Friedberger Klettersteig

Friedberger Klettersteig

 Zunächst geht es über einen Fahrweg nur leicht ansteigend in Richtung Gimpelhaus. Doch schon nach einigen Kehren wird der Weg steiler und hat schon so manchen Wanderer durch die Unzähligen Stufen überrascht. Da der Weg oft in der prallen Sonne liegt, kann der Aufstieg zum Gimpelhaus ganz schön anstrengend werden. Entgegen der angekündigten Zeit von 1 Stunde und 15 Minuten schaffen wir den Aufstieg in 45 Minuten. Da muss man dann aber doch schon nen recht ordentlichen Zahn zulegen, um die Hütte auf 1569 m in dieser Zeit zu erreichen.

Vom Gimpelhaus geht es dann weiter in Richtung Tannheimer Hütte. Diese wird aber passiert, so dass man nach kurzer Zeit in das Hochtal unterhalb von Roter Flüh und Gimpel gelangt. Es ist empfehlenswert den Kessel auf der linken Seite zu durchsteigen, da der Pfad auf der rechten Seite - also direkt unter der Gimpel Südwand - stark von Steinschlag frequentiert ist. Schon vom Kessel aus sieht man die Judenscharte, die die Rote Flüh vom Gimpel trennt. Hier bietet sich eine Rast an, da die Judenscharte direkt unter dem Westgrat des Gimpels liegt und einen tollen Ausblick nach Norden hinaus ins Pfrontner Tal mit Aggenstein, Brentenjoch und der großen Schlicke bietet.

Die tapferen Klettersteigler auf dem Weg zum Gipfel der Roten Flüh

Die begeisterten ...

Nach der Judenscharte kommt quasi die "Schlüsselstelle" auf dem Weg zur roten Flüh: Aus Fels gehauene Stufen, die mit Drahtseilen gesichert sind, leiten den Weg nach oben. Leider wurde hier aus meiner Sicht zu viel Arbeit angelegt, denn vor einigen Jahren war dieser Abschnitt noch ein kleines Abenteuer. Nun denn, wahrscheinlich hatten zu viele Touris diesen Teil des Weges unterschätzt... Heutzutage ist der Teil bei trockenem Fels auch für "Otto Normalverbraucher" machbar. Nach diesem Abschnitt geht es durch steiles Schrofengelände höher bis kurz danach das Gipfelkreuz auf 2108 m erreicht ist.

Vom Gipfel aus bietet sich ein tolles Panorama, wobei der Blick von den Pfrontner Bergen über die Tannheimer Berge bis hinüber zu den zentralen Allgäuer Alpen reicht. Weiter im Süden reihen sich die Lechtaler Berge, die Mieminger Kette und schließlich das Wettersteingebirge mit der markanten Zugspitze aneinander an. Im Nordosten steht markant der Gimpel mit seiner imposanten Südwand.

Vom Gipfel der Roten Flüh beginnt nun der Friedberger Klettersteig und führt in Richtung Norden zum Schartschrofen. Der Klettersteig kann in 2 Teile gegliedert werden, die im Folgenden beschrieben sind.

Die neu ausgebaute super sichere "Autobahn" auf den Gipfel der roten Flüh ...

Friedberger Klettersteig - Erster Teil: Vom Gipfel der Roten Flüh zum Schartschrofen

Im ersten Teil der Klettersteigs steigt man vom Gipfel der roten Flüh in nördlicher Richtung ab. Zunächst geht es in leichten Felspassagen Stück für Stück tiefer. Bald darauf erreicht man die Schlüsselstelle des ersten Teil: Ein etwa 7m hoher senkrechter Abstieg, der mit Eisensprossen gesichert ist. Der Einstieg ist etwas ungewöhnlich und wer hier bereits Probleme hat, sollte auf den zweiten Teil verzichten, da dieser nicht einfacher ist. Nach dem Abstieg geht es weiter über Felsplatten und einen luftigeren Wegabschnitt, der aber gut gesichert ist. Gleich danach eröffnet sich der Ausblick auf den Schartschrofen, wo wir auch eine kleine Rast einlegten. Am Wegesrand entdeckten wir ein hübsches Büschel Edelweiß, das in neuerer Zeit - unseren Naturschützern sei dank - immer wieder mehr in den Alpen vorkommt. Der weitere Wegabschnitt bietet noch viele schöne Ausblicke und endet an der Scharte, die auf den Schartschrofen führt. Wer hier die Tour abbrechen möchte, kann über das Geröllfeld auf der östlichen Seite absteigen und damit den für die Armmuskeln anstrengenden zweiten Teil des Klettersteigs umgehen.

Schau, da geht's lang

Friedberger Klettersteig - Zweiter Teil: Von der unteren Scharte auf den Schartschrofen

Der zweite Teil des Klettersteigs ist auf jeden Fall das spannendere, aber auch anspruchsvollere Stück. Hier geht es zu Beginn gleich mal einige Meter senkrecht nach oben, was etwas Armkraft erfordert. Das Stahlseil bietet dabei gute Unterstützung, wie auch auf dem Weiterweg. Wer dieses Stück gemeistert hat, wird auch den Rest des zweiten Teils schaffen. Ratsam ist ein Kletterhelm, da doch an einigen Stellen Steine von vorhergehenden Kletterern losgetreten werden können.

Wer den Klettersteig vom Schartschrofen aus beginnen möchte, sollte beachten, dass hier der schwierigere Teil im Abstieg gemeistert werden muss und sich so manch interessanter Tiefblick bietet. Aus meiner Sicht ist der Klettersteig deshalb von der Roten Flüh aus leichter zu begehen.

Hier beginnt der Aufstieg ...

Der Abstieg

Wer nicht zu spät auf dem Schartschrofen ankommt, kann sich überlegen, ob er mit der Bahn vom Füssener Jöchle abfahren möchte oder doch lieber den Abstieg zu Fuß wählt. Der Abstieg führt zwar steil den Hang hinunter, aber die grünen Wiesen, die lichten Wälder und der Ausblick zurück zur Roten Flüh und den anderen Bergen lohnt sich allemal.

Wir erreichten auf jeden Fall noch bei Sonnenschein den Haldensee und ließen uns ein kühles Bad nicht nehmen. Das Wasser war aber wirklich eiskalt!

Zum Schluss noch mein Dank an Euch Vier: Cool dass Ihr dabei wart und...

... der Tag war einfach genial!

Schattenspiele ...

Hans, am 25.09.2010
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