Richter und "Cicero" (Bild: Dynamia/20th Century Fox)

Ein Spionagethriller der Spitzenklasse. In der Hauptrolle ein Spion "Cicero", gespielt von James Mason, der im zweiten Weltkrieg für die Deutschen militärische Geheimnisse übermittelt. Er trat nach der Ausbildung in Großbritannien in die Dienste des Gatten von Countess Daviskas Mann, nach dessen Verhaftung, gelang es ihm, in der britischen Botschaft in Ankara Stellung zu beziehen. Er fühlt sich, nach deren Wiedersehen, sehr zur Coutness hingezogen, wenn auch sie sich mit ihm nicht auf der selben sozialen Ebene empfindet.

 

Der Co-Star, wenn man so möchte, die junge Adelige mit den von Göring beschlagnahmten Gütern in Polen, verkörpert von Danielle Darrieux, lässt keinen Zweifel an ihrer sozialen Stellung und ihrem Wunsch nach Gefährten, die mehr als nur ihr berufliches Salaire erhalten. Möglicherweise hat sie sich einer alliierten Untergrundorganisation angeschlossen, denn sie verhilft dem als "Cicero" bekannten Spion und sich zu Pässen und Reisedokumenten nach Argentinien. Denn der Traum des "Cicero" ist, sich in Argentinien ansässig zu machen.

In den weiteren Rollen finden sich Ludwig Carl Moyzisch, ein diplomatischer Mitarbeiter der Nazi-Deutschen Botschaft in Ankara. Als Kooperationspartner von Cicero kommt ihm die wesentliche Rolle des Übermittlers der vom Spion geforderten Gelder zu, die Prüfung der Echtheit der Daten sowie die Ausarbeitung der Filme und Positiva. Somit eigentlich eine tragende Rolle, wenn auch sie im Film nicht so ganz prominent ist. Moyzischs Rolle ist die einzige, die sich an der eines Komödianten zumindest anlehnt. Insgesamt ist dieses flotte Werk Otto Langs jedoch mit großer Ernsthaftigkeit versehen. Neben dem in Österreich geborenen Katholiken Moyzisch, unter dessen Namen das Buch als seine "Memoiren" publiziert wird, wird noch ein Prominenter in diesem Film dem Publikum präsentiert: Franz von Papen, der in der NS-Zeit tatsächlich als Botschafter in der Türkei und als päpstlicher Geheimkämmerer, ernannt von Papst Pius dem Elften, tätig war. Graf von Papen gelang es, sich geschickt durch die Kriegswirren zu manövrieren.

 

 

Rezeption

Im Film wird es so dargestellt, als würden die Informationen, die Cicero übermittelte, nicht stimmten. Während Moyzisch die Filme entwickelte, erhielt man ein dringendes Schreiben. Auch, dass Anna ihn als britischen Agenten enttarnt. Doch tatsächlich wurde posthum die Doppelagentenschaft widerlegt. Es scheint zwar zunächst, dass der SIS ihn als eigenen Mann anerkennt, doch in den 70ern wurde klar, dass er nicht vom Britischen Secret Service geführt wurde. Es heißt, dass es auch nie eine Anna, also ein polnische Gräfin Daviska, gab. Die Figur soll frei erfunden sein. Das wären gute Neuigkeiten, denn in der Schlussszene wird klar, dass das Geld, das er der Bank überreichte und mit dem er die Villa bezahlte, Blüten sind. Gut gemachte, die argentinischen Beamten beeindruckend echt aussehende, aber falsche Geldscheine.

 

 

Und diese sind in der Schweiz und auch in der Türkei aufgetaucht. In Wahrheit benötigte der echte Cicero Jahrzehnte, bis er den Schaden kompensiert hatte. Er gab Musikstunden, trat als Sänger auf und bot Gebrauchtwaren feil. Tatsächlich aber, wurde der Fall erst publik, als der britische Botschafter, Hughe Montgomery Knatchbull-Hugessen, seine wohlverdiente Rente genoss und ein Buch über seine Memoiren schrieb, den Fall Cicero aber nicht erwähnte.

Moyzisch, der 1949 seine Memoiren veröffentlichte, outetete dabei den pensionierten Diplomaten, woraufhin sich das Haus of Commons mit dem Leak beschäftigte, für den Botschafter aber folgenlos. Ganz dreist forderte der ehemalige Cicero, der von Moyzisch identifiziert wurde, von der deutschen Regierung Entschädigung dafür, dass er durch die Blüten in eine Schuldenfalle tappte. Doch das Außenministerium lehnte ab.

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