Was ist Fluor und Fluorid überhaupt?

Fluor ist ein sehr giftiger und ätzender Stoff. Da er sofort mit anderen Stoffen wie beispielsweise Calcium reagiert, findet man ihn in seiner natürlichen Form niemals pur vor, sondern als Mineral Fluorit und zu anderen Mineralien gebunden. Fluorit ist die andere Bezeichnung für Calciumfluorid. Diese Fluoridkristalle befinden sich im Gestein in der Erde und sind mit 525 ppm sehr häufig. Fluoride sind in Wasser so gut wie unlöslich, das heißt sie bleiben in der Flüssigkeit so erhalten. Wegen seiner "fließenden" Eigenschaften, also in dem Sinne, dass es schnell und sehr stark mit anderen Stoffen (praktischen allen chemischen Stoffen abgesehen von Neon und Helium) reagiert, wird Fluorit auch "Fluss-Spat" genannt.

Fluorit - als Kristalle hübsch anzusehen (Bild: G.dallorto / Wikipedia)

Es wird in der Metallverarbeitung als Flussmittel genutzt, welches dabei hilft, andere Erze rascher zum Schmelzen zu bringen. Zur Herstellung von reinem Fluor wird Calciumfluorid als Grundlage genommen. Dieses wird auch zu verschiedenen anderen industriellen Zwecken eingesetzt, zum Beispiel als Kristallspat zum Linsenschleifen und für die Linsenherstellung selbst, Keramikspat für die Glasherstellung, in der Elektronik und als Fenster für Laserstrahlen.

Früher wurde Fluor auch verwendet, damit Farben und Lacke auf Kunststoffoberflächen besser haften und um die Benzintanks in Autos dichter zu machen. Aufgrund der Gefährlichkeit hat man dieses Verfahren bei den Autos mittlerweile vielerorts bereits durch andere Technologien ersetzt, außer in den Entwicklungsländern. In Kombination mit einem anderen sehr gefährlichen Stoff, dem Uran, spielt Fluor eine Rolle bei der Kernspaltung. In der Natur bildet die Verbindung zwischen Fluor und Uran radioaktiven Stinkspat, der nicht umsonst diesen Namen trägt. Für die fluoridhaltige Zahnpasta verwendet man meist Natriumfluorid, manchmal auch Aminfluoride.

Fluorid soll den Zahnschmelz remineralisieren

Zahnpastafirmen und sonstige Angehörige der Pro-Fluorid-Lobby argumentieren damit, dass Fluorid die Zähne widerstandsfähiger mache, so dass die Kariesbakterien es schwerer haben, ihr vernichtendes Werk zu vollbringen.

Was ist Karies und wie bekämpft man es?

Karies kann entstehen, wenn durch ein saures Milieu der Zahnschmelz nicht mehr genug Mineralien aufweist und somit nicht mehr ausreichend hart ist, um den Zahn vor dem Angriff der Bakterien zu schützen. Der Schmelz setzt sich vor allem aus Hydroxylapatit, Magnesium und Carbonaten (den Salzen von Kohlensäure) zusammen. Ein säuerliches Umfeld im Mund, wie es nach dem Essen zuckerhaltiger oder saurer Speisen entsteht, löst diese wichtigen Mineralien aus dem schützenden Zahnschmelz. Die Zähne sind nun leichter für die Kariesbakterien, die sich in diesem sauren Milieu sehr wohl fühlen und sich - ebenso wie Milchsäurebakterien - auf den Zähnen und in den Zwischenräumen als Zahnbelag ansiedeln, angreifbar.

Mit einer guten Mundhygiene und durch Zähneputzen nach dem Essen entzieht man den Bakterien ihren Nährboden, da sie nur in einem sauren Umfeld überleben können. Ist es im Mund nicht mehr sauer, sondern rein, "erholt" sich normalerweise auch der Zahnschmelz und baut seinen mineralischen Schutz wieder auf.

