1) Fineartprint

Einer der ältesten Anbieter in diesem Segment ist Fineartprint. Die Webseite bietet Drucke von Werken auf allen gängigen Bildträgern wie Postern, Leinwänden, Forex, Acryl, etc. und liegt vom Preisniveau der fertigen Produkte etwa im Mittelfeld. Wer ein Werk über Fineartprint verkauft erhält 15% Provision am Verkaufswert für Bild und Zubehör. Eine Modifikation der Provision ist nicht möglich.


Um ein Bild in den Bestand aufnehmen zu lassen, muss es der Community zur Bewertung vorgestellt werden. zunächst wird das Bild hochgeladen, benannt und verschlagwortet, um dann 7 Tage lang nicht sichtbar für die Öffentlichkeit von den anderen Mitgliedern der Community bewertet zu werden. Am Ende der "Test"-Phase entscheidet ein Redakteur über die Aufnahme in das Portfolio von Fineartprint. Meiner Erfahrung nach ist ein technisch gut geschossenes Bild (guter Schnitt, gute Detail-Auflösung, keine Bildfehler wie Hotpixel oder Lensflares) fast immer mit dabei. Einzig extrem häufige Bilder wie Blumenmakros werden gerne Mal von den Redakteuren abgelehnt. Fineartprint hat jedoch die Möglichkeit, ein einmal hochgeladenes Bild ein weiteres Mal hochzuladen und viele Bilder gehen im zweiten Anlauf durch.

Das erscheint zwar insgesamt etwas seltsam, bietet jedoch für Einsteiger die Möglichkeit einige Bilder auf dem Kunstmarkt unterzubringen.

Die deutsche Seite von Fineartprint wirbt inzwischen mit "Millionen-Bildern" und ist dementsprechend beliebt bei Käufern wie Fotografen. Logischerweise ist ein derart etablierter Anbieter voll von Künstlerportfolios, die bereits mehrere Hundert Werke umfassen und ist somit gerade für den Einsteiger ein schwieriges Pflaster. Daher sollte man einiges an Frusttoleranz und Geduld mitbringen, wenn man sich bei Fineartprint anmeldet. Führt man keine Eigenwerbung auf anderen Webseiten durch, sind mehrere Wochen bis Monate bis zum ersten Verkauf keine Seltenheit.

Bei Erstellung eines Accounts bieten sich zwei Wahlmöglichkeiten:
Zum Einen gibt es den kostenlosen "Test-Account". Mit dieser Wahl können bis zu 50 Werke hochgeladen werden, die dann bei Fineartprint zum Verkauf stehen. Solange man nicht mehr Plätze braucht, ist der Service damit vollständig kostenlos.

Möchte man mehr Bilder zum Verkauf anbieten, benötigt man einen Premiumaccount. Dieser kostet 4,99€ im Monat und ermöglicht neben dem Hochladen unbegrenzt vieler Bilder insgesamt, das Einstellen von 6 Bildern pro Tag gleichzeitig zur Bewertung (sonst 3), und das Entfernen von Werbebannern auf der eigenen Seite.

Besonderheit bei Fineartprint: Neben dem Kunstmarkt gibt es die Möglichkeit einen eigenen Shop zu eröffnen, in dem eigenen Bilder ohne vorherige Prüfung angeboten werden können. Dieser Shop hat den Nachteil, nicht von Fineartprint beworben zu werden, so dass der Fotograf selbst das Werben von Kunden übernehmen muss. Wahlweise kann in diesem Shop zusätzlich das gesamte Sortiment von Fineartprint eingeblendet werden.

Meine Erfahrungen bisher:
Ich habe inzwischen etwas über 30 Bilder zum Verkauf von denen sich einige wenige verkauft haben (Ca.5 Motive bisher). Dabei habe ich neben einigen Urlaubsbildern die vermutlich wenig populäre Sparte der Industrie- und Nachtfotografie gewählt, weshalb ich dies als Erfolg werte. Im Durchschnitt kann man sagen, dass sich ca. ein Bild pro Monat als Leinwand oder anderer hochwertiger Druck verkauft hat. Ein Premium-Account wäre damit bisher refinanziert gewesen. Der Verdacht liegt nahe, dass ein größeres Portfolio mit etwas massentauglicheren (und helleren) Bildern einen guten Profit abwerfen könnte, weswegen ich diesen Anbieter zum Probieren empfehlen mag. Ich rate jedoch dazu, erstmal die kostenlose Variante zu testen, bevor man auf einen großen Account umsteigt.

Pros:

  • Kostenloser Account bis 50 Bilder
  • Großer Kundenstamm
  • Relativ großzügige Aufnahmekriterien für Bilder
  • Auch hochwertige Drucke im Angebot


Kontras:

  • Sehr starke Konkurrenz durch andere Künstler
  • Fixe Provision
  • Verschlagwortung vor Freigabe des Bildes


Meine Bilder auf Fineartprint

2) Posterlounge

Mein zweiter Anbieter in diesem Segment, den ich vorstellen möchte ist Posterlounge. Wie der Name vermuten lässt ist dieser Print-on-Demand-Anbieter eher im preiswerten Bereich unterwegs. Drucke werden als Poster oder Leinwand, nicht jedoch z.B. als hochwertigere Acryldrucke abgeboten.

