Das Prinzip "Print-on-Demand"

Print on Demand heißt übersetzt "Druck auf Nachfrage" und umschreibt so ziemlich genau das, was FineArt America für einen Künstler tut.

Der Ablauf ist einfach: Man läd seine Bilder ins System, die so potentiellen Verkäufern zur Ansicht zur Verfügung gestellt werden. Wird ein Bild bestellt, so kann der Käufer zwischen Material, Größe und Zubehör wählen, und alles weitere übernimmt FineArtAmerica. D.h. Produktion des Druckes, Versand, Eintreiben des Geldes etc.

Der Künstler selbst erhält für jedes verkaufte Bild eine Provision, die er vorher festlegt. Dabei kann für jede Bildgröße eine eigene Provisionshöhe festgelegt werden, ebenso wie für z.B. Handycover, die mit dem eigenen Motiv produziert werden können. Diese Provision wird absolut festgelegt, das heißt für jede Größe muss ein Betrag in Dollar angegeben werden, der auf den Produktionspreis aufgeschlagen wird und dann vollständig an den Künstler überwiesen wird. Nachteil hier: Im Gegensatz zu anderen Anbietern kann die Provision nicht prozentual festgelegt werden. Möchte man also für ein Kunstwerk der größe 100*150cm 200$ Provision (kein unüblicher Wert), so wird zwar der Kunstdruck auf Acryl mit Rahmen 200$ teurer, was einen sinnvollen Preis ergibt, das Poster aber auch. Und wer kauft schon ein 30$ Poster, für 230$?

Die Wahl der Provision sollte also mit Überlegung geschehen und abhängig davon, welche Motive man verkauft und welche Zielgruppe man anspricht. Die typische Posterfotografie ohne künstlerischen Aufwand sollte andere Summen veranschlagen, als ein aufwändiges Kunstwerk, das viel Arbeit macht.

Eine Aufnahmeprüfung oder Qualitätskontrolle wird zunächst übrigens im Gegensatz zu anderen Seiten beim Hochladen und Anbieten nicht verlangt, aber dazu später mehr.

Das "Mehr" von Fineartamerica

Fineartamerica bietet aber noch mehr als einfach nur einen Print-on-Demand-Service. Seit einiger Zeit hat das Unternehmen eine eigene Stockgalerie eröffnet. Diese Galerie bietet die Möglichkeit, Werke nicht nur als Druck sondern als digitales Medium zu erwerben, um sie z.B. auf der eigenen Homepage oder kommerziellen Produkten wie Werbeflyern etc. einzusetzen. Der Künstler kann hierfür, ähnlich wie bei den Drucken, Provisionen festlegen, die beim Kauf direkt an den Künstler überwiesen werden.

Desweiteren bietet die Seite eine Zusammenarbeit mit Disney und ABC, die immer wieder Kunstwerke für Bühnenbilder und Sets ihrer Produktionen bei der Seite erwerben. Der Ablauf ist in etwa gleich wie bei einem normaler Verkauf, jedoch muss eine zusätzliche Lizenzvereinbarung unterschrieben werden. Dafür winken 100$ für jeden Verkauf extra.

Über die Seite "designerprints.com" werden die Kunstwerke, sofern man zustimmt, auch noch für Großkunden angeboten. Man erhält zwar etwas weniger Provision aufgrund der Großkundenrabatte, dafür aber die Chance auf Serienverkäufe einzelner Bilder.

Eine tolle weitere Option ist der Verkauf des Originalbildes z.B. bei Gemälden, für das eine Summe frei wählbar verlangt werden kann.

Alles in allem bietet Fineartamerica von den großen Galerieseiten die meisten Vertriebswege für die eigene Kunst und damit beste Chancen, einen Verkauf zu landen.

Die Marketingoptionen

Um die eigene Kunst an den Mann zu bringen bietet Fineartamerica eine große Auswahl an Möglichkeiten:

Neben dem automatischen Posten von neuen Kunstwerken über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter bekommt man von der Seite eine eigene Homepage spendiert, auf der man sich und seine Arbeit kurz präsentieren, einen Newsfeed oder sogar einen Blog einrichten kann und die direkt über einen eigenen Shop für die eigenen Kunstwerke verfügt. So kann man als deutscher Künstler sein amerikanisches Publikum direkt ohne Umweg über die deutsche Homepage zu einer englischsprachigen Seite umleiten.

Als Beispiel hier der Link zu meiner Page: Meine FineartAmerica "Artistwebsite"

Weitere Möglichkeiten seine Kunst zu verkaufen erhält man über das Erstellen von Sonderangeboten und Gutscheinen. So kann man Gutscheincodes erstellen, die bei Einlösung prozentuale Rabatte gewähren oder bis zu drei Bilder limitiert für einen Sonderpreis anbieten. Diese Aktionen halten jeweils eine vorbestimmte Zeit vor und laufen dann automatisch ab.

