Die ersten Maßnahmen - Das Thema eingrenzen

Zunächst müsst ihr euch natürlich über eure Prüfungsthemen klar werden. Sofern diese nicht, wie bei Zwischenprüfungsklausuren oder ähnlichem vorgegeben sind, müsst ihr selbst Themen aussuchen und eingrenzen.

Es bietet sich bei Abschlussprüfungen grundsätzlich immer an, auf Themen zurückzugreifen, die man bereits im Studium behandelt hat. So kann der Titel eines besuchten Seminars einen ersten guten Hinweis für die Formulierung eines Themas bieten. Natürlich sind sehr umfangreiche Seminarthemen wie "Westeuropa im zwanzigsten Jahrhundert" ein wenig zu weit gesteckt, aber wenn man noch über einen Ablaufplan dieses Seminars verfügt, kann man sich sehr gut an den in den einzelnen Sitzungen besprochenen Teilaspekten orientieren. Am besten ist es natürlich, ein Thema zu wählen, über das man bereits eine Seminararbeit geschrieben oder ein Referat gehalten hat. Der Vorteil besteht zum Einen darin, dass man bereits ein wenig mit der Materie vertraut ist und zum Anderen, dass ein großer Teil der Literaturrecherche bereits erledigt ist.

Sowohl bei mündlichen, als auch bei schriftlichen Prüfungsthemen gilt nach der Eingrenzung des Themas, dass im zweiten Schritt nun der Gang zum gewünschten Prüfer steht, mit dem alles Weitere besprochen wird. Er oder sie wird bei der endgültigen Formulierung des Themas helfen können und meist bekommt man hier schon wertvolle Literaturhinweise oder Tipps und Adressen zu speziellen Forschungsinstituten oder Wissenschaftlern, die sich auf diesem Gebiet auskennen.

Den Lernstoff beschaffen - Verfügbare Literatur - Recherche und Organisation

Verfügt ihr bereits über Texte, Lehrbücher, Internetadressen oder andere Informationen zu eurem Thema, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, alles aus den Schubladen zu kramen und ein eigenes Regal dafür anzulegen. Plant dabei genügend Stauraum für Bücher ein, die im Laufe der Vorbereitung auf jeden Fall noch hinzu kommen werden!

Nun gilt es, sich einen möglichst vollständigen Überblick über die vorhandene Literatur zum Thema zu verschaffen, diese zu besorgen und auszuwerten.

Die Techniken der Literaturrecherche sollten euch im Laufe des Studiums bereits vermittelt worden sein. Das ist eine der wenigen Arbeitstechniken, die an den Universitäten bereits den Erstsemestern beigebracht werden.

 

Den Lernstoff auswerten - Strategien gegen die Informationsflut

Normalerweise werdet ihr bei der Prüfungsvorbereitung mit einem Wust von Büchern, Artikeln und anderem Material konfrontiert werden. Wer das alles komplett lesen will, kann die Prüfung eigentlich gleich vergessen. Erstens reicht die Zeit dazu nie und nimmer aus und zweitens ist beim sturen und stundenlangen Lesen bisher noch bei keinem so viel hängen geblieben, dass es für eine bestandene Prüfung gereicht hätte.

Unverzichtbar sind also klare und professionelle Strategien zur Bewältigung der Informationsflut. Eigentlich sollte sich jeder Student im Verlauf seines Studiums kontinuierlich mit Arbeits- und Lerntechniken befassen, aber weil darauf in den Seminaren meist weder eingegangen, noch hingewiesen wird, sind viele Studis bis kurz vor der Prüfung noch absolute Laien auf diesem Gebiet.

Wenn ihr euch zuvor noch nie mit diesem Thema beschäftigt habt, oder ihr eine Auffrischung eurer eigenen Methoden brauchen könnt, dann solltet ihr jetzt kurz Pause machen und meinen Artikel über rationelles Lesen beachten.

