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Die Plauderecke  

Interessanten Artikel zum Thema Wirtschafts- und Gesellschaftssystem gefunden

 
Alex_W
Beiträge: 14
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am 20.11.2012

Hallo zusammen, bin gerade auf einen wirklich interessanten Artikel gestoßen, den man meiner Meinung nach gelesen haben sollte. Er setzt sich mit den Fragen auseinander, warum unsere Gesellschaft nicht gut funktioniert und wie sie in Zukunft vielleicht aussehen könnte : )

http://courage-magazin.de/2012/10/04/utopia-2156/

rainerinnreiter
Beiträge: 360
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am 20.11.2012

Ja, eh: Wenn wir uns alle lieb haben, völlig altruistisch handeln und lächelnd durch die Welt gehen, wird alles gut. Das mag jetzt zynisch klingen und ist es vermutlich auch, aber mit diesen Kumbaya-Utopien kann ich persönlich nichts anfangen, weil sie komplett realitätsfern sind. Da heißt es etwa:

"Die Technik war zum maximalen Nutzen für den Menschen herangereift. Aber nur, weil niemand einen eigennützigen Gewinn aus dem Unternehmen "Utopia" ziehen wollte."

Und wie super Kommunismus/Sozialismus in all seinen Ausprägungen funktioniert, können wir ja immer wieder beobachten. Wieso leben wir? Um uns selbstlos für andere aufzuopfern? Nein! Wir leben in erster Linie aus reinem Eigennutzen. Wir wollen nicht dahinvegetieren, sondern komfortabel leben. Der erste Mensch, der Pfeil und Bogen schnitzte, machte dies zunächst einmal aus "egoistischen" Überlegungen heraus: Die anderen mochten sich bei der Jagd verausgaben, er konnte Tiere aus der Entfernung erlegen.

Der Fehler in solchen angeblich "utopischen" Überlegungen ist immer derselbe: Nimm das böse Geld und den ach so bösen Egoismus weg, und schon kann sich das Paradies auf Erden ausbreiten. Geld ist aber lediglich ein im Prinzip - von der Politik und ihren angeschlossenen Gaunerpartien missbrauchtes - Mittel zum Zwecke des problemlosen Handels und Austausches von Dienstleistungen. Und der stets verachtete Egoismus ist der Grund dafür, dass wir überhaupt existieren - und weil wir existieren, entwickeln wir uns und die Technik weiter. Was ist daran so furchtbar übel?

So, und nun könnt ihr mich einen zynischen alten Bastard heißen.

Coming soon: "Vollkoffer - Der Antifrauenroman"
Alex_W
Beiträge: 14
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am 21.11.2012

Hmm nun, so kann man das sehen. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass der Mensch aus deinem Beispiel Pfeil und Bogen geschnitzt hat, um seine Familie besser ernähren zu können und mehr Nahrung für seinen Stamm heran zu schaffen ; )

Bei Kommunismus/Sozialismus muss man sagen: Das hatten wir ja im Grunde noch nie : ) Viele reagieren schon fast allergisch auf den Begriff "Kommunismus" weil in den Medien seltsamerweise Diktaturen (DDR, Sowjetunion, China, Nordkorea) als "kommunistische Systeme" bezeichnet werden, obwohl das völlig absurd ist. 

Ich gehe da immer gerne vom Guten im Menschen aus, denn wenn man argumentiert, dass jeder Mensch von Geburt an nur auf sein eigenes Wohl bedacht ist, bringt einen das meiner Meinung nach nicht wirklich weiter. Eher wird einem das doch von der Gesellschaft eingeimpft (Karriere machen, soziale Belange zurückstellen, an sich denken, erstmal Geld verdienen,... ). Ich glaube, wir verlassen durch die Zwänge des Systems unsere eigentliche Natur.

rainerinnreiter
Beiträge: 360
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am 21.11.2012

"Bei Kommunismus/Sozialismus muss man sagen: Das hatten wir ja im Grunde noch nie : ) Viele reagieren schon fast allergisch auf den Begriff "Kommunismus" weil in den Medien seltsamerweise Diktaturen (DDR, Sowjetunion, China, Nordkorea) als "kommunistische Systeme" bezeichnet werden, obwohl das völlig absurd ist."

Das hört und liest man natürlich ständig. Nur leider ist es falsch. Kommunismus ist untrennbar mit Gewalt und Zwang verbunden. Nun gab es "sanftere" Formen des Kommunismus, wie eben die DDR, und besonders schlimme, wie sie ein Pol Pot praktizierte. Das Endergebnis ist immer das Gleiche: Massenverelendung, zerstörte Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt, ganze Generationen an Menschen abgestumpft.

"Ich gehe da immer gerne vom Guten im Menschen aus, denn wenn man argumentiert, dass jeder Mensch von Geburt an nur auf sein eigenes Wohl bedacht ist, bringt einen das meiner Meinung nach nicht wirklich weiter."

Was ist an Egoismus schlecht, solange er nicht auf Kosten anderer geht? Wenn jemand viel arbeitet, um sich ein tolles Auto und ein eigenes Haus leisten zu können, und dann eine Mauer um sein Haus zieht, weil er seine Nachbarn nicht sehen und hören möchte – so what? Leider verwenden wir viele Begriffe völlig falsch (Musterbeispiel wäre "Solidarität" – wir "müssen" solidarisch sein, obwohl Solidarität nur aus freien Stücken heraus gezeigt werden kann) oder verzerrt, wie auch Egoismus. Was wir unter Egoismus verstehen, ist in Wahrheit brutale Rücksichtslosigkeit auf Kosten der Mitmenschen, also das, was zB als "demokratisch" und "alternativlos" bezeichnet wird. Perverserweise wird der durchschnittliche Arbeitnehmer als "egoistisch" gebrandmarkt, wenn er von seiner Kohle am Ende des Monats möglichst viel behalten möchte, anstatt es dem Staat geben zu müssen.

 " Ich glaube, wir verlassen durch die Zwänge des Systems unsere eigentliche Natur."

Hier stimme ich dir zu, wenn auch vermutlich unter anderen Gesichtspunkten. Meiner Ansicht nach ist es wider die Natur, Sklave für andere Menschen zu sein, was in jedem politischen System der Fall ist. Aber das ist natürlich nur meine völlig unmaßgebliche Meinung, die falsch sein muss, da sie dem Mainstream widerspricht.

Coming soon: "Vollkoffer - Der Antifrauenroman"
Alex_W
Beiträge: 14
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am 24.11.2012

Du hast eine interessante Sichtweise und bei einigen Punkten, die du ansprichst, stimme ich dir zu. Zum Beispiel halte ich auch nicht den einfachen Arbeiter oder die Mittelschicht für egoistisch. Sondern die sehr kleine herrschende Elite, die einen Großteil des (vom Normalbürger erwirtschafteten) Vermögens auf sich vereint und es dazu nutzt, den Lauf der Dinge zu ihren Gunsten zu beeinflussen. 

Vom Mainstream abweichende Meinungen sind wichtig, denn die größte Macht der Elite besteht darin, dass der Durchschnittsbürger Meinungen, die seine heile Welt in Frage stellen, einhämmert und Andersdenkende stets "auf den Boden der Tatsachen" zurückholen will.

 

Auf jeden Fall halte ich den Artikel oben trotzdem für sehr lesenswert, weswegen ich ihn gerne hier anbringen wollte : ) Jeder kann sich dann seine eigenen Gedanken dazu machen.

 

Viele Grüße

Alex

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