Bachforelle

Bachforelle (Bild: SimonLutz / Flickr)

Zielfisch Forelle

Als Angler hat man in der Regel eine genaue Vorstellung, welcher Fisch am Angeltag im Fokus steht. Natürlich kann und wird es es trotzdem vorkommen, dass andere Fische auf den Köder reagieren und beißen. Außer im Gewässer lebt nur eine Fischart.

Sowohl die Ausrüstung, als auch die Angeltechnik und das Verhalten am Wasser sollten möglichst genau auf den Zielfisch Forelle abgestimmt sein.

Es gibt mehrere Gründe, warum Angler gezielt auf Forelle angeln:

  • Angelregion: Bekanntermaßen wird ein Fluss in verschiedene Abschnitte unterteilt. Dabei stellt die Forellenregion den obersten Abschnitt dar und zeichnet sich durch eine niedrige Temperatur (bis ca. 10°C), starke Strömung und einen steinigen Untergrund aus. Wohnt man als Angler in einer Region, in der die Flüsse diese Charakteristik aufweisen, ist die Forelle meist das Objekt der Begierde.

  • Guter Geschmack: Das Fleisch der Forelle gilt generell als sehr schmackhaft. Erklären lässt sich dies einfach mit der Lebensweise des Fisches. Als Raubfisch jagt sie lebende Beute und ernährt sich nicht von Aas oder alter Nahrung. Zudem ist die Forelle in der Forellenregion eines Flusses zu finden. Dieser Abschnitt ist selten durch Abwässer oder Chemikalien verschmutzt, sondern klar, sauber und sauerstoffreich. Dies hat erheblichen Einfluss auf die Qualität des Fleisches. Zusätzlich besitzen Forellen vergleichsweise wenige Gräten und eignen sich daher für vielfältige Zubereitungsarten.

  • Herausforderung: Die Forelle ist ein vorsichtiger und scheuer Fisch, der im Laufe seines Lebens aus Fehlern lernt. Besonders kapitale Exemplare sind deshalb schwer zu überlisten und bilden somit eine Herausforderung an die Angelkunst des Petrijüngers.

  • Aussehen: Viele Angler betreiben ihr Hobby nicht mit dem Ziel, Fische aus Nahrungsgründen zu fangen. Andere Faktoren wie Erholung, Gemeinschaft oder Liebe zur Natur stehen im Vordergrund. Solche Angler setzen den gefangenen Fisch schonend zurück. Gerade die Forelle begeistert durch ihre schöne Zeichnung, welche bei größeren Exemplaren besonders gut wirkt.

Wunderschöne Regenbogenforelle

Wunderschöne Regenbogenforelle (Bild: waldiwkl / Pixabay)

Warum das Forellenangeln nicht so einfach ist

Wie bereits erwähnt stellt das Forellenangeln, besonders am Fluss, eine Herausforderung dar. Dies ist im Verhalten und den Fähigkeiten der scheuen Forelle, aber auch in den Eigenschaften des Gewässers begründet. Als pfeilschnelle Räuber in klarem Wasser besitzen Forellen sehr gute Augen. Mit ihnen fixieren sie potentielle Beute und erkennen Gefahren frühzeitig. Durch das Seitenlinienorgan registrieren Fische Druckänderung, die auf Bewegungen im oder am Wasser hinweisen. Auch dadurch werden sowohl Beute als auch Feinde erkannt. Der Angler muss also peinlich genau darauf achten, wie er sich am Wasser bewegt. Bricht er Äste, stolpert oder wirft einen Schatten auf eventuelle Forellenverstecke, sind die Fische gewarnt und die Stelle ist für den Angler "verbrannt".

Auch die Gegebenheiten am Gewässer können dem Angler Sorgen bereiten. Kleine Flüsse sind oft von Bäumen umgeben, welche das Auswerfen erschweren und für Verlust des Köders sorgen können. Dasselbe gilt für den steinigen Untergrund, der besonders dann für Hänger sorgen kann, wenn sich Äste oder Unrat im Fluss befinden.

Besonders große Forellen sind schwierig zu überlisten. Da Fische stetig wachsen, ist die Größe gleichzeitig ein Indiz für das Alter. Eine große Forelle lebt also schon länger und hat einige Angler und Köder kommen und gehen sehen. Sie weiß genau, wann Gefahr droht und wie sich Köder verhalten. Zudem sichern sich kapitale Forellen die besten Stellen im Fluss, die für Nahrung aber auch Sicherheit sorgen. Solche Verstecke werden zum Beispiel durch überhängende Äste gebildet und sind schwierig zu befischen.

Hier fühlen sich Forellen wohl.

