Katja Neubauer/pixelio.de

Wie funktioniert Fracking?

Um an das im Gestein gebundene Gas zu kommen, werden Bohrungen mit Tiefen bis zu mehreren tausend Metern vorgenommen. Diese Bohrungen verlaufen erst senkrecht und gehen, wenn sie die Tiefe des Gasvorkommens erreicht haben, in waagerecht Bohrungen über. Durch diese Bohrungen werden dann Stahlrohre geschoben und der Zwischenraum zwischen den Rohren und den Bohrungswänden mit Beton ausgefüllt. Dies soll verhindern, dass Gase oder Flüssigkeiten in das Erdreich gelangen. Anschließend wird eine Art Sprengkapsel durch das Rohr bis in den waagerechten Teil der Bohrung geschoben und damit Risse in die Bohrung gesprengt. Anschließend wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien mit sehr hohem Druck durch das Rohr gepresst. Durch die Risse am Ende der Bohrung setzt sich der Druck in das Erdreich fort. Es werden Risse mit bis zu 1.000 m Länge in das Gestein gesprengt. Meist sind sie aber kleiner, nur im Meter-Bereich. Pro Bohrung werden mehrere Millionen Liter der Wasser-Sand-Chemikalienmischung benötigt. Die Chemikalien haben hierbei einen Anteil von ca. 1 %. Um welche Stoffe es sich dabei genau handelt, verraten die Firmen nicht. Bisher identifiziert sind Benzol, Chlorkohlenwasserstoff und Metanol. Durch die Risse strömt das, im Gestein vorhandene, Gas in das Rohr und wird nach oben abgepumpt. Ein Teil des verwendeten Wasser-Sand-Chemikalien-Gemischs wird dabei mit nach oben gepumpt und dort aufgefangen. Ein Teil verbleibt aber im Erdboden. Da durch eine einzelne Bohrung nur ein begrenzter Bereich des Gasvorkommens ausgebeutet werden kann, müssen eine Vielzahl von Bohrungen durchgeführt werden. Das Risiko der einzelnen Bohrung vervielfältigt sich somit.

Welche Gefahren gehen von Fracking aus?

  1. Eine erste Gefahr besteht im Entstehen von Erdbeben durch die Sprengungen.
  2. Sind die Rohre oder die Ummantlung nicht 100 % dicht, kann das Wasser-Sand-Chemikaliengemisch in den Erdboden gelangen und das Grundwasser verunreinigen.
  3. Da ein großer Teil der Bohrflüssigkeit im Erdboden verbleibt, besteht auch hierdurch die Gefahr der Grundwasserverunreinigung.
  4. Der wieder hoch gepumpte Teil der Bohrflüssigkeit muss aufgefangen und umweltverträglich deponiert werden. Auch hierbei besteht die Gefahr der Vergiftung von Mensch und Umwelt.

Welche Vorteile bietet Fracking?

Die von den OPEC-Staaten unabhängige Versorgung mit Erdgas Gaskraftwerke haben einen geringeren CO2 -Ausstoß als Kohlekraftwerke und könnten so zum Ausgleich der schwankenden Energieversorgung durch Wind- und Sonnenenergie dienen.

Welche Erfahrungen sind in den USA gemacht worden?

In den USA wird Fracking im großen Stil betrieben. Dadurch konnte die Abhängigkeit von Gasexporten drastisch reduziert und der Preis für Gas niedrig gehalten werden. Andererseits mussten und müssen sich amerikanische Gerichte mit Hunderten von Klagen der Anwohner von Gasfeldern beschäftigen. Die Klagen betreffen meist die Verschmutzung des Grundwassers. Hierzu muss man wissen, dass in ländlichen Gegenden der USA viele Haushalte nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, sondern eigene Brunnen betreiben. An diesen Klagen muss was dran sein, sonst hätte ein Energieunternehmen nicht einer Familie in Pennsylvania 750.000 $ gezahlt. Diese Geschichte kann man hier nachlesen. Forscher der Duke University in Carolina haben herausgefunden, dass Trinkwasser in Gebieten, in denen Fracking betrieben wird, oft mit den Gasen Methan, Ethan und Propan verunreinigt ist. Darüber hinaus mussten Bewohner dieser Gebiete feststellen, das der Wert ihrer Grundstücke drastisch gesunken ist.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Zur Zeit wird in Deutschland kein kommerzielles Fracking betrieben. Obwohl Geologen es auch in Deutschland für prinzipiell möglich halten, hat der Umweltrat der Bundesregierung geraten, Fracking vorläufig nur in Versuchsanlagen zu genehmigen. Der Rat hält Fracking in Deutschland für wirtschaftlich nicht sinnvoll, da die mögliche Fördermenge zu gering ist um den Gaspreis spürbar zu senken. Außerdem sind die Umwelt- und Gesundheitsrisiken zur Zeit nicht abschätzbar. Sowohl Wasserwerke als auch Bierbrauer warnen vor Fracking in Deutschland, da sie eine Verschmutzung des Trinkwassers befürchten.

Fazit:

Nicht alles, was technisch machbar ist, muss man auch unbedingt machen. Speziell beim Fracking in Deutschland steht der zu erwartende wirtschaftliche Vorteil in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Gefahren. Darüber hinaus würde diese Gasförderung nur dazu führen, dass Anstrengungen von der Gasnutzung weg zu kommen, verzögert würden. Aber auch diese Gasreserven gehen irgendwann zu Ende. Spätestens dann muss alternative Technik zur Verfügung stehen. Daher wäre es sinnvoller, Zeit, Geld und Energie in die Erforschung dieser Techniken zu investieren.

Bildquellen:

Schiefer: Dieter Schütz/pixelio.de

Bohrung: Katja Neubauer/pixelio.de

Brunnen: Dieter Hopf/pixelio.de

 

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