Das Material verwalten - Arbeiten mit Karteikarten

Wenn ihr nun mit euren Büchern zu Hause hockt, müsst ihr die wichtigen Infos aus den Texten filtern und in eine sinnvolle Ordnung bringen, um sie auch gezielt lernen oder zitieren zu können.

Ich selbst habe beim Schreiben meiner Magisterarbeit Karteikarten verwendet. Jedem ausgewerteten Text weist man eine Nummer zu, um später nicht auf jeder Karte eine lange Literaturangabe schreiben zu müssen. Die Aufschlüsselung der Nummern befindet sich auf einem oder auf mehreren Zetteln. Auf die Vorderseite der Karteikarte schreibt man eine und zwar immer nur wirklich eine Information aus dem Text und auf der Rückseite notiert man die Nummer des Textes und die Seitenangabe. In der Kopfzeile der Vorderseite werden dann die Schlagworte notiert, welche die enthaltene Information möglichst genau beschreiben

Das hat den Vorteil, dass man die Karten später in jeder beliebigen Reihenfolge und nach Themenkomplexen geordnet sortieren kann.

Weitere Grundsätzlichkeiten - Zeitplan, Persönlichkeit und Teamarbeit

Bei all den vorangegangenen Schritten solltet ihr immer ein fest umrissenes Lernziel im Kopf haben. Ihr müsst also wissen, wie tief ihr in das jeweilige Thema eindringen wollt, welche Teilaspekte ihr mehr, welche weniger berücksichtigen wollt. Das Ergebnis dieser Überlegungen solltet ihr auch rechtzeitig eurem Prüfer mitteilen, denn wenn der weiß, worauf ihr bei der Vorbereitung euer Augenmerk gerichtet habt, dann wird er dies gewöhnlich bei deinem Prüfungskonzept berücksichtigen. Andererseits kann es auch sein, dass er in euren Vorbereitungen noch wichtige Aspekte vermisst und euch darauf hinweist. Frühzeitiger und regelmäßiger Kontakt zum Prüfer stellt also die Weichen für eine Prüfung ohne Missverständnisse.

Ferner sind realistische Zeitpläne, die auch Unvorhergesehenes und notwendige Pausen berücksichtigen ausgesprochen wichtig. Die Formulierung und Einhaltung von verbindlichen Tages- Wochen- und Monatsplänen verschaffen euch den nötigen Überblick über eure Fortschritte und vermeiden Stress und Panik in der Schlussphase der Vorbereitung. Wenn ihr den weiter oben empfohlenen Artikel zu den Arbeits- und Lerntechniken gelesen habt, dann seid ihr auch hier auf der sicheren Seite.

Berücksichtigt auch eure persönlichen Eigenarten! Ihr braucht morgens endlos lange um in Schwung zu kommen? Dann mutet euch in eurem Lernplan keine geistig anspruchsvollen Tätigkeiten am Vormittag zu. Verlegt diese in die Nachmittags- oder Abendstunden. Achtet auch auf euren Lerntyp! Wer sich besser Gesprochenes merken kann, sollte den Lernstoff auf Kassette aufnehmen, wer eher bildlich denkt, sollte Mindmaps verwenden oder Informationen in Grafiken, Tabellen oder Skizzen übertragen. Richtig ist, was eurem Typ entspricht.

Ich persönlich lerne lieber allein und unabhängig. Im Allgemeinen wird aber Teamarbeit empfohlen. Wenn euch das Arbeiten in Lerngruppen liegt, dann solltet ihr also nicht zögern, eine solche Gruppe ins Leben zu rufen, oder euch einer anzuschließen. Gerade bei der Literaturauswertung kann eine Gruppe sehr effizient zusammenarbeiten, aber auch Prüfungssituationen können in der Gruppe schon mal durchgegangen werden.

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Rene_Junge, am 04.09.2012
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Bildquelle:
Reisefieber (Wo kann man Tourismus studieren?)

Autor seit 4 Jahren
31 Seiten
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