Weitere Optionen, um auf der Seite für Bekanntheit zu sorgen, ist das Veranstalten von Wettbewerben zu frei wählbaren Themen, bei denen jeder Künstler Werke einreichen kann. Preise müssen nicht vergeben werden, denn das Mitmachen ist der Weg zum Ziel. Über Wettbewerbe werden Werke zu bestimmten Themen deutlich eingegrenzt und somit dem Seitenbesucher zur Auswahl angeboten. Ähnliche Wirkung haben Gruppen, denen man beitreten kann und die die Möglichkeit haben, ausgewählte Werke der teilnehmenden Künstler durch "featuren" hervorzuheben.

Für Homepagebesitzer hat Fineartamerica weiterhin noch Widgets und Shop-Module, sowie RSS-Feeds in petto, die in Maßen konfigurierbar auf den eigenen Seiten eingesetzt werden können.

Interessante Idee ist übrigens auch das Bewerben von Suchbegriffen. Durch Verlinken von Übersichtsseiten wie "Industrie" oder "Nacht Leinwand" oder auch "Landschaft Fotografie" mit bestimmten Affliate-Links schafft man es, dass die eigenen Werke zufällig in den oberen Suchergebnissen der Seite auftauchen und bekommt so ein besseres Ranking für seine Werke. Wer testen möchte, wie das aussieht kann z.B. meine Links in diesem Absatz ausprobieren.

Alles in allem lässt sich zusammenfassen, dass Fineamerica im Bereich Werbung und Marketing die besten Möglichkeiten aller Anbieter zur Verfügung stellt. Aus meiner Sicht können sich hier Fineartprint.de oder Posterlounge.de eine große Scheibe abschneiden, die jede Art von Werbung mehr oder weniger komplett dem Verkäufer überantworten.

Dennoch hat die Seite einige Nachteile, zu denen ich jetzt übergehen möchte:

Nachteile von Fineartamerica

1) Masse statt Klasse

Fineartamerica ist der größte Anbieter seiner Art. Damit hat die Seite zwar die meisten Verkäufe, aber leider auch die meisten Verkäufer. Und davon nicht nur gute. Ohne Qualitätskontrolle wird die Seite geradezu überschwemmt mit Kunst. Bilder, Kunstfotos, klassische Stockfotografie, alles wird in Hülle und Fülle angeboten. Suchbegriffe wie "Nacht" ergeben damit eine schier unüberschaubare Anzahl an Treffern, bei denen eigene Bilder größtenteils im Nichts verschwinden. Gute Chancen hat man damit tatsächlich nur, wenn man sich bereits einen Namen gemacht hat und bereits über eine gute Fanbase verfügt, oder wenn man die Marketingtools der Seite auch kräftig nutzt. Aber selbst dann laufen die ersten Verkäufe schleppend und ohne Geduld für mehrere Monate sollte man sich nicht zu viel erhoffen.

2) Seltsame Qualitätskontrolle

Fineartamerica hat ähnlich wie andere Anbieter eine Qualitätskontrolle, die verhindern soll, dass Drucke in minderer Qualität beim Käufer landen und ggfs. den Ruf der Seite schädigen können. Das heißt es werden Bilder, die unscharf, verwackelt, schlecht belichtet, schief oder aus anderen Gründen unbrauchbar sind aussortiert bevor sie den Kunden erreichen. An sich eine gute Idee, aber leider geschiet dies erst nach der Bestellung durch den Kunden. Das heißt es kann gut passieren, dass jemand sich für ein Produkt aus dem Portfolio entscheidet und erst DANN wird das Motiv abgelehnt. Für den Künstler bitter, der Zeit in die Vermarktung gesteckt hat, aber vor allem sorgt es dafür, dass die Seite nicht nur in einem riesigen Angebot erstickt, ein Großteil des Angebots erfüllt auch gar nicht die Qualitätskriterien des Anbieters. Das sorgt für Frust bei Anbietern und Kunden gleichermaßen.

Fazit:

Fineartamerica ist eine tolle Seite, um die eigene Kunst an den Mann zu bringen. Vielfältige Möglichkeiten des Verkaufs und des Marketings bieten eine Fülle an Optionen.

 

Pro:

- Viele Kunden und Verkäufe

- Viele Verkaufsoptionen

- Viele Marketingwerkzeuge

 

Contra:

- Große Konkurrenz

- unberechenbare Qualitätskontrolle

- extrem lange Vorlaufzeiten bis zum ersten Verkauf

 

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Weitere Artikel sind:

Teil 1) Fineartprint und Posterlounge - Geld verdienen mit "Print on Demand" Anbietern

Teil 2) Nebentätigkeit als Fotograf: Rechtliche Aspekte

Teil 3) Marketing und Werbung als Hobbyfotograf - 4 Seiten, die Sie kennen sollten

Teil 4) Fineart America - Geld verdienen mit eigenen Bildern

 

Für mehr über mich und meine Arbeit schaut auf http://www.Fotoartdh.de

Meine Künstlerseite auf Fineartamerica findet ihr hier: http://daniel-heine.artistwebsites.com/

Ruhr1900, am 07.09.2014
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Wie macht man ein schönes Profilbild)

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