Sie sucht Ihn, Fisch sucht Fahrrad und alles virtuell

Ob das zwischenmenschlich so toll ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Sicher, seit das WWW eine Art Paralleluniversum erschaffen hat, in dem es kaum Grenzen gibt, und in dem Gewissen und Moral stellenweise Extrem-Limbo tanzen, hat sich viel für uns verändert. Vieles davon zum Guten – das ist unbestritten. 

Sie sucht Ihn - Online Partnersuche

Doch scheint es mir persönlich mitunter recht befremdlich, dass für viele Menschen die Partnersuche fast nur noch vor dem Bildschirm stattfindet. So in echt, mit anquatschen, ins Gesicht schauen und Süßholzraspeln in Off-Line-Meetingpoints wie Bars und Discos, scheint antiquarisch. Das gilt bei Weitem nicht nur für die Suche nach dem idealen Partner fürs Leben oder für eine Nacht. Der Mensch sucht heute auch Freunde, Reise- und Freizeitpartner im Netz. Der Gedanke, dass es schon für Kinder unter 12 Jahren Kontaktbörsen gibt, übersteigt mein Verständnis. Auf die menschlichen Abgründe, die hier hemmungslos ausgelebt werden können, möchte ich erst gar nicht eingehen.

Die Vorteile von Kontaktbörsen liegen auf der Hand

Mit Nichten möchte ich hier Kontaktbörsen, Partnerportale, Chatrooms und Ähnliches komplett verteufeln. Es gibt Provider, deren ehrliches Ziel es ist, Menschen zusammenzubringen. Sie möchten mithilfe des Internets Freundschaften, Ehen und/oder tolle Zweckgemeinschaften entstehen lassen. Viele meiner Freunde haben ihre große Liebe auf diese Weise kennengelernt und sind heute superglücklich. Andere weniger. Die gegenseitige Kontaktaufnahme ist via WWW viel ungezwungener, angstfreier und entspannter. Man findet schnell heraus, ob man sich etwas zu sagen hat – ob die Chemie stimmt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann macht man die Kiste einfach aus oder wendet sich dem nächsten virtuellen Kandidaten zu. Peinliche oder gar verletzende Situationen entstehen erst gar nicht. Beim ersten Treffen, so von Angesicht zu Angesicht, kennt man sich schon ein wenig und fühlt sich wesentlich sicherer. Menschen, die sich in der Wirklich-Wahren-Welt aus welchen Gründen auch immer nicht wohlfühlen, können sich hier ganz frei austauschen.

Mein Fazit …

… möchte ich mit einer kleinen Entschuldigung beginnen. Ich habe in der Ich-Form geschrieben, meine persönliche Meinung kundgetan und somit ein wenig gegen die gute Texter-Ettikette verstoßen. Sei es drum – wem das nicht passt, der hat den Artikel wohl auch nicht zu Ende gelesen. Ich bin noch mit dem Comodore 64 & Datasette aufgewachsen, habe mich via Telefon mit Wählscheibe verabredet und zwischenmenschlich etliche Fettnäpfchen und haufenweise Körbe mitgenommen. Ein wenig schade finde ich diese Entwicklung des Kennenlernens, die nur in der sogenannten Ersten Welt stattfindet, schon. Doch ich finde es auch extrem spannend und wäre ich nicht glücklich verheiratet, wer weiß?

Autor seit 5 Jahren
135 Seiten
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