Die Aufnahme bei Posterlounge erfordert das Einsenden einiger Bilder als Bewerbung, woraufhin die Redaktion der Seite entscheidet, ob das eigene Portfolio geeignet ist, oder nicht. Einmal aufgenommen können (sogar in einem Durchgang) so viele Bilder hochgeladen werden, wie man möchte. Eine Begrenzung besteht nicht, ebensowenig muss der Künstler für seine Präsenz auf Posterlounge bezahlen. Damit unterscheidet sich der Dienst positiv von Fineartprint.


Das Hochladen der Bilder funktioniert dabei denkbar einfach. Über einen Uploadmanager auf der Seite können die Bilder ausgewählt und hochgeladen werden. Eine vorherige Verschlagwortung, Beschreibung oder ähnliches ist nicht erforderlich. In den nächsten Tagen entscheiden die Betreiber der Seite, ob das Bild zum Druck geeignet ist oder nicht. Auch hier werden extrem häufige Motive aussortiert, gefühlt ist die Quote der Ablehnungen aber sehr niedrig (Sofern die technische Qualität des Bildes stimmt).Nachteil: Wurde ein Bild einmal abgelehnt, ist unabhängig vom Grund kein weiterer Upload desselben Motivs möglich. Daher ist eine vorherige, GRÜNDLICHE Überprüfung des Fotos dringend notwendig.

Ist das Bild einmal aufgenommmen, muss es mit einer Beschreibung und Schlagwörtern versehen werden, damit es über die Suchmaschinen gefunden werden kann. Ebenso ist es möglich Verweise auf andere Bilder aus dem eigenen Portfolio zu erstellen.

Eine Besonderheit von Posterlounge ist die Zusammenarbeit mit Ebay und Amazon. Alle Bilder aus dem Posterlounge-Portfolio werden bei diesen beiden Anbietern ebenfalls eingestellt, um die Verkaufschancen zu erhöhen. Damit ist der Kundenstamm der Seite außerordentlich groß. Ebenfalls positiv zu sehen, ist die freie Wahl der Provision, die für jedes Motiv einzeln vorgenommen werden kann. Abhängig von der eingestellten Prozentzahl wird der Preis des Produktes auf Posterlounge nach oben oder unten angepasst.

Meine Erfahrungen bisher:

Meine Erfahrungen bis jetzt sind durchwegs positiv. Es ist leicht, sich ein Portfolio aufzubauen und die Verkäufe starten zügig nach dem Einstellen der ersten Bilder. Dass diese Seite vollständig kostenlos ist, ist als weiterer Pluspunkt zu verbuchen. Da auf Posterlounge hauptsächlich Poster verkauft werden, sind die Provisionseinkünfte dementsprechend niedrig, aber die Anzahl der Verkäufe macht dieses Manko wett. Bisher kann ich nur positives über diesen Anbieter berichten und damit ist es meine absolute Empfehlung für jeden, der plant über einen Print-on-Demand-Service Bilder zu verkaufen.

Pros:

  • Kostenloser Account ohne Beschränkung
  • Frei wählbare Provision
  • Verkauf der Bilder in Kooperation mit Amazon/Ebay
  • Zügiges Einsetzen der Verkäufe mit relativ hoher Frequenz


Kontras:

  • Hauptsächlich Verkauf von Postern mit niedriger Provision
  • Bilder brauchen z.T. recht lange, bis sie auf den Partnerseiten zum Verkauf angeboten werden

Mein Portfolio bei Posterlounge findet ihr hier.

Fazit:

Beide Anbieter sind einen Versuch wert, wenn man versuchen möchte, sein Hobby ein bisschen gegenzufinanzieren. Reichtümer häuft man sicherlich nicht an, aber das ein oder andere Objektiv dürfte durch Verkäufe auf diesen Seiten bezahlt werden können.

Ein Hinweis zur rechtlichen Situation:
Verkäufe über diese Seiten, auch gelegentliche, müssen bei der Steuer angegeben werden. Daher ist eine Registrierung als freiberuflicher Fotograf notwendig. Regelmäßige Kosten entstehen dadurch aber nicht. Näheres erfahrt ihr dazu in einem späteren Artikel.

Mehr über mich auf meiner Seite: http://www.fotoartdh.de

Nachtrag Stand August 2014

Nach einiger Zeit auf beiden Seiten kann ich folgendes berichten:

Zwar habe ich erheblich mehr Verkäufe über Posterlounge erzielt, jedoch ist die Bilanz deutlich zugunsten von Fineartprint ausgefallen. Die höheren Provisionen bringen unterm Strich doch einiges mehr an Erlös in die Kasse. Gezeigt hat sich jedoch in beiden Fällen, dass im Wesentlichen Nischenprodukte ihren Absatz finden. Landschaftsbilder zeigen weniger Erfolge als z.B. Nachtaufnahmen. Individualtität ist also deutlich gefragt.

Vor allem zeigt sich, dass Werbung für gute Absätze unumgänglich ist. So hat vor allem das Eröffnen eines Google+ Accounts einige neue Kunden gebracht. Ein Link zu meinem aktuellen Account, den ich vor einiger Zeit anlegte, findet sich übrigens hier: https://plus.google.com/+FotoartdhDe über ein +1 würde ich mich freuen!

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Weitere Artikel sind:

Teil 1) Fineartprint und Posterlounge - Geld verdienen mit "Print on Demand" Anbietern

Teil 2) Nebentätigkeit als Fotograf: Rechtliche Aspekte

Teil 3) Marketing und Werbung als Hobbyfotograf - 4 Seiten, die Sie kennen sollten

Teil 4) Fineart America - Geld verdienen mit eigenen Bildern

Ruhr1900, am 22.08.2013
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