Nur, wenn man sich die Zähne nicht regelmäßig putzt, seine Mundhygiene vernachlässigt oder sich ständig ungesund ernährt und zugleich die Zahnreinigung öfter mal vergisst, kann sich der natürliche Zahnschutz nicht mehr richtig regenerieren. Dann erodieren die Zähne, und schlimmstenfalls sitzt man am Ende beim Zahnarzt, der dann die Löcher wieder füllen muss.

Und was hat nun das Fluorid damit zu tun?

Hier geht es wiederum um chemische Reaktionen, mit denen Fluoride den Zahnschmelz wieder härten, so dass er seine Schutzfunktion erneut erfüllen kann. Dabei sollen sie den Hauptbestandteil des Minerals Hydroxylapatit, das CaOH-Apatit, wieder aufbauen. Das Fluorid verbindet sich dann zu Fluorapatit. Außerdem bilden Kariesbakterien, wie in Laborexperimenten bestätigt wurde, weniger Säuren, wenn Fluorid da ist. Dies gilt allerdings nur bei geringen Fluoridmengen! Mehr Fluorid ist also nicht automatisch besser für die Zähne - mitnichten!

Mag die Wirkung in Bezug auf den Zahnschmelz auch stimmen, so stellt sich doch die Frage, ob es nicht im Grunde überflüssig ist, sofern man seine Zähne generell regelmäßig pflegt. Zudem ist es umstritten, ob das Fluorid überhaupt in jedem Fall wirkungsvoll ist. In einer Laborstudie fanden Saarbrückener Forscher nämlich heraus, dass Fluorapatit nur bei einem neutralen pH-Wert in einer Menge gebildet wird, die diesen optimal mineralisierenden Effekt auf den Zahnschmelz hat. Das heißt, in einem sauren Umfeld, das man nun einmal vor dem Zähneputzen hat, wenn man gerade Süßes oder Saures gegessen hat, nützt das Fluorid kaum etwas! Außerdem ist die Schicht, die es bildet, recht dünn. Zwar dringt das Fluorid im sauren Milieu durch die rauere Zahnoberfläche leichter ein, jedoch mit nur wenig Fluorapatit-Teilen. Stattdessen verbindet es sich unter diesen Bedingungen mehr zu Calciumfluorid.

Eine noch leichte Fluorose (Bild: Dozenist / Wikipedia)

Was Fluorid tatsächlich bewirkt

Diesem einen umstrittenen Vorteil stehen zahlreiche Nachteile gegenüber. Wenn Sie sich jemals gewundert haben, warum Sie bei der Anwendung fluoridierter Zahnpasta statt eines strahlend weißen Gebisses fleckige Zähne mit weißen bis gelblichen Flecken im Spiegel angrinsen, dann könnte dies auf eine Fluorose zurückzuführen sein.

Natürlich wird niemand wegen einer erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta, die sich mit dem Speichel vermischt und zum Großteil durch das Ausspucken und gründliches Ausspülen des Mundes nach dem Zähneputzen wieder hinausbefördert wird, gleich tot umkippen. Dazu bräuchte es schon mehrere Tuben Zahncreme, die jemand mit voller Absicht isst. Aber auch, wenn aus Versehen Zahnpasta geschluckt würde, könnte dies starke Übelkeit verursachen. Deshalb muss man gerade bei Kindern aufpassen, dass sie keine fluoridhaltige Zahncreme schlucken; Kinder unter drei Jahren sind von der Zahnpasta sowie etwaigen Fluoridtabletten fernzuhalten. Doch auch bei älteren Kindern, die bereits ihre ersten Milchzähne bekommen haben, ist große Vorsicht beim Fluorid geboten. Da sie generell empfindlicher auf Fluorid reagieren und sich noch in der Entwicklung befinden, kann sich eine für sie zu hohe Dosis fatal auswirken. Es gibt spezielle Kinderzahncremes mit einem reduzierten Fluoridgehalt. Man kann Kinder aber auch ganz vor diesem Gift verschonen.