Hier fühlen sich Forellen wohl. (Bild: Boke9a / Pixabay)

Ausrüstung für das Forellenangeln

Unbedingt dabeihaben sollte ein Angler die vom jeweiligen Landesverband vorgeschriebenen Dinge. Als Beispiel hier eine Liste, was man in Sachsen immer mithaben muss:

  • Fangbuch

  • Fischereischein

  • Gewässerverzeichnis

  • Messer

  • Maßband

  • Hakenlöser/Zange

  • Kescher

  • Müllbeutel

  • Knüppel o.ä. Zum Betäuben des Fisches

Als Angelrute empfehle ich eine kurze Rute mit guter Aktion. Denn die Bäume am Ufer verhindern oft das Auswerfen und selbst der Weg ans Wasser wird mit einer langen Rute zur Qual. Eine gute Aktion der Rute ist wichtig, weil die Forelle sehr kämpferisch ist. Bis zum Landen windet sie sich und schafft es oft, sich vom Haken zu befreien. Nutzt man eine elastische Rute und hält den Arm beim Drill vom Körper weg, können Rute, Schnur und Haken sehr gut den Bewegungen der Forelle folgen. Dies verringert die Gefahr, dass sich die Forelle befreit.

Die Angelschnur sollte geflochtene Schnur sein. Sie hat den Vorteil, trotz eines geringen Durchmessers eine hohe Belastbarkeit zu besitzen. Wie bereits erwähnt, ist die Forelle ein vorsichtiger Fisch, weswegen die Schnur so unauffällig, sprich dünn, wie möglich sein sollte. Außerdem lässt sich mit einer monofilen Schnur nicht so weit und genau werfen. Nachteil der geflochtenen Schnur ist, dass sich die fehlende Elastizität negativ auf das Drillen auswirkt, da sie die Bewegungen der Forelle nicht so gut abfängt.

Als Kunstköder auf Forelle haben sich klassische Spinner der Größe 3 in den Farben Silber, Rot und Gold bewährt. Eine gute Alternative bilden kleine Wobbler oder Gummifische. Aus Gründen der Schonung empfiehlt es sich, den Drilling durch einen Einfachhaken mit angedrücktem Widerhaken zu ersetzen. So können untermaßige Fische schonend zurückgesetzt werden und haben somit beste Chancen, sich zu erholen.

Ein empfehlenswertes Hilfsmittel für das Forellenangeln am Fluss ist die Polarisationsbrille. Sie hat die Eigenschaft, Reflektionen auf der Wasseroberfläche zu verringern, wodurch die Sicht deutlich verbessert wird. Außerdem wird das Auge entlastet und Angeln auch über mehrere Stunden wird erleichtert.

Um sich den Fischen besser annähern zu können, lohnt sich der Einsatz einer Wathose. Für kältere Angeltage kann sie aus Neopren bestehen. Für die Pirsch ist es ein klarer Vorteil, nicht auf das Ufer beschränkt zu sein. Um dem rutschigen Untergrund zu trotzen, sind die Sohlen der Wathose oft mit Filz bedeckt. Eine Bauchtasche ermöglicht das Verstauen kleiner Ausrüstungsgegenstände.

Die Pirsch

Um den Köder optimal anbieten zu können, muss die Forelle lokalisiert werden und sich in Wurfreichweite befinden. Damit die Forelle den Angler nicht zuerst sieht, sollte gedeckte Kleidung getragen und sich am Ufer am besten geduckt bewegt werden. Da die Forelle mit dem Kopf gegen die Strömung im Wasser steht, also flussaufwärts, sollte der Angler sich ebenfalls flussaufwärts bewegen. Dadurch wird verhindert, dass die Forelle die Gefahr frühzeitig erkennt und flüchtet. Der Köder wird nun über die Forelle geworfen und flussabwärts eingeholt. Dies sollte schnell genug geschehen, damit der Köder sein typisches Verhalten optimal ausspielen kann. Die natürliche Nahrung der Forelle bewegt sich ja ebenfalls flussabwärts. Bringen die erfolgsversprechenden Stellen keinen Biss, sollte man sich einige Meter weiterbewegen. Ein langes Verharren an solchen Punkten ist Zeitverschwendung. Gegebenenfalls kann ein Köderwechsel in Betracht gezogen werden. Aus Sicherheitsgründen ist auf tiefe Stellen (Löcher) zu achten. Besonders mit Wathose kann sich der Angler so in gefährliche Situationen bringen.

 

Forelle (Bild: barockschloss / Flickr)

Die Zubereitung

Es gibt sehr viele aufwändige Arten, eine frisch gefangene Forelle zuzubereiten. Bewusst empfehle ich jedoch diese einfache Art der Zubereitung, da so der Eigengeschmack des Fisches im Vordergrund steht.

Die ausgenommene Forelle wird gewaschen und nach Belieben entschuppt. Anschließend wird sie auf eine mit Olivenöl bestrichene Alufolie gelegt. Beide Außenseiten des Fisches werden nun mit Salz und Pfeffer garniert. In die Bauchhöhle kommen ebenfalls Salz und Pfeffer sowie Zitronenscheiben, frische Kräuter und etwas Olivenöl. Danach wird die Alufolie umgeschlagen und der Fisch in der Röhre bei Ober- und Unterhitze für 15-20 Minuten gegart. Wird eine knusprige Haut bevorzugt, kann der Fisch am Ende kurz in der Pfanne von beiden Seiten gebraten werden.

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