produces a cinema-like atmosphere. Bit-rate: Approx. 60 Mbps
  • XAVC S FHD
    • 60p 50M/50p 50M
      Records the movies in 1920 × 1080 (60p/50p). Bit-rate: Approx. 50 Mbps
    • 30p 50M/25p 50M
      Records the movies in 1920 × 1080 (30p/25p). Bit-rate: Approx. 50 Mbps
    • 24p 50M (Only NTSC)
      Records the movies in 1920 × 1080 (24p). This produces a cinema-like atmosphere. Bit-rate: Approx. 50 Mbps
  • XAVC S HD
    • 120p 50M/100p 50M
      Records 1280 × 720 (120p/100p) size movies at a high speed. Movies can be recorded at 120 fps/100 fps. You can create smoother slow-motion images using compatible editing equipment. Bit-rate: Approx. 50 Mbps
Hans, am 27.01.2016
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