Dass Fluorid alles andere als gesund ist, insbesondere wenn man es regelmäßig aufnimmt, belegen zahlreiche Beispiele. Unter anderem sind folgende negativen Auswirkungen erwiesen:

  • Beeinträchtigung der Gehirn- und Intelligenzentwicklung: In einer von Harvard und der medizinischen Universität Shenyang durchgeführten Studienreihe fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich eine Überdosis Fluorid, wie sie bei einer Fluoridierung des Trinkwassers schnell erreicht wird, die neurologische Entwicklung von Kindern erheblich beeinträchtigt. Der Intelligenzquotient von Kindern in chinesischen Regionen mit einem hohen Fluoridgehalt lag dabei meist beträchtlich unter dem IQ der jeweiligen Vergleichsgruppe aus Regionen mit weniger Fluorid. Besonders großen Schaden kann Fluorid bei ungeborenen Kindern anrichten, deren Skelett und Gehirn dadurch geschädigt werden können. (Link zur Studie)
  • Schädigung der Leber und Nieren: Eine Studie in China mit 210 Kindern im Alter von 10 bis 12 Jahren ergab, dass "fluoridiertes Wasser mit einem Fluoridgehalt von mehr als 2 mg /l die Leber- und Nierenfunktionen von Kindern schädigen kann", so der Studienleiter Xiong. Die Schäden äußerten sich durch eine erhöhte Enzymzahl in diesen Organen. Ebenfalls fanden die Forscher heraus, dass eine Zahnfluorose bei den untersuchten Kindern auf Nierenschäden hindeuten konnte. Die Leberschäden konnten hingegen auch ohne gleichzeitige Fluorose auftreten. Auch bei Tieren treten diese dosisabhängigen Organschäden nach Aussage der Wissenschaftler auf. (Quelle)
  • Einflüsse auf das Hormonsystem, insbesondere die Schilddrüse: Nachdem das US-amerikanische Forschungsinstitut NRC drei Jahre lang Hunderte von Studien durchgeführt hatte, schlussfolgerte es daraus, dass "Fluorid auf subtile Weise die endokrinen Funktionen, insbesondere in der Schilddrüse, verändern kann". (Quelle) Interessant ist auch die Tatsache, dass man in den 1950er Jahren ganz bewusst Fluorid einsetzte, um die Schilddrüsenfunktion bei Überfunktionspatienten zu senken (siehe: http://fluoridealert.org/studies/thyroid03/). Wen wundert es da noch, dass heute so viele Menschen im Gegenzug mit Schilddrüsenunterfunktion zu tun haben?
  • Fragilere Knochen durch zu viel Fluorid: Bei einer schwereren Überdosis kann Knochenfluorose entstehen, was zur Folge hat, dass die Knochen aufgrund der damit einher gehenden Verhärtung und Verdichtung schneller brechen können und die Gelenke unbeweglicher werden. Auch Rückenprobleme können daraus resultieren.
  • Erhöhtes Krebsrisiko: US-amerikanische Forscher von der Harvard School of Dental Health stellten zudem fest, dass Kinder, die im Alter zwischen 5 und 10 Jahren zu viel Fluorid aufnehmen, anschließend bis zum 19. Lebensjahr häufiger an Knochenkrebs erkranken. Diese Krebsart tritt zwar "nur" bei 3% der an Krebs erkrankten Kinder auf, doch die Hälfte der Betroffenen stirbt bereits in den ersten fünf Jahren nach Ausbruch der Krankheit; der Rest muss oft lebenslang mit amputierten Beinen leben. (Quelle) Auch der Zusammenhang zwischen Fluorid und Lungen- und Blasenkrebs ist erwiesen (http://fluoridealert.org/articles/science-watch11/). Insgesamt ist die Krebsrate in Ländern mit fluoridiertem Trinkwasser höher als in Ländern ohne Zwangsfluoridierung.
  • Da Fluorid auch Enzyme verändert, wirkt es sich außerdem auf alle weiteren Systeme des Körpers aus (Magen-Darm, Herz-Kreislauf, Atmung, Nerven, Immunsystem). Die Zirbeldrüse im Gehirn verkalkt und kann somit ihre Funktionen in Hinblick auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Zellregeneration und die Kreativität nicht mehr richtig ausführen.

Ab welcher Menge ist Fluorid giftig?

