Folsäure- Bedarf

Der Organismus kann Folsäure nicht selber herstellen, ist also darauf angewiesen, dass kontinuierlich genügend Folsäure über die Nahrung zugeführt wird.  Einen kleinen Teil kann der Körper in der Leber speichern. Dieser Vorrat reicht aber nur für einige Monate, wenn dem Körper gar keine Folsäure mehr zugeführt wird.

Ein Großteil der Menschen in Deutschland nimmt nicht genügend Folsäure über die Nahrung auf.  Bei einer Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten ist es jedoch in Deutschland problemlos möglich, den Folsäure-Bedarf ausschließlich über die Nahrung zu decken.

Als ausreichend gilt laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) eine Menge von 300 Mikrogramm täglich für Erwachsene Personen.

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf von etwa 400 – 550 Mikrogramm täglich.

Ursachen eines Folsäure-Mangels

  • Einseitige Ernährung mit zu wenig Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten
  • Chronische Erkrankungen
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Erhöhter Bedarf während Schwangerschaft und unter Einnahme der Pille
  • Medikamenteneinnahme

Mit diesen Beschwerden macht sich ein Folsäuremangel bemerkbar.

Zunächst komme es zu unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen oder depressiven Verstimmungen.

Bei länger andauerndem Mangel entwickeln sich Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Dazu gehören Übelkeit, Durchfall und Gewichtsverlust.

Es kommt zu Blutarmut und Veränderungen an den Schleimhäuten.

In diesen Lebensmitteln ist Folsäure enthalten

  • Leber
  • Gemüse
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide
  • Eigelb
  • Zitrusfrüchte

 

Folsäure ist licht- und wärmeempfindlich, daher sollten Lebensmittel dunkel gelagert und nicht zu lange erhitzt werden. Da das Vitamin zudem wasserlöslich ist, sollte es nicht lange gewässert werden und anschließend mit wenig Wasser im Dampf schonend gegart werden.

Vorsicht: Schwangere sollten auf den Verzehr von Leber verzichten. Ein zu hoher Vitamin-A-Gehalt der Leber kann das Ungeborene schädigen.

Die besondere Bedeutung von Folsäure für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch

Der erste Schritt zur Entwicklung des kindlichen Nervensystems ist die Bildung des Neuralrohrs. Wichtig für die gesunde Entwicklung des Embryos ist die vollständige Schließung des Neuralrohrs. Dies findet in den ersten vier Schwangerschaftswochen statt. Nur bei vollständiger Schließung ist eine normale Entwicklung von Gehirn und Rückenmark möglich. Bei einem Mangel an Folsäure kann dieser Prozess gestört werden. Mögliche Folge eines Folsäuremangels für das Ungeborene sind Anenzephalie oder ein offener Rücken (Spina bifida).

 

Gerade in dieser wichtigen Zeitspanne, wissen aber viele Frauen noch gar nichts von Ihrer Schwangerschaft. In Deutschland ist gerade mal die Hälfte aller Schwangerschaften geplant.

Daher wird Frauen in Deutschland, die sich ein Kind wünschen oder nicht verhüten und Schwangeren im ersten Schwangerschaftsdrittel empfohlen, Folsäuretabletten einzunehmen. Die Einnahme sollte unter Aufsicht des behandelnden Gynäkologen/der Gynäkologin erfolgen.

 

 

Autor seit 4 Jahren
97 Seiten
Laden ...
Fehler!