Bei einer Aufnahme von mehr als 1 mg täglich steigt die Gefahr einer Zahnfluorose. Zwischen 10 und 25 mg kann es zu einer Knochenfluorose kommen. Im Falle einer gravierenden Überschreitung der täglichen Maximalmenge von nur 1 mg über einen längeren Zeitraum können zudem Nieren- und Leberschäden, Erkrankungen der Schilddrüse und eine erhöhte Krebsgefahr daraus resultieren. Eine akute Fluorvergiftung liegt ab 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag vor. Wer 60 kg wiegt, bekäme demnach bei einer Überdosis von 60 mg Symptome einer Vergiftung.

Da diese Menge normalerweise im nicht zwangfluoridierten Deutschland nicht erreicht wird, tritt dort eine direkte Vergiftung mit Magenbeschwerden, Übelkeit, Durchfall und unangenehmen Missempfindungen auf der Haut nur selten auf. Im US-Bundesstaat Iowa hingegen, wo das Trinkwasser fluoridiert wird, ergab eine Studie mit 700 Kindern von 10 bis 19 Jahren, dass bei ihnen die Gefahr einer Fluoridvergiftung doppelt so hoch war als in Gegenden ohne Trinkwasserfluoridierung. Fluorid ist also nicht zu verharmlosen. Die langfristigen Folgen der regelmäßig erhöhten Fluoridaufnahme wie die beschriebenen Krankheiten, die dadurch begünstigt werden, sollten ebenfalls zu denken geben.

Fluoridiertes Trinkwasser macht die betroffenen Menschen krank

Fluorid ist überall

Zu beachten ist, dass Fluorid ja nicht nur in entsprechender Zahncreme sowie so gekennzeichnetem Salz enthalten ist, sondern es obendrein über zahlreiche weitere Wege aufgenommen wird. Laut einem NRW-Trinkwasserbericht wurden Fluorwerte von maximal 0,57 mg / l im nordrhein-westfälischen Trinkwasser gemessen, was leicht über dem durchschnittlichen deutschen Fluoridgehalt von 0,3 mg / l liegt. Manche im Handel erhältlichen Mineralwässer sind zusätzlich damit angereichert, wobei dies erst ab 0,7 mg gekennzeichnet sein muss. Wer dann noch fluoridiertes Salz verwendet, führt seinem Körper pro Tag durchschnittlich weitere 0,5 mg zu, so dass die 1 mg Höchstgrenze dann schon erreicht ist.

Fluorid ist aber heutzutage auch noch in zahlreichen anderen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, manchem Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Hafer) und vielen Gemüsesorten versteckt, am meisten in Walnüssen mit umgerechnet mehr als einem halben Milligramm. Um Fluorid kommt also niemand vorbei, der nicht 90% der Nahrungsmittel von seinem Speiseplan streichen will. In kleinen Mengen ist es ja auch nicht so schlimm, jedoch kann sich da über den Tag verteilt schon einiges von diesem Stoff ansammeln, der sich dann im Körper anreichert. Mit Tee sollten Sie vor diesem Gesichtspunkt übrigens eher sparsam sein: Dieser enthält - neben anderen unerwünschten Stoffen und sogar Schwermerallen - reichlich Fluor! Die maximalen 260 mg / l auf 100 g Grüntee entsprächen auf eine Tasse Tee umgerechnet immerhin etwa 7,8 mg Fluorid, womit die Grenze zur Schädigung der Gesundheit beim Dauerkonsum schon überschritten wäre. Wenn Sie nicht völlig darauf verzichten wollen, dann erkundigen Sie sich beim Teekauf also zumindest über Herkunft und Anbaubedingungen.

In einem separaten Artikel zeige ich einige fluoridfreie Alternativen für die Zahnpflege auf.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel weder fachlichen Rat noch eine ärztliche Behandlung der Folgen im Falle einer Überdosis Fluorid und auch kein eigenes Nachdenken ersetzt.

Die_Utopische, am 25.04.2014
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Fluoridfreie Zahnpasta im Test)
Karin Scherbart (Krankmacher Jod: Was Sie über das Spurenelement wissen sollten)

Autor seit 6 Jahren
112 Seiten
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